Auf dieser Plattform kannst du Hassnachrichten melden, wenn Facebook, YouTube und Co. sie nicht löschen

Was tun gegen Hass im Netz? Die Initiative Reconquista Internet hat eine Meldeplattform für Hasspostings entwickelt.

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"Facebook, wir müssen reden." Screenshot: Reconquista Internet/Twitter

Die sozialen Medien sind voll mit rassistischen, homophoben, frauenfeindlichen und gewaltverherrlichenden Kommentaren. Mit einem neuen Tool möchte die Bürgerrechtsbewegung Reconquista Internet verschärft gegen die Flut von Hass auf Facebook und Co. vorgehen. Ab sofort können User*innen unter hassmelden.de Hatespeech und Straftaten anonym melden oder anzeigen, denen die sozialen Netzwerke nicht nachgegangen sind.

Wie die Reconquista Internet Facebook testete

Das Tool ist das Ergebnis eines Tests: Im Februar 2019 hatte die Reconquista mehr als 153 Text-, Bild- und Videobeiträge bei Facebook gemeldet. Nach Einschätzung der Initiative habe es sich dabei eindeutig um Hassnachrichten gehandelt, die Beiträge seien sowohl dem rechten als auch dem linken politischen Spektrum zuzuordnen gewesen. Auf fast alle Meldungen reagierte Facebook innerhalb von 24 Stunden – meist mit einer standardisierten Bestätigung der Überprüfung. Das Resultat des Checks sorgte allerdings für Ernüchterung bei der Reconquista: Trotz expliziter Morddrohungen und frauenfeindlicher Äußerungen unter den eingereichten Meldungen, wurden letztlich nur 37 Prozent der Posts von Facebook gelöscht.

Die Reconquista Internet bemängelt, dass die selbst aufgestellten Regeln von Facebook häufig nicht greifen würden und Hatespeech verbreitende Nutzer*innen keine juristischen Konsequenzen zu fürchten hätten. Auf der Plattform der Initiative soll das anders laufen: „Nach einer Meldung über unsere Meldeplattform für Hatespeech versuchen wir, die Löschung der Beiträge zu erreichen und zeigen die Ersteller gegebenenfalls an. Jede Meldung eines verurteilenswerten Beitrags hilft im Zeichen von Menschlichkeit und Demokratie“, heißt es auf der Standardcheck-Seite von Reconquista Internet. Über die Meldeplattform können auch Vorfälle auf Twitter, YouTube und externen Webseiten eingereicht werden.

Reconquista Internet #Standardcheck

Immer mehr Netzkommentare sind verletzend, rassistisch oder strafrechtlich relevant. Die #Gemeinschaftsstandards der großen sozialen Netze sollen die Zahl solcher Inhalte reduzieren. Aber funktioniert das? Wir haben den #Standardcheck gemacht: https://standardcheck.de

Gepostet von Reconquista Internet am Mittwoch, 27. März 2019

Facebook, wir müssen reden

Um Facebook mit dem Ergebnis des Tests zu konfrontieren, platzierte die Reconquista ein Plakat mit den Worten „Facebook, wir müssen reden“ in der Nähe der Facebook-Zentrale an der Hamburger U-Bahn-Haltestelle Gänsemarkt.

Die Initiative Reconquista Internet ist 2018 von dem Satiriker Jan Böhmermann ins Leben gerufen worden. Die Bewegung setzt sich seitdem für mehr Respekt, Menschlichkeit und Vernunft im Netz ein.