Brustkrebsvorsorge: Fasst endlich eure Brüste an!

Obwohl das Abtasten der Brüste dabei hilft, Brustkrebs rechtzeitig zu erkennen, fassen viele Frauen ihre Brüste nicht regelmäßig an. Ein Video soll das ändern.

Das Abtasten der Brüste hilft dabei, Brustkrebs rechtzeitig zu erkennen. Das Video "Touch Your Tits" zeigt, wie's geht.

Das Abtasten der Brüste hilft dabei, Brustkrebs rechtzeitig zu erkennen. Das Video Touch Your Tits zeigt, wie's geht. Screenshot: Mae Ryan / Vimeo

Runterstreichen, mit kreisenden Bewegungen abtasten, unter die Achsel fassen und ab zum Nippel: Das Abtasten der Brüste gehört zu jeder Kontrolluntersuchung bei einem*r Gynäkolog*in, die Selbstuntersuchung zu Hause allerdings nur bei wenigen Frauen zur Routine. Dabei ist sie wichtig. Jedes Jahr erkranken circa 70.000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs, so viele wie an keiner anderen Krebsform. In vielen Fällen könnten die Tumore schon beim Abtasten zu Hause entdeckt werden.

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Auf und ab wie ein Rasenmäher

Das darf nicht so bleiben, finden die Journalistin Mona Chalabi und die Filmemacherin Mae Ryan. Mit einem gemeinsamen Videoprojekt widmen sie sich der Brustkrebsvorsorge. Zuvor hatte das Duo in der Videoreihe Vigana Dispatches für The Guardian bereits erklärt, was die Orgasm Gap ist und wie eine Vulva aussieht.

Chalabi und Ryan haben kein steriles, medizinisches Erklärformat entwickelt. Stattdessen kommt ihr Video Touch Your Tits in der Ästhetik eines Musikvideos daher und erklärt mit silberner Farbe und Rasenmähervergleichen, wie man bei der Suche nach Unebenheiten in den Brüsten am besten vorgeht.

„Lerne deine Brüste kennen“, fordern sie in dem Video, umgeben von Frauen, die rhythmisch ihre Brüste massieren. Wer die eigenen Brüste kenne, würde Veränderungen schneller bemerken. Dabei nehmen Ryan und Chalabi direkt die Angst, man könne beim Abtasten etwas falsch machen: „Es gibt keinen falschen Weg!“

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Chalabi selbst erzählte in einem Interview mit Vogue, dass sie erst begann, ihre Brüste abzutasten, als sie von einer Besucherin eines Vortrags auf das Thema Brustkrebs angesprochen wurde. Am Abend nach der Veranstaltung betastete sie ihre Brüste – und stieß auf einen Knoten. Erst die Untersuchung bei einem*r Gynäkolog*in brachte ihr die Gewissheit, dass der Knoten gutartig waren. „So gruselig es war, jetzt weiß ich, dass ein Knoten nicht unbedingt bösartig sein muss, und dass, sollte ich etwas [Schlechtes] finden, meine Chancen zu überleben sehr sehr gut stehen – besonders wenn man den Knoten frühzeitig entdeckt“, sagte Chalabi. Mit dem Video möchte sie nun alle Frauen dazu motivieren, ihre Brüste regelmäßig abzutasten.