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Posten, teilen, kommentieren: Wenn soziale Medien abhängig machen

Von geposteten Bildern, über geteilte Videos bis hin zum Shoppen und Spielen: Das Handy ist längst kein reines Kommunikationsgerät mehr, sondern universell einsetzbar. Doch wie viel ist zu viel?

DAK soziale Medien

Das Handy ist unser stetiger Begleiter. Doch ab wann macht es uns abhängig?

Es ist kaum verwunderlich, dass viele – vor allem junge Nutzer – nicht mehr auf ihren smarten Begleiter verzichten wollen. Jedoch kann übermäßiger Konsum auch zum Problem werden, wie die DAK-Gesundheit in einer aktuellen Studie1 beweist. Wer nicht aufpasst, wird süchtig und sogar körperlich krank. Eine Herausforderung, der sich auch die Krankenkasse DAK-Gesundheit mit ihrer neuen Initiative „Für ein gesundes Miteinander“ stellen will.

So riskant ist übermäßiger Social-Media-Konsum

Das Suchtrisiko von WhatsApp, Instagram und Snapchat wurde jetzt erstmals in einer repräsentativen Untersuchung der DAK-Gesundheit und des Deutschen Zentrums für Suchtfragen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) analysiert.

Dabei bestätigte die Studie, was viele Experten schon lange ahnten: Wer zu häufig sprichwörtlich „am Smartphone hängt“, schadet seiner Gesundheit und dem Familienleben. „Viele Kinder und Jugendliche chatten, posten und liken von früh bis in die Nacht. Einige rutschen dann in die Abhängigkeit“, sagt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. Darauf müsse man reagieren, um Betroffenen und Familien zu helfen – denn das Liken dürfe nicht zum Leiden werden.

Im Detail: Teenager im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren verbringen nach Angaben der DAK-Studienergebnisse im Schnitt rund zweieinhalb Stunden täglich mit sozialen Medien. 2,6 Prozent der Befragten seien bereits süchtig – hochgerechnet entspricht dieser Prozentsatz etwa 100.000 Betroffenen in Deutschland.

Intensive Smartphone-Nutzung kann zu sozialer Isolation führen

Die Folgen einer intensiven Smartphone-Nutzung sind vielfältig: So wurde nachgewiesen, dass vielnutzende Teenager oftmals zu wenig schlafen, sich häufiger mit den Eltern streiten oder vor der Realität fliehen und lieber Instagram sowie Co. nutzen, anstatt einem Hobby nachzugehen.

Einige rutschen in die Abhängigkeit.

Auch US-amerikanische Verhaltensforscher fanden in einer empirischen Studie2 heraus, dass junge Menschen, die öfter Social Media verwenden, wesentlich häufiger unter einem Gefühl der Isolation litten, als solche, für die Facebook eine weniger wichtige Rolle spielt.

Wenn die Social-Media-Sucht zu Depressionen führt

Besonders alarmierend ist dabei der Zusammenhang zwischen Social-Media-Sucht und Depressionen, erklärt Professor Rainer Thomasius, ärztlicher Leiter des Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am UKE. Jeder dritte Teenager, der nicht genug von WhatsApp und dergleichen bekommt, berichtet über Symptome einer Depression.

Demnach hätten abhängige Kinder und Jugendliche ein 4,6-fach höheres Risiko an einer Despression zu erkranken als nicht-Süchtige, so das Ergebnis der DAK-Studie. Da es über die Ursache und Wirkung jedoch noch keine weiteren Erkenntnisse gibt, könnte es auch sein, dass sich depressive Kinder und Jugendliche häufiger in die virtuelle Welt zurückziehen und deshalb ein Suchtverhalten entwickeln – ein Teufelskreis.

Was können wir dagegen unternehmen?

Die große Herausforderung bestehe den Medizinern zufolge darin, einen gesunden Umgang mit sozialen Medien zu entwickeln. Laut Suchtexperten fehlten jungen Menschen klare Regeln. Die hingegen seien wichtig, um Kinder und Jugendliche davor zu schützen, unbemerkt in die Abhängigkeit zu rutschen. Denn: Je länger und häufiger die Teenager online seien, desto höher sei das Suchtrisiko.

Besonders alarmierend ist der Zusammenhang zwischen Social-Media-Sucht und Depressionen.

Um die Abhängigkeitsgefahr der sozialen Medien einzudämmen, plädiert Suchtexperte Rainer Thomasius für Aufklärung und einen verstärkten Jugendschutz. „Eltern, Lehrer und Erzieher brauchen Unterstützung, damit sie Kinder auf ihrem Weg hin zu medienkompetenten Anwendern begleiten.“ Neben Broschüren mit ausführlichen Hintergrundinformationen, Beispielen und einem Selbsttest schaltet die DAK-Gesundheit gemeinsam mit den Suchtexperten des UKE eine kostenlose Hotline frei sowie einen Experten-Chat.

Posten, teilen, kommentieren: Wenn soziale Medien abhängig machen

Um ein Bewusstsein für das Suchtpotenzial von sozialen Medien zu schaffen, hat die DAK-Gesundheit außerdem die Initiative „Für ein gesundes Miteinander“ ins Leben gerufen. Darin fordert die Krankenkasse die Menschen auf, sich verstärkt für eine sozialere Gemeinschaft einzusetzen.

„Wir müssen wieder mehr aufeinander achten und eine gesunde Einstellung zum Miteinander pflegen“, so der Appell der DAK-Gesundheit. Zwar könne man mit der Initiative nicht alles verändern. „Aber anfangen können wir, indem wir den Fokus auf unsere soziale Gesundheit setzen“.