Bodyshaming in Internet-Memes: Diese Frau wehrt sich mit starken Worten

Ja, Memes sind urkomisch. Aber wie sehr würdest du noch über sie lachen, wenn du selbst auf einem abgebildet bist?

Rechts eines der Memes, gegen das Lizzie anspricht. Collage © Screenshots | Instagram | Lizzie Velasquez

„Michael said, he would meet me behind this tree for a bit of fun. He’s running late, would someone please tag him and tell him, i’m still waiting.“ Wer im täglichen Netzkonsum durch Facebook oder Seiten wie 9Gag scrollt, dem dürften Sprüche wie diese bekannt sein. Sie stehen zusammen mit vermeintlich passenden Bildern und sind meist für einen kurzen Schmunzler gut, weil sie bewusst politisch unkorrekt sind und Grenzen überschreiten. Die Menschen auf den Fotos sind meist Unbekannte, also ist es kein Problem, sich für einen kurzen Moment darüber lustig zu machen. Oder?

Lizzie Valasquez hat sich nie groß mit Internet-Memes beschäftigt. Bis sie sich selbst auf einem entdeckt hat. Als ihr kürzlich massenhaft Bildchen aufgefallen sind, die ein Porträt von ihr zeigen, zusammen mit Sprüchen wie dem obigen, entschied sie sich, dagegen anzuschreiben.

I've seen a ton of memes like this all over @facebook recently. I'm writing this post not as someone who is a victim but as someone who is using their voice. Yes, it's very late at night as I type this but I do so as a reminder that the innocent people that are being put in these memes are probably up just as late scrolling through Facebook and feeling something that I wouldn't wish on my worst enemy. No matter what we look like or what size we are, at the end of the day we are all human. I ask that you keep that in mind the next time you see a viral meme of a random stranger. At the time you might find it hilarious but the human in the photo is probably feeling the exact opposite. Spread love not hurtful words via a screen. Xoxo Lizzie

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Sie postete es auf Instagram und Facebook und schrieb dazu: „Ich schreibe das nicht als Opfer, sonder als jemand, der seine Stimme nutzt.“ Denn Lizzies Stimme erreicht Menschen: Sie hat tausende Follower auf den Social-Media-Kanälen für ihre beliebten Motivationsreden.

Menschen, deren Bilder in die Memes gepackt werden, empfinden dabei etwas, das sie nicht mal ihrem schlimmsten Feind wünschen würden, sagt Lizzie.

Völlig egal, wie wir aussehen oder welche Größe wir tragen, am Ende des Tages sind wir alle Menschen.“

Sie bittet uns alle, sich das ins Gedächtnis zu rufen, wenn wir künftig ein virales Meme mit irgendeinem*r Fremden sehen. „Ihr werdet das urkomisch finden. Doch der Mensch im Foto wird höchstwahrscheinlich das genaue Gegenteil empfinden.“

Ihre Postings wurden bereits tausendfach geteilt und kommentiert. Lizzie bekommt viel Zuspruch dafür, ein Problem anzusprechen, über das sich viele nicht in diesem Ausmaß bewusst gewesen sein dürften: Auch unbemerkt über Menschen in Memes zu lachen, die eine Behinderung haben oder deren Körper nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen, ist Bodyshaming. Wir, die vermeintlich Normalen, und die, die vermeintlich Unnormalen, über die man sich mal eben witzig machen kann.

Auf Lizzies Postings gibt es bereits erste Reaktionen. Eine Facebookseite, die die Memes von ihr verbreitete, wurde offline genommen. Lizzie stieß eine Debatte an, die längst überfällig war: Hinter jedem Meme steckt ein Mensch. Lizzie macht gleichzeitig einen Vorschlag: „Lasst uns doch Liebe übers Netz teilen – statt Worten, die wehtun.“

Thank you ?

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