Dalgona-Kaffee: Das ist der neueste Kaffeetrend aus Südkorea

Hunderttausende posten derzeit Bilder von einer Kaffeespezialität aus Südkorea. Wie ist es dazu gekommen?

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So sieht er aus, der Dalgona-Kaffee. Foto: Mollie Sivaram / Unsplash | CC0

Eins vorab: Er sieht schon wirklich ganz gut aus. Ein Pluspunkt also. Und er ist günstig zu haben. Auch das könnte für ihn sprechen. Aber geschmacklich haben wir durchaus Vorurteile gegen eine Mischung aus Instantkaffee, Zucker und Wasser. Doch der Reihe nach: Was steckt hinter dem Erfolg von Dalgona-Kaffee?

Im Falle des Dalgona hat die Erfolgsgeschichte des Getränks so viele Zutaten wie der Kaffee selber, nämlich drei. Zunächst der mediale Erstzubereiter, der südkoreanische Schauspieler Jung Il Woo, der das Getränk während einer Fernsehsendung zusammengemischt hatte – es erinnere ihn an eine Süßigkeit aus Karamell namens Dalgona. So war der Name geboren und der Grundstein für den Erfolg gelegt.

Nächste Zutat: Jemand, der ein leicht nachzumachendes Rezept ins Internet stellt. Im Falle des Dalgona war das Hannah Cho, eine TikTok-Userin, die in einem nur 15-sekündigen Video zeigt, wie sie das Getränk zubereitet. Das Video wurde mehr als 13 Millionen Mal angesehen.

@imhannahchoyes i hand whisked this whipped coffee for like 20 mins bc my mommy wanted to try it 👻 she loved it!! (달고나 커피) ##korean ##fyp ##aesthetic♬ Put your head on my shoulder cover by karlo – karlogutierrez

Zutat Nummer drei: Alle machen es nach. Und zeigen es auf Social Media. Auf Instagram finden sich schon fast 400.000 Posts zu #dalgonacoffee.

Aber was genau ist drin?

Nach einem populären YouTube-Rezept braucht man für zwei Gläser Dalgona folgende Zutaten: zwei Esslöffel Kaffeegranulat, zwei Esslöffel Zucker und zwei Esslöffel heißes Wasser. Die Zutaten werden mit einem Mixer so lange vermengt, bis sie eine cremige Konsistenz erreicht haben. Dieser aufgeschlagene Kaffee wird dann in ein Glas mit kalter Milch und Eiswürfeln gegeben:

Wie schon gesagt, wir sind geschmacklich skeptisch, aber vielleicht sind wir kaffeetechnisch auch zu engstirnig. Denn der Dalgona-Coffee mag ein neuer Trend sein, ein Getränk aus aufgeschlagenem Instant-Kaffee ist es nicht. Denn diese Art des aufgeschlagenen Kaffees gibt es nicht nur schon viel länger, er ist auch in etlichen anderen Ländern populär. So wird der sogenannte Indian Cappuccino ganz ähnlich zubereitet (nur wird der Kaffee dann auf warme Milch gegossen) und auch in Kuba wird Café Cubano zubereitet, für den ein paar Tropfen Espresso mit Zucker aufgeschlagen und dann auf das Getränk gegeben werden. Auch beim griechischen Frappé wird zunächst Instantkaffee mit Wasser vermischt und das Ganze dann mit Eis und Milch aufgegossen.

Nichts wirklich Neues also, aber vielleicht schmeckt er ja doch. Wir trauen uns nicht, mögt ihr berichten?

gw