Sponsored Was ist das?

Pilot*in sein hat nichts mit dem Geschlecht zu tun

Als Pilotin fliegt Lisa täglich durch ganz Europa. Hier berichtet sie uns von ihrem Job über den Wolken und erklärt, warum die Fliegerei als reine Männerdomäne heute einfach nicht mehr zeitgemäß ist.

Lisa Thiele legt ihre Uniform an, steigt in das Cockpit, hakt ihre Checklisten ab, zieht den Steuerknüppel an und hebt ab. Die Motoren rauschen, als das Flugzeug die Nase hebt und kurz darauf die Wolkendecke durchbricht. Schon sitzt Lisa in der Sonne, denn die scheint über den Wolken schließlich – zumindest am Tage – immer.

Dieses Gefühl, dieses Schweben, dafür lebt Lisa. Und seit März 2018 kann sie es endlich immer haben, wenn sie will. Denn da hat sie ihre Ausbildung an der European Flight Academy hinter sich gebracht und ist seither Co-Pilotin bei der Fluggesellschaft Eurowings, stationiert in Köln.

Andere gehen ins Büro, Lisa in die Luft

Pilot*in zu werden ist immer noch ein ungewöhnliches Berufsziel. Es steht sozusagen in einer Reihe mit utopisch wirkenden Berufsbildern wie Superheld*in oder Astronaut*in. „In den wenigsten Schulen wird der Beruf als Option genannt, wenn es kurz vor Abschluss ums Thema Berufsorientierung geht. Auch an meiner Schule war das so“, erinnert sich Lisa, die von den stereotypen Berufsvorschlägen für Frauen gelinde gesagt genervt war. „Ich weiß, dass immer mehr junge Frauen Lust haben, Pilotin zu werden. Da sollte aus meiner Sicht gerne mehr getan werden.“ Zum Glück lag bei ihr das Fliegen in der Familie – ihr Vater fliegt hobbymäßig, ihr Bruder beruflich – sodass auch die 26-Jährige keine Scheu davor hatte, sich einfach mal bei der European Flight Academy zu bewerben.

Ich weiß, dass immer mehr junge Frauen Lust haben, Pilotin zu werden. Da sollte aus meiner Sicht gerne mehr getan werden.

Leider ist sie damit noch in der Unterzahl. Neben ihr selbst gab es eine weitere Frau in ihrer Pilot*innen-Klasse. Obwohl sie trotzdem eine fantastische Zeit während der Ausbildung hatte – Lisa schwärmt vom „großen Zusammenhalt in der Gruppe und einem super familiären Miteinander im gesamten Jahrgang“ – findet sie diesen Umstand natürlich schade. Ihr würde es gut gefallen, wenn mehr Frauen den Weg ins Cockpit fänden. Schließlich sind Männerdomänen heute „doch gar nicht mehr up to date!“

Woran liegt es wohl, dass sich noch immer verhältnismäßig wenige Frauen an den Beruf heranwagen? Lisa erklärt sich das mit der fehlenden Sichtbarkeit: „Man hat den Beruf einfach zu wenig auf dem Schirm!“ Die Gründe dafür sind ihrer Meinung nach ganz klar gesellschaftlicher und sozialisierter Natur: „Noch immer ist die Berufsbildung in Deutschland viel zu stark von Geschlechterrollen geprägt. Der Beruf des Piloten ist für viele einfach noch immer typisch männlich. Mädchen hingegen werden ‚typische Frauenberufe’ zugetraut und sie werden von ihrem Umfeld bestärkt, diese auch zu ergreifen.“

Fliegen können hat nichts mit dem Geschlecht zu tun

Dass das lange nicht mehr zeitgemäß ist, zeigen schon allein die Auswahlkriterien, die man für eine Pilot*innenausbildung mitbringen sollte. Die sind nämlich keineswegs männlich oder weiblich, sondern universell: „Man sollte teamfähig sein, verantwortungsbewusst und belastbar“, erläutert Lisa, „auch ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und logisches Denken sowie ein Händchen für Mathe und Englisch sind wichtig. Das Allerwichtigste ist aber, dass man sich selbst gut kennen muss. Und zwar mit Stärken und Schwächen.“

Warum das so wichtig ist? Weil man natürlich berechenbare Menschen hinter dem Steuer einer Verkehrsmaschine haben möchte, die nicht nur sich selbst gut einschätzen können, sondern auch unvorhersehbare Situationen meistern. All diese Eigenschaften bringen sowohl Lisa als auch ihr Bruder mit und darum fliegen beide – ganz unabhängig vom Geschlecht.

Männerdomänen sind einfach nicht mehr up to date!

Trotzdem hat sie selbst schon einige Zweifler*innen erlebt und musste sich auch kritische Rückfragen gefallen lassen, wie: „Schafft es eine Frau überhaupt, ein Flugzeug zu fliegen?“ Lisas Können ist da wohl die beste Antwort. Zum Glück sind diese Skeptiker*innen aber in der Minderheit, und auch sie werden sich noch eines Besseren belehren lassen.

Bis auf diese wenigen Vorbehalte hat die Fränkin durchweg positives Feedback erhalten, wenn es um ihren Job als Pilotin geht: „Von meiner Familie und meinen Freunden bekomme ich natürlich viel Support. Und Bekannte stellen eher interessierte und neugierige Nachfragen.“ Kein Wunder, täglich über den Wolken zu schweben ist schließlich sowohl für Männer als auch für Frauen (und für alle anderen) ein ganz besonderer Berufsalltag.

Man müsste selbstbewusster mit Frauen in leider noch untypischen Berufsbildern umgehen.

Und wie kriegen wir nun mehr Frauen ins Cockpit, Lisa? „Ich finde Vorbilder können jungen Mädchen bei der beruflichen Orientierung helfen, schließlich hat nicht jeder Piloten in der Familie so wie ich, die einem das Thema nahe bringen. Man müsste selbstbewusster mit Frauen in leider noch ‚untypischen’ Berufsbildern umgehen. Und zwar schon in den Schulen oder auf Berufsbildungsmessen. Ich könnte mir auch eine Initiative vorstellen, in der Kapitäne und Kapitäninnen einfach mal Schulen besuchen und Einblicke in das Berufsleben im Cockpit geben. Das hat mir persönlich auf jeden Fall gefehlt.“

Heute ist Lisa selbst ein Vorbild und zwar als Co-Pilotin bei Eurowings. Hier fliegt sie auf der Kurzstrecke durch ganz Europa und landet abends wieder in ihrer Home Base Köln. So lässt sich der Traum vom Fliegen ganz leicht mit einem geregelten Alltag verbinden. Wenn ihr mehr erfahren wollt, wie auch ihr Pilot*innen bei Eurowings werden könnt, dann klickt hier.