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Faszination True Crime: „Wenn der Mörder zusticht, nippe ich am Rotwein“

Jeden Montag höre ich Menschen beim Morden zu. Eine bessere Entspannung gibt es für mich nicht. Aber worin liegt der Reiz von True Crime Podcasts? Eine (un)blutige Spurensuche.

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True Crime als Entspannung: Je grusliger es draußen ist, desto gemütlicher ist es drinnen. Foto: Cottonbro/ Pexels | CC0

Eine Person wird tot aufgefunden. Die Tatwaffe: ein scharfes Küchenmesser. Während die Stimme in meinem Ohr den Tathergang beschreibt, betrachte ich das Messer in meiner Hand. Es ist ziemlich leicht. Wie es sich wohl anfühlt, damit zuzustechen? Ich stehe in der Küche, es ist Montagabend und ich bereite einen Snack für mein Serienprogramm zu. Und damit meine ich keinen Netflix-Abend, sondern Podcasts. Genauer gesagt True Crime-Podcasts.

Killer-Podcasts killen bei mir vor allem den Stress

Podcasthören am Montagabend hat sich für mich zu einem Ritual entwickelt. Wenn ich nach einem stressigen Tag nach Hause komme und endlich alles von der To-Do-Liste abgehakt habe, dann kann ich am schnellsten abschalten, wenn ich meine Kopfhörer aufsetze und mich damit für eine gute Stunde von allem anderen ausklinke. Ein bisschen so wie Dumbledores Denkarium: Man taucht den Kopf hinein und findet sich in der Erinnerung einer anderen Person wieder. Anstelle von Magie brauche ich allerdings nur ein paar aufgeschüttelte Kissen, ein Glas Rotwein, und die neueste Folge meiner Lieblings-True-Crime-Serie Im Dunklen – Der Fall Rebecca Reusch.

Ich liebe Mord und Totschlag, und damit bin ich nicht allein

So wie ich nutzen viele die Geschichten von Blutbädern und menschlichen Abgründen, um runterzukommen. Kein anderes Genre, mal abgesehen von Sportsendungen, wird im deutschen Fernsehen häufiger ausgestrahlt als Krimis. Der sonntägliche Tatort ist ein Ritual quer durch alle Generationen. Auf den Top 3 der aktuellen SPIEGEL Bestseller-Liste befinden sich Kriminalromane. Auch True Crime-Podcasts are here to stay. Und zumindest für mich das Entspannungstool der Wahl.

Was mich daran besonders reizt: True Crime Stories sind, wie der Name schon sagt, echte Fälle. Die Straftaten sind genau so verübt worden – in irgendwelchen dunklen Gassen, die es auch in meiner Heimatstadt geben könnte, in irgendwelchen Mietswohnungen, die es so über, unter, neben meiner gibt, von irgendwelchen Menschen, die aussehen, wie meine Freund*innen und ich.

True Crime befriedigt die Voyeurin in mir

Die Storys gehen mir näher als der Prime Time-Krimi. Denn sie gehen direkt ins Ohr, erfüllen mich mit einem wohligen Schauder und befriedigen – wenn ich ehrlich bin – auch ein voyeuristisches Verlangen in mir. So als würde ich heimlich an der Tür meiner Nachbar*innen lauschen oder herausfinden, das der Kassierer an der Kasse ein dunkles Doppelleben führt.

Gerade die kühle Art der Moderator*innen von all dem zu berichten, wirkt auf mich irgendwie beruhigend. Der hinterhältige Tatverlauf, skrupellose Handlungen und blutige Tatorte – alles wird ganz nüchtern erzählt, ohne groß auszuholen. Geradezu abgeklärt. Ob es wohl das ist, was mich so daran reizt? Die ordentliche Sicht auf all das Chaos? All die wilden Eifersuchtsdramen und die teils kranken Phantasien? Es hat schon etwas für sich, es sich auf dem Sofa gemütlich zu machen und sicher zu sein, dass eine*n selbst das Schicksal der Podcastfiguren zumindest in dieser Nacht nicht ereilen wird.

Immer dabei die Frage: Was verleitet einen Menschen dazu, eine andere Person zu verletzen, gar zu töten? Spoiler Alert: Es ist sehr selten einfach nur Hass oder angestaute Aggression. Die Motive sind vielschichtig. Jede Podcast-Folge ist eine neue Reise in die tiefsten Abgründe einer fremden Person. Auch hier unterscheidet sich das True Crime-Genre von anderen Unterhaltungsformaten: Der Fokus liegt auf der Psychologie der Täter*innen und wer ganz genau hinschaut, pardon, hinhört, wird den einen oder anderen Aspekt in sich selbst wiederfinden. Garantiert.

Nie ist eine Person nur gut oder nur böse

True Crime-Podcasts  zeigen, wie wir alle unter bestimmen Umständen potenziell kriminell oder gewalttätig werden können. In jedem von uns versteckt sich gewissermaßen das „Potenzial zum Bösen“. Auch in mir. Vielleicht ist es diese Neugierde, die meine Faszination an wahren Kriminalfällen aufrechterhält. Was befähigt einen Menschen, einen Mord zu begehen? Welche gesellschaftlichen Strukturen befördern Verbrechen? Machen sie vielleicht erst welche möglich? Was könnte mich zur Täterin machen? Beim Zuhören entsteht durch die Charakterisierung der Täter*innen ein Kaleidoskop der Gesellschaft. Häufig sind es Facetten, die sich vielleicht eher am Rand befinden. True Crime rückt sie in unser Blickfeld.

True Crime-Podcasts sind also nicht einfach nur Kriminalgeschichten. Sie sind auch politisch. Und halten uns – mir – den Spiegel vor. Am Ende, wenn mein Rotwein fast leer ist, frage ich mich immer, welche gesellschaftlichen Umstände eine Rolle spielten, was wir alle ändern müssen, wo wir achtsamer sein könnten. Die Kritik ist immer mit dabei und stößt einen Lerneffekt an. Hier weiterzuspinnen, das ist jetzt die Aufgabe der Zuhörer*innen. Auch meine.

Einkuscheln und anderen beim Morden zuhören

Den nötigen Nachschub hole ich mir auf der Podcast-Plattform Podimo. Denn dort gibt es ein großes Angebot an True Crime Podcasts mit immer neuen Folgen zum Immer-wieder-neu-Gruseln. Etwa die Reihe Morden im Norden, in der die aufsehenerregendsten Mordfälle Skandinaviens aufgerollt werden. Die Folgen sind so gruslig und packend, dass ich euch schon jetzt eine Gänsehautgarantie ausspreche. Auch gut ist die Reihe In extremen Köpfen, die eine meiner Freund*innen gar nicht mehr loslässt. Sie nimmt uns mit in die Köpfe der Mörder*innen und Ermittler*innen, ergründet ihre Psyche und findet ungeahnte Antworten auf die Fragen nach Genie und Wahnsinn.

Aktuell höre ich wie gesagt  Im Dunkeln – der Fall Rebecca Reusch auf Podimo. Die Journalistinnen Lena Niethammer und Miriam Arndts haben über ein Jahr für diesen Podcast über das Verschwinden der 15-Jährigen recherchiert. Herausgekommen ist eine detaillierte Spurensuche – mit absolutem Suchtpotenzial!

Mittlerweile habe ich übrigens viele meiner Freund*innen zu True Crime-Fans gemacht und muss nun immer häufiger Snacks für zwei oder drei Leute schnippeln und mehr Rotwein und Decken bereitlegen. Besonders jetzt im Winter kuscheln wir uns gern zusammen ein und lauschen gebannt, wie draußen jemand kalt gemacht wird. Manchmal trauen sie sich danach nicht mehr raus. Aber das ist in Ordnung. Hier drinnen sind wir sicher – hoffentlich.

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Wenn du jetzt auch Lust hast, in die True-Crime-Podcast-Welt einzusteigen dann schau dich mal auf Podimo um. Hier erwarten dich die spannendsten Formate. ze.tt-Leser*innen können jetzt Podimo drei Monate lang für nur 4,99 Euro hören. Mehr Informationen findest du hier.