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So setzt sich Laura mit Tee für Geflüchtete ein

Laura Schöler bringt im Essener Norden Menschen verschiedener Kulturen zusammen: Alles, was sie dazu braucht, ist ein Fahrrad mit Anhänger und ein bisschen Tee.

© Deutsche Fernsehlotterie/ Jan Ehlers

An einem Sonntagnachmittag findet sich Laura Schöler mit einer Freundin an einem runden Tisch in einer Flüchtlingsunterkunft in Essen ein. Sie wollen sich mit Geflüchteten vernetzen, ihnen Hilfe beim Eingewöhnen anbieten, andere engagierte Anwohner*innen kennen lernen. Doch anscheinend will das außer ihnen niemand: Der Tisch füllt sich nur langsam und fast ausschließlich mit Sozialarbeiter*innen und Betreuer*innen. Doch von den Anwohner*innen aus den umliegenden Wohngebieten fehlt jede Spur.

Auf einer Informationsveranstaltung zum Bau einer Flüchtlingsunterkunft im Essener Süden trifft Laura einige Zeit später auf die, die da fehlten. Hier ist sie aufgewachsen, in einem Stadtteil mit einem vergleichsweise geringen Ausländer*innenanteil. Die Menschen sind verunsichert, dass nun eine Flüchtlingsunterkunft zwischen ihren Reihenhäusern entstehen soll. Sie haben Angst vor dem Unbekannten. Manche sagen, die Neuen hätten nichts zu tun und kämen sicher nur auf dumme Ideen. Andere wollen wissen, wer sie denn vor den Flüchtlingen beschützen würde. Laura erschrickt sich.

Die beiden Nachmittage sind inzwischen über zwei Jahre her. Doch sie haben in Lauras Leben Einiges auf den Kopf gestellt: Die Frage, wie man mehr Menschen dazu bewegen kann, sich füreinander und für andere Kulturen zu öffnen, lässt die Designstudentin nicht mehr los. Sie will einen Raum schaffen, in dem sich die Menschen einfach und ohne viele Hürden begegnen können. Einen Ort, um sich auszutauschen, Vorurteile abzubauen, Gemeinsamkeiten zu erkennen. “Man geht ja nicht einfach zu jemandem nach Hause und setzt sich an dessen Tisch”, erklärt Laura. “Zugleich brauchen aber Menschen, die neu in unsere Stadt kommen, eine Plattform außerhalb der Flüchtlingsheime und Kulturtreffs, wo sie sich den anderen vorstellen können.”

Laura macht die Überlegung kurzerhand zum Thema ihrer Bachelor-Arbeit in Kommunikationsdesign. Sie entwirft ein fahrbares Café, in dem sich die Menschen und die verschiedenen Kulturen begegnen können. Beim Look, beim Namen, beim Design verzichtet sie bewusst auf das Wort Flüchtling: “Ich wollte einfach, dass das Gemeinsame im Vordergrund steht und nicht das Trennende.” Das Gemeinsame, das findet Laura im Teetrinken, einer Kulturtradition, die es in ganz verschiedenen Ländern gibt, auch bei uns. Auch wenn es beim Teetrinken Unterschiede gibt, es hat immer etwas Verbindendes, Anheimelndes, Gemütliches. Laura nennt ihr Café ‘Mobilitea’. Als Logo wählt sie eine große Teekanne.

Die Leute haben Angst, vor dem was sie nicht kennen. Da muss man sich halt kennen lernen!

Für ihren ersten öffentlichen Auftritt mit dem mobilen Tee-Café stellen sich Laura und ihre Freunde auf den Markt in Essen Katernberg. Die Sonne scheint, sie bieten Ostfriesentee und marokkanischen Tee an und warten ab. Es kommen Menschen mit Migrationshintergrund, die in ihren Kulturzentren von der Aktion gehört haben, die Geflüchteten, die Sozialarbeiter*innen – es kommen aber auch die Rentner*innen, die auf dem Markt einkaufen, und Passant*innen, die Mobilitea für eine richtig gute Idee halten. “Die Resonanz war riesig und der marokkanische Tee der Renner”, erinnert sich die heute 25-Jährige, die erwartet hat, dass die Leute eher zu dem Getränk greifen, das sie kennen.

Eine ihrer Freund*innen im Team mit marokkanischen Wurzeln hat Laura gezeigt, wie man den Tee richtig zubereitet. “An den Stand kommen immer wieder Kinder, die sagen ‘Das schmeckt wie bei Mama!’”, freut sich Laura und erzählt, wie dann eigentlich immer die Mama an den Stand geholt und von den Kindern genötigt wird, den Tee auch zu probieren. “Die Mütter sind dann immer zweimal überrascht: erst einmal, dass ich den Tee gekocht habe, und dann, dass er auch noch schmeckt.” So kommt es zum ersten Austausch zwischen Menschen, die sich sonst wahrscheinlich nie gesprochen hätten. Für viele Familien mit Migrationshintergrund ist es auch Bestätigung und Wertschätzung, dass Mobiltea ihren Tee serviert.

Auch wenn die Zustände während der Flüchtlingskrise Laura die Augen geöffnet haben, erkennt sie schnell, dass der mangelnde Austausch zwischen den unterschiedlichen Kulturen ein tieferliegendes Problem ist: Schließlich sind die Geflüchteten aus Syrien ja nicht die ersten Migrant*innen, die im Ruhrgebiet ankommen. Und trotzdem bleibt gern jede*r unter sich, oft auch wenn man Tür an Tür wohnt. “Die Menschen, die zum Teetrinken an unseren Stand kommen, zeigen mir immer wieder, dass das größte Problem die Angst vor Ausgrenzung ist”, erklärt Laura. “Eigentlich wollen immer alle nur dazugehören.” Dabei sind es nicht nur die Menschen mit Migrationshintergrund, die Anschluss suchen, sondern auch die ohne: “Neulich kam ein deutsches Ehepaar an unseren Stand, die erzählten mir, dass sie gern mehr mit den Nachbar*innen zu tun hätten, aber das Gefühl haben, in der vornehmlich arabisch sprechenden Nachbarschaft nicht dazuzugehören. Die Leute finden sich nicht gegenseitig doof, aber sie wissen einfach nicht, wie sie sich begegnen können.”

Am fahrbaren Teestand von Laura lösen sich die Unterschiede zumindest kurzzeitig ein wenig auf. Zweimal die Woche, dienstags und donnerstags, halten sie an unterschiedlichen Standorten im Essener Norden, wo viele Menschen verschiedener Kulturen leben. Da kann es schon einmal sein, dass Menschen aus Polen, dem Irak und Namibia zusammen an einem Tisch sitzen, Tee trinken und sich unterhalten. “Meistens wohnen sie in derselben Nachbarschaft oder sogar im selben Haus und haben ähnliche Probleme. Das verbindet. Auch wenn sich die Besucher*innen vorher nicht kannten, drehen sich die Gespräche schnell darum, was man tun kann, wenn schon wieder das heiße Wasser nicht läuft.” Langsam spricht sich herum, dass man bei Mobilitea Hilfe finden kann.

Die Deutsche Fernsehlotterie unterstützt als Soziallotterie viele unterschiedliche soziale Projekte, möchte aber auch die vorstellen, die leider nicht den Förderungskriterien entsprechen. Eines dieser Projekte ist das Tee-Café von Laura, die mit ihrem Wunsch eines besseren Miteinanders in der Nachbarschaft perfekt zu den Werten der Deutschen Fernsehlotterie passt. Auf Du bist ein Gewinn werden neben Laura auch viele andere Helfer*innen vorgestellt, die sich voller Leidenschaft engagieren.

Eigentlich wollen immer alle nur dazugehören.

Laura hat inzwischen ein Team von acht Sozialarbeiter*innen – jede*r hat einen anderen Background, mal Jugendamt, mal evangelische Kirche, mal Arbeiterwohlfahrt. Zu jedem Tee-Termin kommt eine*r mit. Sie kennen die Umgebung und die Probleme der Anwohner*innen gut und suchen auch die Standorte ganz bewusst auf. Oft genug wissen die Menschen nicht, an wen sie sich mit ihren Problemen wenden können. “Dann sind wir eine lockere Anlaufstelle”, sagt Laura. “Wir sind gut vernetzt und wissen wer wofür in der Stadt zuständig ist. Wenn wir selbst nicht helfen können, dann können wir zumindest ganz leicht vermitteln.” Die ungezwungene Atmosphäre bei Mobilitea senkt die Hemmschwelle der Leute. Viele holen sich bei einem heißen Glas Tee beieinander oder bei Lauras Team Rat.

“Jeden Dienstag erwartet uns beispielsweise schon eine libanesische Familie an unserem Standort in einem Wohngebiet. Sie freuen sich über den Tee und bringen immer Kekse oder andere Backwaren mit. Das ist sehr schön.” Die libanesische Familie hat indessen eine syrische Flüchtlingsfamilie kennen gelernt und hilft ihnen beim Ankommen. Denn die wenigsten Geflüchteten leben heute noch in Erstaufnahmeeinrichtungen. Sie haben mittlerweile Wohnungen in der ganzen Stadt bezogen und auch sie suchen Anschluss. Es gibt also weiterhin viel zu tun. “Am liebsten hätte ich noch ein paar mehr Teepat*innen, die gemeinsam mit uns den Tee so zubereiten, wie er bei ihnen daheim getrunken wird. So könnten wir noch mehr Menschen erreichen. Bisher haben wir nur eine marokkanische und eine türkische Teepatin. Ich lade alle ein: Hast du eine interessante Teekultur? Dann komm vorbei und wir machen zusammen Tee!”

Auch du willst dich für ein gutes Miteinander engagieren? Aber du weißt nicht genau wie? Bei der Deutschen Fernsehlotterie findest du Inspiration: In ihrer Initiative Du bist ein Gewinn stellt dir die Deutsche Fernsehlotterie ganz unterschiedliche Menschen vor, die mit ihrem Einsatz unsere Gesellschaft ein bisschen besser machen. Sie zeigt dir, wie Solidarität tagtäglich gelebt werden kann, und unterstützt soziale Projekte, bei denen sich Menschen begegnen können – und zwar in deiner Nachbarschaft und im ganzen Land.