Darum solltest du dieses Wochenende Vögel zählen

Der Naturschutzbund Deutschland ruft zum kollektiven Vogel-Zählen auf – und will so neue Erkenntnisse gewinnen. Und ihr könnt helfen!

Dieses Wochenende findet die "Stunde der Wintervögel" statt.

Dieses Wochenende findet die "Stunde der Wintervögel" statt. © Kyle Szegedi | Unsplash | CC0

Am Wochenende wieder nur Couch und Netflix? Wie wäre es mit was anderem? Vögel zählen zum Beispiel! Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ruft zusammen mit dem bayrischen Landesbund für Vogelschutz (LBV) zur „Stunde der Wintervögel“ auf und bittet Freiwillige um Unterstützung.

Bei der Aktion, die im Zeitraum vom 05.-07. Januar stattfindet, geht es darum, alle Wintervögel in Deutschland zu zählen und somit Daten über sie zu sammeln. Bereits zum achten Mal ruft NABU zum Zählen auf. Mitmachen kann jede*r: Ihr müsst euch lediglich einen Platz suchen, der zum Vögel-Beobachten geeignet ist – zum Beispiel einen Balkon oder Garten – und dann die höchste Zahl an Vögeln einer Art notieren, welche ihr binnen einer Stunde gleichzeitig beobachten konntet. Auf diese Weise werden Doppelzählungen vermieden.

Für all diejenigen, die nicht jede Vogelart am Zwitschern erkennen können, gibt es einen Flyer mit einem Überblick der häufigsten Vogelarten als Hilfestellung. Nachdem ihr die Vögel beobachtet und gezählt habt, könnt ihr die Zahlen auf der offiziellen Aktions-Website melden. Seit heute darf fröhlich dokumentiert werden. Online könnt ihr in einer Art Liveticker die aktuellen Zählungsergebnisse beobachten.

Alle Vög’lein sind schon da

NABU möchte mithilfe der Zählung mehr über die Vögel in Erfahrung bringen. Denn wenn man erst mal weiß, wo welche Vogelarten wie häufig vorkommen, kann sich der Naturschutzbund auch besser und vor allem gezielter für deren Schutz einsetzen. Der Vogelexperte von NABU Baden-Württemberg, Stefan Bosch, erklärt gegenüber Deutschlandfunk: „Die Aktion ist insofern interessant, je länger sie läuft. Je mehr Daten wir aus verschiedenen Jahren haben, um so eher kann man Trends aufzeigen.“ Die Aktion funktioniert also ein bisschen wie eine Langzeitstudie, die darüber Auskunft gibt, welche Vogelarten sich zur Winterzeit in Deutschland aufhalten.

Außerdem lassen sich mithilfe der Zählung auch Erkenntnisse darüber gewinnen, inwiefern Krankheitserreger den Vogelbeständen schaden. Bosch führt aus: „Es geht bei der Aktion um die Vögel im Siedlungsraum, also Vögel in Dörfern, in Städten, in Parkanalgen, in Gärten, auf Friedhöfen. Wir wollen keine Vögel in der Feldflur oder im Wald zählen, sondern nur im Siedlungsbereich.“

[Außerdem bei ze.tt: Wenn wir uns nicht zusammenreißen, sterben diese Tiere aus]

Im vergangenen Jahr nahmen laut Angaben von NABU mehr als 124.000 Freiwillige teil und es gingen über 2.800.000 Vogel-Meldungen aus knapp 82.000 Gärten und Parks bei NABU ein. Bosch verrät, dass man sich dieses Jahr noch mehr Beteiligung erhofft: „Da fehlt uns noch ein bisschen das Material, deshalb brauchen wir noch mehr Teilnehmer, in Amerika oder England, da nehmen Millionen Leute teil und wir freuen uns, wenn es über 100.000 sind.“

Also worauf wartet ihr noch? Wenn die Folge eurer aktuellen Lieblingsserie vorbei ist, schnappt euch Jacke und Schal und dann nichts wie raus und Vögel zählen. Ist ja schließlich für den guten Zweck!