Das erste Unterwasser-Graffiti macht auf das weltweite Korallensterben aufmerksam

Die Berliner Sprayercrew 1 Up hat mit Umweltaktivist*innen auf Bali ein Gitternetz ins Wasser gesetzt, auf dem sich Korallen niederlassen. Die Tiere sind massiv vom Aussterben bedroht.

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Etwa die Hälfte aller Korallenriffe hat die Welt in den vergangenen 30 Jahren schon verloren. Foto: Facebook / 1 Up Crew

Es ist eine einzigartige Aktion mit einem sehr ernsten Hintergrund: Die Berliner Graffiti-Crew 1 Up hat vor der indonesischen Insel Nusa Penida auf Bali ein Gitternetz im Meer installiert, auf dem sich Korallen niedergelassen haben. An der Aktion waren außerdem die Organisationen Coral Guardian, Alpacasore und PangeaSeed Foundation beteiligt. Letztere hat sich dem Schutz der Meere und dem Erhalt von Korallenriffen verschrieben und die Künstler*innen zur Aktion eingeladen.

Korallen sind vom Aussterben bedroht. Dafür wollen die Künstler*innen und Aktivist*innen sensibilisieren. Wissenschaftler*innen schätzen, dass in den vergangenen 30 Jahren bereits die Hälfte der weltweiten Korallenbestände verloren gegangen ist. Besonders dramatisch ist die Lage am Great Barrier Reef vor der Nordküste Australiens, mit einer Fläche von rund 350.000 Quadratkilometern das größte Korallenriff der Welt. Australische Biolog*innen haben den Zustand erst kürzlich detailliert untersucht. Das Ergebnis: Vor allem die steigende Wassertemperatur lässt die Korallen erbleichen.

Das Aussterben der Korallen ist menschengemacht

Korallen sind lebende Organismen und gehören zu den Nesseltieren. Sie sind sehr widerstandsfähig, verlieren aber bei anhaltendem Stress ihre Farbe. Ein Stressfaktor ist, wie die Forscher*innen herausfanden, Hitze. Wenn das Wasser zu warm ist, produzieren die Algen, die die Korallen sonst mit Nahrung versorgen, giftige Moleküle. Um sich davor zu schützen, stoßen die Korallen die Algen ab. Da ihnen nun die Nahrung fehlt, produzieren sie keinen Kalk mehr und verlieren ihre Farbe.

Einige Wochen bis Monate können Korallen so überdauern. Sind die Wassertemperaturen aber dauerhaft zu hoch, sterben sie ab. Wissenschaftler*innen schätzen, dass bis 2050 etwa 90 Prozent aller Korallen verschwunden sein könnten. Da Korallenriffe vielen Meereslebewesen Schutz und Nahrung bieten, ist mit ihrem Sterben auch die Artenvielfalt in unseren Ozeanen gefährdet.

Hitze ist nicht der einzige Faktor, der Korallen bedroht. Hinzu kommt Überfischung, denn Fische fressen die Schwämme auf den Korallen, mit denen diese um Lebensraum konkurrieren. Auch Inhaltsstoffe von Kosmetika, insbesondere von Sonnencreme, und Plastik sind für Korallen extrem schädlich. Das Sterben der Korallen ist damit immer auf eines zurückzuführen: den Menschen.

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