Coronavirus: Die sieben wichtigsten Zitate aus Angela Merkels TV-Ansprache

In einer Fernsehansprache appellierte die Bundeskanzlerin am Mittwochabend mit eindrücklichen Worten an die Besonnenheit der deutschen Bürger*innen und dankte dem Personal in Pflege und Einzelhandel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Mittwochabend einen Appell an die Bürger*innen gehalten, bei der Eingrenzung des Coronavirus mitzuhelfen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Mittwochabend einen Appell an die Bürger*innen gehalten, bei der Eingrenzung des Coronavirus mitzuhelfen. Foto: © Steffen Kugler / Bundesregierung via Getty Images

Es ist selten, dass man Angela Merkel (CDU) zu Ansprachen im Fernsehen sieht. Die Kanzlerin hält es eher mit Statements. Ansprachen gibt’s nur zu Neujahr: festlich und banal. Das war am Mittwoch anders: In einer zuvor aufgezeichneten Rede, die am Abend nach den heute-Nachrichten im ZDF und der Tagesschau im Ersten zu sehen war, wirkte die Kanzlerin klar, sich der Ernsthaftigkeit der Lage, aber auch des historischen Moments bewusst.

Angela Merkel wies mit prägnanten Sätzen noch einmal daraufhin, welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Eine allgemeine Ausgangssperre verhängte sie, wie zuvor von einigen Medien gemutmaßt wurde, nicht.

Das sind die besten Zitate aus Angela Merkels TV-Ansprache

Zunächst machte die Kanzlerin die historische Bedeutung der Lage klar:

Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst. Seit der Deutschen Einheit, nein, seit dem Zweiten Weltkrieg gab es keine Herausforderung an unser Land mehr, bei der es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln ankommt.

Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Sie bedankte sich zudem bei allen, die im Gesundheitswesen Kranke versorgen:

Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit zuallererst an alle wenden, die als Ärzte oder Ärztinnen, im Pflegedienst oder in einer sonstigen Funktion in unseren Krankenhäusern und überhaupt im Gesundheitswesen arbeiten. Sie stehen für uns in diesem Kampf in der vordersten Linie. Sie sehen als Erste die Kranken und wie schwer manche Verläufe der Infektion sind. Und jeden Tag gehen Sie aufs Neue an Ihre Arbeit und sind für die Menschen da. Was Sie leisten, ist gewaltig, und ich danke Ihnen von ganzem Herzen dafür.

Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Sie machte deutlich, dass es sich bei den Erkrankten nicht einfach nur um „Zahlen in einer Statistik“ handelt, sondern um Menschen, die anderen Menschen etwas bedeuten:

Das sind nicht einfach abstrakte Zahlen in einer Statistik, sondern das ist ein Vater oder Großvater, eine Mutter oder Großmutter, eine Partnerin oder Partner, es sind Menschen. Und wir sind eine Gemeinschaft, in der jedes Leben und jeder Mensch zählt.

Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Besonders eindrückliche Worte fand sie, als sie auf ihre DDR-Vergangenheit einging:

Lassen Sie mich versichern: Für jemanden wie mich, für die Reise- und Bewegungsfreiheit ein schwer erkämpftes Recht waren, sind solche Einschränkungen nur in der absoluten Notwendigkeit zu rechtfertigen. Sie sollten in einer Demokratie nie leichtfertig und nur temporär beschlossen werden – aber sie sind im Moment unverzichtbar, um Leben zu retten.

Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Hamstern, betonte Merkel, sei unsolidarisch und sinnlos. Den Verkäufer*innen im Einzelhandel gebühre Respekt:

Und lassen Sie mich auch hier Dank aussprechen an Menschen, denen zu selten gedankt wird. Wer in diesen Tagen an einer Supermarktkasse sitzt oder Regale befüllt, der macht einen der schwersten Jobs, die es zurzeit gibt. Danke, dass Sie da sind für Ihre Mitbürger und buchstäblich den Laden am Laufen halten.

Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Und noch einmal machte sie auch klar, dass unnötige Begegnungen vermieden werden sollten:

Wer unnötige Begegnungen vermeidet, hilft allen, die sich in den Krankenhäusern um täglich mehr Fälle kümmern müssen. So retten wir Leben. Das wird für viele schwer, und auch darauf wird es ankommen: niemanden allein zu lassen, sich um die zu kümmern, die Zuspruch und Zuversicht brauchen. Wir werden als Familien und als Gesellschaft andere Formen finden, einander beizustehen.

Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Man könne auch kurzfristig anders Kontakt haben:

Wir allen müssen Wege finden, um Zuneigung und Freundschaft zu zeigen: Skypen, Telefonate, Mails und vielleicht mal wieder Briefe schreiben.

Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Reaktionen auf die TV-Ansprache

Die Ansprache der Kanzlerin war bereits am Vormittag angekündigt und von vielen Twitter-User*innen erwartet worden. Viele äußerten sich am Abend nach der Übertragung unter dem Hashtag #Bundeskanzlerin positiv über Merkels Worte.

Angela Merkels ganze Ansprache gibt’s hier im Video

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