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Wie lebt es sich auf einem Hof in der Bretagne?

Spielst du auch mit dem Gedanken an einen Umzug ins Ausland? Oder sind deine Pläne vielleicht sogar schon konkreter? Neben all den Checklisten und Fragen, die es zu klären gilt, sind konkrete Erfahrungen von Menschen, die diesen Schritt schon gewagt haben, besonders hilfreich. Regine und Anton haben ihre Jobs gekündigt, ihre Wohnung verkauft und sind in die Bretagne gezogen. Wie sie dort leben und was sie anderen Auswanderern raten, erfährst du hier.

Auswandern Sparkasse Geld

Leben im Ausland? Das ist ein gar nicht so schwer zu verwirklichender Traum. Foto: Sparkasse

„Es ist zwei Jahre her, dass mein Freund Anton und ich zum ersten Mal die Tür zu unserem Hof in der Bretagne aufgeschlossen haben – und damit zu unserem neuen Leben als Auswanderer und Selbstversorger!

Wir waren furchtbar aufgeregt! Kein Wunder, denn ein bisschen naiv war unser Selbstversorgerplan schon. Wir hatten vorher in Berlin gewohnt und keine Ahnung vom Landleben. Anton ist Software-Entwickler, ich bin Redakteurin. Unser Wissen über Landwirtschaft war also eher schlicht. Wir konnten nicht einmal Französisch. Doch wir wollten gern nachhaltiger leben. Und dieser Plan erschien uns dafür sinnvoll, zumindest wollten wir ihm eine Chance geben.

Als wir mehr zufällig den wunderschönen reetgedeckten Hof in der Bretagne entdeckt haben, wurde es konkreter. Er hat samt seinen 13.000 Quadratmetern Land weniger gekostet als eine kleine Zwei-Zimmer-Wohnung in Berlin. Mit einem Kredit konnten wir das stemmen. Und haben einfach losgelegt, an unserem Plan zu arbeiten.

Mittlerweile haben wir in der Bretagne gute Freunde gefunden. Wir haben auf unserem Land ein offizielles Wildtierschutzgebiet gegründet, halten Hühner und genießen die viele Natur. Letztes Jahr konnten wir uns von Juni bis Oktober mit Essen selbstversorgen. Und wir haben Französisch gelernt. Klar machen wir immer noch viele Fehler und haben starke Akzente, aber wir können uns verständigen.

Weil wir dennoch etwas Geld brauchen (zum Beispiel für den Hofkredit, Altersvorsorge und Versicherungen), arbeite ich noch etwa drei bis vier Stunden am Tag am Computer. Ich schreibe Artikel für Kunden in Deutschland. Und ich habe für den Rowohlt Verlag ein Buch geschrieben. Es soll anderen Menschen Mut machen, die auch von einem einfacheren Leben näher an der Natur und mit mehr Zeit träumen. Unser Hof in der Bretagne enthält viele Beispiele von anderen Menschen, die ausgewandert sind. Eines ist ihnen allen gemeinsam: Keiner bereut es!

Was uns das Auswandern gekostet hat? Die Frage hört sich für mich fast schon fremd an, wie aus einem anderen Leben. Denn dadurch, dass wir hier viel einfacher leben, hat Geld einen geringeren Stellenwert bekommen. Wir haben unsere Kosten extrem reduziert. Nicht nur durchs Selbstversorgen, sondern auch weil es keine Cafés, Shops oder kostenpflichtigen Freizeitaktivitäten in der Nähe gibt.

In unserer Freizeit gehen wir mit Freunden wandern oder mountainbiken, schwimmen im Meer oder veranstalten einen Spieleabend. Auch die Rate für den Hofkredit ist pro Monat viel geringer, als es unsere Wohnkosten in Berlin waren. Klar haben wir einmalig ein paar hundert Euro für ein Umzugsunternehmen bezahlt, das uns einzelne Möbel aus Berlin in die Bretagne gebracht hat. Ansonsten müssen wir den Begriff Kosten aber weiter fassen, um überhaupt in Bezug auf unseren Neuanfang davon sprechen zu können.

Die schwerwiegendsten Kosten sind aus meiner heutigen Sicht, dass ich meine Familie und meine Freunde in Deutschland seltener sehe. Und man könnte argumentieren, dass ich meine Chancen auf eine Karriere eingeschränkt habe. Denn eine Karriereleiter wie in der Stadt gibt es so abgelegen auf dem Land nicht. Außer Anton und mir wohnt in unserem Dorf nur noch eine weitere Frau ganzjährig. Und sie hat nicht vor, jemanden beruflich anzustellen. Persönlich stört es mich aber nicht, dass mir die Leiter für eine Karriere fehlt. Denn dafür ist auch das Hamsterrad weggefallen. Träumst du auch vom Auswandern ins Ausland? Dann würde ich dir die Frage gern umgekehrt stellen: Was kostet es dich, wenn du NICHT auswanderst?“

Falls du noch mehr über das Leben von Regine und Anton in Frankreich erfahren willst, haben wir einen Buchtipp für dich: Regine Rompa: Unser Hof in der Bretagne. Neuanfang zwischen Beeten, Bienen und Bretonen. Erschienen 2019 im Rowohlt Verlag.

Eine detaillierte Checkliste, welche Fragen und Themen du bei deinen Plänen berücksichtigen solltest, findest du hier! Steht deine Entscheidung schon fest? Dann schau dir unsere Checkliste für einen Umzug ins Ausland an!