Sponsored Post Was ist das?

Warum finden wir Industrial Design heute so schön?

Clueso schrieb im Zughafen in Erfurt seine Musik. Heute ist die Location das größte Kulturzentrum in Thüringen. Wir zeigen dir, was du dort erleben kannst.

Rote Backsteine, riesige Fenster, hohe Decken. Heute finden wir die Optik der ehemaligen Industriekultur so richtig ästhetisch. Wir schlagen uns regelrecht um die sanierten Wohnungen, die in alten Fabrikarealen mit ihrem Loftcharakter locken. Wir wollen uns die Kühle des Raums erobern und die großen Wände zu unseren ganz individuellen Leinwänden machen. Industrial Design ist in.

Ihre Hipness haben die kantigen Gebäude aus einer anderen Zeit; nicht zuletzt den jungen Kreativen zu verdanken, die ihr Potenzial schon vor Jahren erkannten und sie als willkommene Spielwiese nutzten. Auf den Brachflächen lässt sich nicht nur recht preiswert leben und arbeiten. Sie bestechen auch durch viel Platz, der erobert werden will. Und sie bieten zwischen den dicken Steinmauern Raum für Individualität und Kreativität. So kommen  – ganz entgegen ihrer eigentlichen Bestimmung – gemütliche Räume, Treffpunkte, Kreativzentren und Werkstätten heraus, die zum Verweilen einladen und unser Bild vom Industrieareal oder auch vom verlassenen Bahnhof ganz schön gewandelt haben.

Geringe Kosten und viel Platz – hier geht noch was!

Heute sind verlassene Industriegebäude schon lang keine Schandflecke in der Stadtansicht mehr. Und mittlerweile sind sie vielerorts nicht einmal mehr verlassen.

Auf dem Gelände des ehemaligen Erfurter Güterbahnhofs wurden früher Züge rangiert. Heute befindet sich hier der Zughafen, das größte Kreativzentrum Thüringens mit einer beeindruckenden Größe von anderthalb Fußballfeldern. In einem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Bahn sowie in mehreren Lagerhallen tummeln sich heute Künstler*innen, Kreative und Gastronomiebetriebe.

Angefangen hat alles 2002, als der Sänger Clueso gemeinsam mit seinem Manager Andie Welskop das Potenzial des verlassenen Areals erkannte und es für Proberäume und Studios umbauen wollte. Der Zughafen war geboren und mit ihm die Vision eines Künstler*innen- und Kreativnetzwerks in Erfurt. Es entstand ein großer Begegnungs- und Entfaltungsraum zwischen alten Mauern. 2016 verlegte der Thüringer Sänger seine kreative Base nach Berlin – der Zughafen aber blieb und mit ihm jede Menge Raum für neue Perspektiven und Projekte.

Was hip ist in Erfurt

Jan Schlennstedt eröffnete im Frühjahr 2017 seine Brauerei Heimathafen auf dem Areal. Er ist einer der mehr als 40 Pionier*innen, die dem ehemaligen Güterbahnhof neues Leben einhauchen. Auf gemütlichen Liegestühlen könnt ihr hier dem Dom zuprosten und den Sonnenuntergang anhimmeln. Ein Schlaraffenland für Craft-Beer-Kenner*innen oder Menschen, denen es nicht hip genug sein kann, denn das Ambiente erinnert an die wiederbelebte Industriehallen in Berlin.

Wenn ihr auf genüssliche Unterhaltung steht, dann ist der Zughafen ohnehin einen Besuch wert: Die Projekte und Veranstaltungen des großen Areals decken von Street Food Festival über Sinfoniekonzerte bis hin zu (Floh-)Märkten alles ab. Die große Halle 6, die nur eine von fünf gleichzeitig bespielten Locations ist, lädt renommierte DJs als auch Singer-Songwriter*innen ein. Von Klassik-Fan bis Indie-Head findet hier jede*r Konzerte, die Spaß machen. Übrigens gibt es auf dem Areal auch eine charmante Freilichtbühne, die sich nicht verstecken muss. Klar, wo Clueso einst seine Zeilen schrieb, muss der musikalische Vibe erhalten bleiben.

Nächster Halt am Zughafen: Kultur

Auch Cafés und Clubs sind im Vergnügungsrepertoire enthalten und kulturelle High Class findest du bald in der Whisky-Destillerie des Bildhauers Thomas Nicolai und seines Sohns Leopold. Den alten Güterbahnhof kennt Thomas Nicolai noch aus seiner Kindheit. Damals hat er auf dem Industriegelände gespielt. Er freut sich, dass aus dem Areal mittlerweile ein Begegnungsort für alle möglichen Menschen geworden ist. Daher will er sie auch zu sich in die Whiskey-Destillerie einladen. Nicht nur auf ein Gläschen, sondern auch auf Lesungen und Vernissagen. People Watching, Drinks und intellektuelle Stimulation. Klingt nach einer guten Mischung, die man mal probieren sollte.

Das ist genau der richtige Zeitgeist, finden wir. Der Zughafen ist eine pulsierende Wohlfühl-Oase und Inspirationsquelle geworden, weil er ganz unterschiedliche Menschen zum Besuchen, aber auch zum Mitgestalten einlädt. So entsteht aus der Gemeinschaft heraus ein wunderbarerer Ort, an dem sich alle ganz individuell austoben und dabei doch etwas Großes verwirklichen können. Noch dazu an einem Ort, der eigentlich gar nicht dafür gebaut wurde, Menschen so zu inspirieren.

Wir würden sagen: Ihr solltet euren Blick ruhig mal öfter nach Erfurt richten. Einen Besuch ist der Zughafen auf jeden Fall wert, nicht nur für Ästhet*innen, die sich nicht satt sehen können am roten Backstein, sondern auch für Fans des gepflegten Craft Beers. Wenn wir dich neugierig gemacht haben, dann kannst du dich auf der Webseite des Zughafens über anstehende Termine informieren.


ze.tt erzählt Geschichten über Ostdeutschland – abseits von Stasi und Neonazis. Mehr dazu findest du auf unserer Themenseite.