Baden im Frühstücksei: Ein Künstler erschafft aus alltäglichen Dingen kleine Welten

Peter Csakvari lässt sich vom Alltag inspirieren und erschafft aus den unterschiedlichsten Dingen kleine Miniaturwelten.

Wer hätte gedacht, dass viele Dinge, die uns im Alltag begegnen, eine hervorragende Kulisse für kleine Miniaturwelten sein können? So wird das noch flüssige Eigelb vom Frühstücksei zur Entspannungsoase für gestresste Poolbesucher*innen, die Maki-Rolle aus der Sushibox wird kurzerhand zum steilen Gebirge, auf dem sich Wanderlustige tummeln, und die Polizei nimmt den bedrohlich wirkenden Abfluss des Waschbeckens mal genauer unter die Lupe. Eine Gruppe Holzfäller verausgabt sich an einer Blaubeere, zwei Straßenarbeiter versuchen mit aller Kraft eine Cola-Dose aufzustemmen, die Feuerwehr birgt kleine Erbsen aus der großen Schote und der Schäfer hütet seine Tiere nicht auf der Wiese, sondern auf einem Blumenkohl.

[Außerdem bei ze.tt: Diese Tiere sind so klein, dass daneben ein Tennisball groß wirkt]

Hinter den Miniaturkunstwerken steckt Peter Csakvari aus Budapest, Ungarn. Mit Hilfe seiner Fantasie verwandelt er Chilischoten in kleine Kanus, Puderzucker in ein Skigebiet und die Pizza in den perfekten Ort für ein Date. Tiny Wasteland, also kleine Einöde, nennt der 29-Jährige seine Miniwelten.

Mittlerweile arbeitet er seit knapp drei Jahren an dem Projekt, für das er häufig Lebensmittel als Kulissen verwendet. So verbindet er seine zwei Leidenschaften: „Ich war die letzten zehn Jahre als Koch auf der Welt unterwegs. Und weil ich schon immer gerne Fotos gemacht machte, habe ich mich seit einigen Jahren auch mit der Fotografie beschäftigt.“

Kleine Welten aus Alltagsgegenständen

Als er nach längerer Zeit dann wieder zurück nach Budapest kam, arbeitete er zunächst als Foodfotograf, bis ihm in einer Modellwerkstatt auf einmal ein paar Miniaturfiguren in die Hände fielen. Seitdem erschafft er kleine Welten aus Alltagsgegenständen, die mal einfach nur lustig, mal etwas anrüchig und mal auch ein bisschen kritisch sind: So finden sich neben absurd-komischen Situationen auch Welten, in denen beispielsweise der Tod aus der Zigarettenschachtel gelaufen kommt oder ein Schweinehirte seine Herde auf einer Packung Hackfleisch hütet. Peter lässt sich dabei von allen möglichen Dingen inspirieren: „Nachrichten, neue Figuren, eine Banane – alles kann Inspiration sein“, erklärt er.

[Außerdem bei ze.tt: Diese moppelige Katze mogelt sich in mehr als 150 Kunstwerke]

Und auch die Arbeitszeit, die Peter in die Miniaturen steckt, ist ganz unterschiedlich: „Einige Miniaturen brauchen nur einen kurzen Moment, andere wiederum bis zu 13 Stunden.“ Doch der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall: Auf Instagram und Facebook präsentiert Peter die Ergebnisse seiner Arbeit. Außerdem verrät er, woran er im Augenblick arbeitet: „Zur Zeit plane ich eine Reihe zum Thema ‚Dinge, die man auf einem Friedhof nicht tut‘.“