Britische Supermarktkette will auf Plastikverpackungen verzichten

Plastikmüll schadet unserer Umwelt. Immer mehr Unternehmen suchen deshalb nach alternativen Verpackungsmöglichkeiten.

So viel Plastik muss nicht sein. Neonbrand/Unsplash.com

Kürzlich hat die britische Regierung angekündigt, Plastikteilchen in Duschgel und Zahnpasta zu verbieten. Jedes Jahr werden Tausende Tonnen davon in die Meere gespült und gefährden so die Tier- und Pflanzenwelt.

Auch der Einzelhandel will sich von umweltschädlichen Materialien lösen. Die britische Supermarktkette Iceland, nach eigenen Angaben Marktführer bei gefrorenen Lebensmitteln in Großbritannien, teilte mit, dass sie in den nächsten fünf Jahren alle Plastikverpackungen von Produkten ihrer Eigenmarke durch recycelbare Materialien wie Papier und Zellstoff ersetzen will.

Höchste Zeit, etwas zu ändern

Von den jährlich 78 Millionen Tonnen der weltweit gebrauchten Plastikverpackungen gelangt laut WWF ein Drittel unkontrolliert in die Umwelt und verschmutzt in die Meere. Nur etwa ein Viertel des Mülls wird recycelt oder verbrannt. Das belastet nicht nur die Lebewesen, Mikroplastik kann so auch wieder in unserem Essen landen. Eine US-Studie prognostizierte kürzlich, dass – sollten wir mit der Plastikproduktion und -verwertung so weitermachen wie bisher – bis 2050 etwa zwölf Milliarden Tonnen Plastikmüll auf Mülldeponien und in der Natur zu finden sein werden.

„Es gibt keine Entschuldigung mehr für übermäßige Verpackungen, die unnötigen Müll produzieren und unserer Umwelt schaden“, sagte Richard Walker, Managing Director bei Iceland, in einer Pressemitteilung. Die Kund*innen des Supermarktes sehen das ähnlich: Eine Umfrage hatte ergeben, dass 80 Prozent der Kundschaft sich einen plastikfreien Supermarkt wünschen.

Für den Umstellungsprozess arbeitete das Unternehmen eng mit Greenpeace-Expert*innen zusammen. Sie fordern, dass andere Supermarktketten dem Beispiel folgen: „Jetzt ist es an anderen Einzelhändlern, die Herausforderung anzunehmen“, sagte John Sauvender, Greenpeace-Chef in Großbritannien. „Die Flut der Plastikverschmutzung wird nur zurückgehen, wenn sie den Hahn abdrehen.“

EU-Strategie vorgestellt

Das Plastikproblem ist aktueller denn je. Die EU-Kommission stellte heute eine Plastikvermeidungsstrategie vor. Sie sieht vor, dass bis 2030 möglichst alle Plastikbecher und -flaschen wiederverwertbar werden. „Wir müssen verhindern, dass Plastik in unser Wasser, unser Essen und sogar unsere Körper kommt“, sagte Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans in Straßburg. Auch eine Plastiksteuer ist im Gespräch. Plastiktüten allein zu eliminieren reicht schon lange nicht mehr.