„Be a Lady“: Dieses Video zeigt, welche absurden Ansprüche an Frauen gestellt werden

Zu prüde, zu sexy, zu dick, zu dünn: Als Frau ist es unmöglich, den gesellschaftlichen Erwartungen gerecht zu werden. Das Video Be a Lady fasst all diese Widersprüche zusammen.

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Nicht sexy genug, oder? Screenshot: © Paul McLean / Vimeo

„Sei eine Lady, haben sie gesagt“ – mit diesen Worten beginnt das Video des US-Magazins Girls. Girls. Girls. Sprecherin Cynthia Nixon, bekannt aus Sex and the City, wiederholt diese Worte im Laufe des Videos immer wieder. „Sei eine Lady, haben sie gesagt. Dein Rock ist zu kurz. Dein Shirt ist zu lang. Zeig nicht so viel Haut. Zieh dir etwas über.“ Damit zitiert sie die Bloggerin Camille Rainville, die ihren Beitrag Be A Lady They Said auf ihrem Blog bereits 2017 veröffentlichte.

Die Sätze, die im Video aufeinander folgen, haben vermutlich die meisten Frauen schon einmal gehört. Von Männern, von anderen Frauen, in Zeitschriften, in der Werbung. Es sind Sätze, die die ambivalenten, oft widersprüchlichen Ansprüche an sie aufzeigen. Parallel dazu wechseln die Bilder in schnellen Schnitten, untermalen die Aussagen, spitzen manche zu. So erschient bei „sieh jung aus, alt ist hässlich“ Trumps Gesicht, bei „zieh deine Augenbrauen nach“ eine Frau mit dichter, dunkler Monobraue.

„Sei eine Lady“ – aber wie denn?

Mit jedem Satz, jedem implizierten Befehl, wird deutlich, wie absurd all diese Anforderungen an Frauen sind – und dass sie ihnen niemals gerecht werden können. Frauen werden gleichzeitig als zu prüde und zu sexy kritisiert, als zu karriereorientiert und als zu wenig ambitioniert. Diese ganz gegensätzlichen Erwartungen zu erfüllen, ist schlichtweg unmöglich. Das bringt Be a Lady deutlich auf den Punkt.

Aber sie gelten vor allem – egal, wie sie sich geben – am Ende immer als diejenigen, die Männern falsche Signale gesendet haben und damit verantwortlich seien: „Sei eine Lady, haben sie gesagt. Lass dich nicht vergewaltigen. Schütz dich. Trink nicht zu viel.“ Gerade in Zusammenhang mit dem Prozess um Filmproduzent Harvey Weinstein, der jetzt wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung schuldig gesprochen wurde, wirken diese Aussagen, die die Verantwortung für sexuelle Übergriffe durch Männer auf Frauen abwälzen, relevanter denn je.

So bleibt hoffentlich für die meisten Zuschauer*innen die Erkenntnis: Statt unrealistische Ansprüche an Frauen zu stellen, sollten wir uns gegenseitig respektieren und unterstützen. Frauen sollten sein können, wie sie sind und vor allem: wie sie es wollen.

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