Bleibt lieber zu Hause, als 2018 an diese Orte zu reisen

Wir haben eine Liste der Orte für euch zusammengestellt, die ihr 2018 nicht bereisen braucht. Wir waren dort und können euch getrost raten: Bleibt lieber im Bett oder sonstwo.

Wer braucht schon Strand, Massen an anderen Tourist*innen oder ein Hotel? Illustration: Elif Kücük

Ein neues Jahr bricht bald an und damit auch die Chance, mehr von der Welt zu sehen. Sicher habt ihr schon zahlreiche Reiseempfehlungen bekommen, eure Bucketlist braucht bald eine zusätzliche Seite und ihr seid kurz davor zu buchen. Aber stopp. Schaut auch erst mal diese Orte an, die die Redaktion bereist hat. Macht nicht den gleichen Fehler wie wir und spart sie euch – oder achtet zumindest auf gewisse lokale Gegebenheiten, um euren Besuch erträglich zu gestalten:

1. Dubrovnik: Wäre bestimmt ganz nett ohne GoT-Fans


Dubrovnik war bestimmt mal eine schöne Stadt – vor Game of Thrones. Denn mittlerweile ist die kroatische Hafenstadt komplett überlaufen von Tourist*innen. Aber natürlich nur die Altstadt, in der viele Szenen gedreht wurden. Erinnert ihr euch an Cersei Lannisters Walk of Shame? Oder Joffreys Tod? Jap, wurde da gedreht.

Ich war im September dieses Jahres dort. Selbst die Kroatin, bei der ich im Nachbardorf wohnte, meinte, dass es nicht viel Schönes außer der historischen Festung in Dubrovnik zu sehen gäbe. Die Altstadt liegt direkt am Hafen und ist von einer knapp zwei Kilometer langen Stadtmauer umgeben. Diese ist UNECSO-Weltkulturerbe und auch irgendwie beeindruckend. Aber da es nur zwei Ein- und Ausgänge gibt, ist man zwischen den Menschenmassen eingepfercht und schiebt sich eher durch die engen Gassen, als gemütlich zu schlendern.

Neben den Tourist*innen stehen überall Menschen, die einem irgendwelche GoT-Touren oder -Souvenirs andrehen wollen. Und auch wenn es auf Instagram anders aussieht: Im Sommer ist da die Hölle los!

Wer großer GoT-Fan ist und wem Menschenmassen nichts ausmachen, der wird Dubrovnik lieben. Allen anderen rate ich, einen Bogen um die Altstadt zu machen oder im Winter vorbeizuschauen. Einziger Pluspunkt im Sommer: Bei 35 Grad spenden die hohen Stadtmauern wenigstens Schatten.

2. Algarve im Sommer: Hübsche Strände, aber viel zu gefragt

Meer, Strand, Sonne – so stellt man sich einen entspannten Urlaub an der Algarve in Portugals Süden vor. Auch wenn es viele Tourist*innen vielleicht schon wissen: Haltet euch im Sommer von der Region fern. Es macht keinen Spaß. Dank Instagram sind die schönsten Spots mittlerweile völlig überlaufen, die Autoschlangen an den Parkplätzen endlos und die Sonne brutzelt euch die letzte Gelassenheit weg. Alternativ bleiben nur langweilige, flache Strände übrig, wo irgendwie der Charme fehlt. Im Gegensatz zu etwa Mallorca sucht man hier vergeblich nach Serpentinen mit einem grandiosen Ausblick auf das Meer, und die Wege sind trostlos. Darum: Fahrt woanders hin. Porto ist auch schön!

3. Rotterdam: Angeblich „modern und dynamisch“, in Wirklichkeit einfach nur hässlich


Wer nach Amsterdam die Hoffnung hat, dass auch Rotterdam süße holländische Optik mit sich bringt, wird enttäuscht. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist von der Innenstadt leider kaum etwas übriggeblieben, so dass sie heute nur so von einem wirren Stilmix – von Reiseführer*innen gern als „modern und dynamisch“ beschrieben – strotzt. Nichts passt zueinander, und den Leuten scheint das egal zu sein. Die gehypte Markthalle (ein riesiges Gebäude in Form eines langgezogenen Hufeisens) sieht von innen aus, als hätten sich in den Achtzigern ein paar Schulkinder bei der Wandbemalung ausgetobt – dabei wurde sie erst 2014 eröffnet. Zugegeben, das Kubushaus ist ganz cool. Aber nur dafür muss man wirklich nicht hierher kommen.

4. Island: (kein) Geheimtipp im hohen Norden

Eines vorweg: Landschaftlich ist Island tipptopp. Schönheit allein sollte aber kein Reiseziel bestimmen – sonst könnte man auch nach Tschernobyl fahren. Was Island schrecklich macht, sind drei Dinge. Erstens: die Preise. Wenn man über 20 Euro für ein Stück Kuchen blecht, bleibt einem das „Es ist Urlaub, da kann man ruhig etwas mehr ausgeben!“ im Hals stecken. Zweitens: die Menschen. Nicht so sehr die Isländer*innen, sondern all die Tourist*innen, die den „Geheimtipp im hohen Norden“ entdeckt haben. Ehe man sich versieht, trottet man in touristischen Gänsemärschen die fünf Sehenswürdigkeiten des Golden Circle ab und verflucht den Tag, an dem Busreisen erfunden worden sind.

Der ultimative Grund, warum man aber nicht nach Island reisen sollte, hat mit Islandpferden zu tun. Diese süßen, vierbeinigen Racker dürfen nämlich nicht in ihre Heimat zurückkehren, wenn sie die Insel einmal verlassen haben. In Island ist die Einfuhr von Pferden zur Vermeidung von Krankheiten verboten. Manche Pferde werden aber verkauft oder verlassen die Insel aus anderen Gründen. Für sie bedeutet das: Sie dürfen ihre Familien und Freunde nie wiedersehen. Über diesen herzzerreißenden Umgang mit seinem inoffiziellen Wappentier kann nicht mal mein zynisches Herz hinwegsehen und trotzdem noch Urlaub in Island machen.

5. Graz: Zwischen Kontrollwahn und Weltoffenheit

Graz ist die zweitgrößte Stadt Österreichs. Und wie das oft so ist mit Zweitplatzierten, fühlt sich Graz der großen Schwester Wien unterlegen. Statt aber stolz zu sein auf die Dinge, die es einzigartig machen, hat Graz sich verbogen und verändert, bis es alles ein bisschen und nichts mehr so richtig ist. Auf der einen Seite ist Graz eine Verbotsstadt: Telefonieren in der Straßenbahn, Alkohol in der Innenstadt und Slacklinen im Stadtpark sind nicht erlaubt. Auf der anderen Seite will Graz weltgewandt wirken und beherbergt deshalb jedes Festchen und jeden Straßenumzug, dessen Organisator*innen auch nur einmal versehentlich im Rathaus angerufen haben. Die Folge: Gefühlt drängt man sich jeden Tag durch irgendeine Menschentraube, weil wieder mal die Wildkogler Bauernbuben auf einer Bühne aufspielen, während daneben ein Polizist einen Bettelnden verscheucht. Diesen Zwiespalt zwischen Kontrollwahn und gewollter Weltoffenheit kann man charmant finden. Man kann aber auch die Menschenverachtung der ehemaligen Menschenrechtsstadt erkennen und sich den Besuch in Graz einfach sparen.

6. Berlin: Falafel und Sex

Berlin ist laut, dreckig und hässlich. Die Menschen in Berlin? Laut, rüpelhaft und seltsam konservativ. Wer hingezogen ist, hält sich dagegen meist für wahnsinnig individuell oder scharfsinnig (gerne auch beides) und macht irgendwas mit Medien (wie wir hier).

Es ist hier also weder schön, noch sind die Menschen irgendwie sympathisch. Klar, wer Bock hat auf Falafel für 50 Cent oder Partys, auf denen öffentlich gevögelt wird, ist hier richtig. Allen anderen sei lieber zu einem Besuch in Hamburg oder meinetwegen auch Köln geraten; aber lasst um Himmels willen die Finger von Berlin.

7. Mérida: Schwitzen im Bus und früh schlafen gehen

Hässlich ist der Ort ja nicht. Nein, es ist eine Stadt, in der die Entfernungen klein genug sind, dass man zu Fuß laufen kann und anschauliche öffentliche Plätze mit Palmen, schicken Monumenten sowie die landestypischen Fassaden ein perfektes Motiv für den Instagram-Account bieten. Doch es ist unfassbar heiß und schwül. Manche Leute mögen das, aber längst nicht alle. Dann reist eben generell nicht in den Süden Mexikos, könnte man jetzt sagen. Aber einmal im Leben Chitchen Itza gesehen haben, das steht auf so manch einer Bucketlist.

Mérida befindet sich im touristisch sehr beliebten Bundesstaat Yucatan, nah an beliebten Attraktionen wie der eben genannten Maya-Pyramide, malerischen Cenoten und türkisem Meer. Wirklich nah ist sie aber auch nicht an ihnen dran. Und so verbringt man die meiste Zeit mit langen, wackeligen Busfahrten ins Umland, um ein paar Stunden schwitzend einem Tourguide zuzuhören und ein paar Fotos zu machen.

Mérida selbst bietet nicht wirklich viel, vor allem nicht für junge Leute, die nicht so auf für Tourist*innen im Rentenalter ausgerichtetes Programm stehen. Nach ein paar Tequila klatscht man vielleicht doch noch mit den anderen zum vorgeführten traditionellen Paartanz mit, bevor man um 22 Uhr ins Hotelbett fällt. Zusammengefasst kann man sagen: Mérida ist ein Ort, den man nicht gesehen haben muss. Mexiko hat sehr viel Besseres zu bieten als diese Stadt.

8. Wien: Rückschrittlich und unfreundlich

When in Vienna… #schnitzel #vienna #wine #winzerhof #pinotnoir

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Wien ist schön, elegant, kaiserlich. Klar, mag sein. Aber auch das schönste Stadtbild kann das Verhalten der Wiener*innen nicht wettmachen. Die sind nämlich grundsätzlich frustriert, verbittert und Weltmeister im Neinsagen.

Eine gute Melange schmeckt plötzlich nicht mehr, wenn sie dir ein Kellner mit genervten Murren auf den Tisch knallt. Ein Museumsbesuch wird zur Qual, wenn alle Besucher*innen aus Wien statt zu genießen nur nörgeln. Die schönen Altbauten verlieren an Charme, wenn Bewohner*innen laut brüllend aus deren Fenstern lehnen und vorbeigehende Menschen beschimpfen.

Spätestens seit der Angelobung der neuen Regierung, einer Koalition zwischen einer rechtskonservativen und einer rechtsextremen Partei, ist die österreichische Hauptstadt verdammt. Man sagt, Wien entwickelt sich sehr langsam, geht nicht mit der Zeit. Wenn das stimmt, entwickelt sich die Stadt mit der neuen Regierung nicht nur langsam, sondern gänzlich zurück. Belohnen wir diese Engstirnigkeit nicht mit unserer touristischen Anwesenheit.

9. Düsseldorf: Ballermann auf kleinstem Raum

Düsseldorf ist Nordrhein-Westfalens Hauptstadt und niemand weiß, warum. Der Hauptbahnhof ist unverhältnismäßig groß, und man verpasst regelmäßig fast den Zug, der weg aus dieser grausamen Stadt fährt. Wahrscheinlich ist das Absicht.

Düsseldorf ist Ballermann auf kleinstem Raum: Die fünf Gassen, die sich Altstadt nennen, sind jeden Abend voll von Betrunkenen, die „Malle nur einmal im Jahr“ machen und den Rest des Jahres Düsseldorf als Kompensation nutzen. Es gibt ungefähr einen Kiosk in der gesamten Innenstadt, und ähnlich viele gute Clubs: gar keine. Und erst die Kö! Eine Straße, die wenige Hundert Meter lang ist, mit teuren Geschäften ohne Stil und einem Kanal, den man im Sommer vor lauter Algen nicht mehr sehen, dafür aber riechen kann. 24 Stunden täglich kann man Botox am lebenden Objekt beobachten und eine Artenstudie aller existierenden Hunde in Katzengröße durchführen. Ach, und das Düsseldorfer Bier heißt Alt – das sagt doch alles.

10. Sofia: Hat nichts!

Bei der Planung ihrer Hauptstadt haben die Menschen in Bulgarien nicht mitgedacht. Paris hat die Seine, London die Themse, Wien die Donau. Und Sofia? Hat nichts. Kein Fluß oder Meer weit und breit. Es gibt auch keine Seen. Dafür ein mickriges Freibad ohne einen einzigen Flecken Gras. Um sich im Sommer bei 40 Grad abzukühlen, bleibt nichts anderes übrig, als sich im überheizten Hotelzimmer zu verkriechen.

Wer dann abends auf kümmerlichen Einkaufsstraßen Ablenkung sucht, bekommt als Mann Flyer für Table-Dance-Läden mit „sauberen und jungen Frauen” in die Hand gedrückt.

Dagegen hilft nur Alkohol. Und das ist tatsächlich positiv: Der ist verdammt günstig und überall rund um die Uhr erhältlich.

11. München: ein teures Pflaster selbst für BWL-Studierende

Welche Wohnung nehme ich heute? #JustusElite #TUM #BWL

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München: Kunst, Kultur und Obazda. Menschen, so schmierig wie der Käsebrei. Champagner auf Studentenpartys? Really? Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

12. Sutomore: Nichts mit Ruhe


Diese kleine Küstenstadt in Montenegro ist bekannt für seinen zwei Kilometer langen Strand und niedrige Preise. Was sich erst mal nicht schlecht anhört, entpuppt sich in Wahrheit als einer dieser Orte, wo man das Abreisedatum kaum erwarten kann. Tourist*innen belagern den kompletten Strand. Um ein ruhiges Plätzchen zu finden, muss man eine halbe Wanderung machen, wobei es selbst dort Leute gibt, die dieselbe Idee hatten. Wenn man die Menschenmassen hinter sich gelassen hat und endlich im Meer schwimmt, begegnen einem auch schon die nächsten, nämlich auf Jetskis. Damit wäre die Ruhe endgültig vorbei, auch wenn man es geschafft hat, die laute Ballermusik langsam auszublenden. Dann beschließt man, vielleicht etwas essen zu gehen und bekommt zwar sehr günstiges, aber auch sehr pappiges und fettiges Essen. Das war’s dann wohl mit dem Plan, einen kleinen gemütlichen Ort in Montenegro aufzusuchen.

13. Amsterdam: Kifftourist*innen und unglaublich teuer


Amsterdam ist wunderschön. Wer auch immer anderes behauptet, war noch nie dort. Durch die niederländische Hauptstadt zu schlendern, ist wie ein fluffiges, rosarotes Klischee: Kleine, süße Gassen, wunderschöne Kanäle, Tulpen und Fahrräder überall. Doch das hat seinen Preis – und der ist unfassbar hoch. Amsterdam ist nämlich verdammt teuer. Eine Nacht in einem schäbigen Hotel – also so eines, wo das Klo auf dem Gang ist und von allen Gästen benutzt werden muss – kann da gern mal knapp 100 Euro kosten.

Und wer feiern möchte, sollte unbedingt einen weiten Bogen um den Leidseplein machen. Diese vermeintliche Partymeile ist eine echte Touri-Hochburg, man wird mit Freischnäpsen in Clubs gelockt, in denen Aprés-Ski-Atmosphäre herrscht und sich der Geruch von Wodka-E mit Schweiß und einer Priese David Guetta mischt.

Apropos Geruch: Amsterdam riecht nach Gras. Da müssen wir gar nicht diskutieren. Gerade im Zentrum reiht sich ein Coffeeshop an den nächsten. Im Minutentakt spucken diese Kiff-Cafés Tourist*innen aus, die völlig verstrahlt und mit roten Augen in den nächstbesten Fastfood-Laden rennen und ihren Munchies mit Frikandeln und Pommes bekämpfen wollen.

14. Budva: Das Malle der Russen

Saufen, essen, Geld ausgeben. Budva, eine Stadt in Montenegro, ist nicht umsonst bekannt als das Malle der Russen. Die Menükarten der Restaurants sind auf Russisch und auch die Kellner*innen grüßen in dieser Sprache. Neben den Serpentinenstraßen stehen große Plakate, die einen vermutlich zum Kauf einer Immobilie überreden sollen, doch so ganz sicher kann man sich nicht sein, denn selbst die Werbung in dieser Stadt ist auf Russisch. Auf dem Hügel thront ein Club namens Top Hill. Dort werden im VIP-Bereich Lines gezogen und flaschenweise Wodka vernichtet. Mit seinen Lichtkegeln herrscht der Club wie das Auge von Sauron über die Stadt. Auch abgesehen von diesem Proll-Schuppen erinnert hier so einiges an Mordor.

Wer sich in Budva aufhält, kommt nicht um die Promenade an der Slovenska Plaza herum: ein Kieselstrand, der nach den zahlreichen slowenischen Tourist*innen benannt wurde, die Budva vor dem Krieg besucht hatten. Betrunkene stehen dort zu jeder Tageszeit an den Schießbuden, trinken oder essen Fleisch. Ja, Buva ist wie aus dem Klischee entsprungen. Alle Stereotypen werden erfüllt: von russischen Männern mit Bierbauch und Goldkettchen bis hin zu aufgetakelten Frauen in viel zu hohen Schuhen, Pelz und noch engeren Kleidern. Dabei hatte Budva eine schöne Altstadt und ist grundsätzlich nicht uninteressant. Budva ist einer der ältesten Orte an der Adria, wurde laut alter Mythologie vor über 2.500 Jahren gegründet. Doch heute ist kein Platz mehr für Geschichte, sondern nur noch für Konsum. Warum ist das so?

Moskau agiert seit dem 19. Jahrhundert als Beschützer Serbiens, das bis 2006 mit Montenegro ein gemeinsames Land bildete. Dank russischer Investitionen in den Tourismus hat die Krise in Montenegro nicht so hart eingeschlagen wie im Rest der Region. Einer der ersten Bewohner des russischen Dorfs in Montenegro, ein Geschäftsmann aus Moskau, meint dazu: „Als die Engländer die Costa del Sol besetzt und die Deutschen Mallorca erobert haben, hat sich ja auch keiner beschwert!“

15. Innsbruck: Weil Schifoan is des Leiwandste

#innsbruck #österreich #bergiselschanze #christkindlmarkt

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Wenn du aus dem Fenster blickst, sind sie da. Weiß angezuckert und vom Nebel umrundet kesseln die Berge Innsbruck, eine Stadt im österreichischen Tirol, ein. Es soll durchaus Menschen geben, die das schön finden, aber eben nur in der Theorie. Denn in Wahrheit ist Innsbruck ein großer Käfig, wo alles so bleiben soll, wie es immer war und Gedanken weder raus noch rein dürfen.

In Innsbruck zählt nämlich nur eine Sache: der Wintersport. Es ist ein Wunder, dass die Stadt im Sommer nicht geschlossen wird. Was nur mit den Gletschern erklärbar ist, die das Pistenstauben ganzjährig ermöglichen. Wenn du durch die Stadt gehst, siehst du nur sportliche Menschen in Skianzügen und mit einem Board unter dem Arm. Manche mögen nun wieder sagen: Klingt doch gut, ja, vielleicht sogar heiß. All jenen empfehle ich den Artikel: Ungeficktes Innsbruck: Die dunkle Seite der Alpen. Der Autor macht klar, dass Muskeln eben nicht ausreichen, wenn das Schmalz im Hirn fehlt. Demnach drehen sich die Gespräche dieser heißen Körper auf Partys auch nur um Sport oder eben Red Bull, das sie sogar ins Weißbier schütten. Ernsthaft! Das Einzige, worauf man sich hier politisch einigen kann, ist der verbindende Deutschlandhass und das typische „Chhhhh“ statt dem „K“. Letzteres ist zugegebenermaßen wirklich verdammt süß.

Der einzige Ort in Innsbruck, an dem man der klaustrophobischen Enge der Berge und des Tiroler Mindsets entkommen kann, ist die Nordkette. Auf 2.300 Metern im Restaurant lässt sich das Alpenpanorama bewundern und die Alpin-Proleten nach mehreren Bieren ertragen. Mit der Gondel aber wieder nach unten zu fahren, zahlt sich nicht aus. Alles passiert hier auf dem Berg: Weil Schifoan is des Leiwandste, wos ma sich nur vurstelln kann.