Banksy finanziert neues Schiff für die Seenotrettung

Das Schiff ist nach der französischen Feministin und Anarchistin Louise Michel benannt und hat bereits Dutzende Geflüchtete im Mittelmeer gerettet.

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Die Louise Michel konnte bereits 89 Menschen auf dem Mittelmeer retten. Screenshot: © LouiseMichel / Twitter

Der*die britische Streetartkünstler*in Banksy hat ein Schiff zur Rettung von Geflüchteten im Mittelmeer gesponsert. Auf dem pink angesprayten Boot ist ein Rettungsring in Herzform zu sehen, auf den ein Kind mit Rettungsweste zeigt. Betrieben wird das Schiff von unabhängigen Aktivist*innen aus ganz Europa mit langjähriger Erfahrung in Such- und Rettungseinsetzen. „Die MV ,Louise Michel‘ sicherte bereits zwei Einsätze der ,Sea Watch 4′ und hat jetzt selbst 89 Menschen gerettet. Wir sind begeistert von der pinken Verstärkung!“ schreibt Sea-Watch International in einem Tweet.

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Die Namensgeberin Louise Michel war eine französische Revolutionärin und Anarchistin, die im Volksaufstand 1871 gegen die Preußen unter anderem hungernde und verwundete Menschen versorgte. Ihr Name schmückt nun ein altes Boot der französischen Marine, das mit Erlösen aus Banksy-Kunstwerken gekauft und für Such- und Rettungseinsätze aufgerüstet wurde. Das Schiff ist bereits am 18. August vom spanischen Seehafen Burriana in der Nähe von Valencia ausgelaufen.

Was hat Banksy mit der Seenotrettung zu tun?

Laut eines Berichts des Guardian geht Banksy Beteiligung auf eine E-Mail zurück, die der*die Künstler*in im September vergangenen Jahres an die deutsche Sea-Watch-Kapitänin Pia Klemp geschickt hat. Darin habe Banksy sie gebeten, die Erlöse seiner*ihrer Kunst für die Seenotrettung einzusetzen: „Ich bin ein Künstler aus dem Vereinigten Königreich und habe einige Arbeiten über die Flüchtlingskrise gemacht, offensichtlich kann ich das Geld nicht behalten. Könnten Sie es verwenden, um ein neues Schiff oder etwas anderes zu kaufen? Lassen Sie es mich bitte wissen. Gut gemacht.“

Mit der MV „Louise Michel“, die unter deutscher Flagge fährt, setzen Aktivist*innen das Geld nun zur Rettung von Menschen ein, die versuchen, aus Nordafrika über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Dank seiner hohen Geschwindigkeit von mehr als 28 Knoten sollte es laut Kapitänin Pia Klemp in der Lage sein, „die sogenannte libysche Küstenwache zu überholen, bevor diese die Boote mit Flüchtlingen und Migranten erreicht und sie in die Internierungslager in Libyen zurückbringt“.