Das ist der kognitive Test, von dem Trump erzählt, er sei so gut darin gewesen

In einem Interview mit Fox News prahlt US-Präsident Trump einmal mehr damit, alle Fragen eines Kognitionstests richtig beantwortet zu haben. Kann er darauf wirklich stolz sein?

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Donald Trump rühmt sich damit verschiedene Tiere benennen zu können. Foto: Brendan Smialowski / AFP via Getty Images, Screenshot: Montreal Cognitive Assessment

Donald Trump hat erneut versucht, Zweifel an seiner gedanklichen Fitness zu zerstreuen. In einem Interview mit dem US-amerikanischen Sender Fox News berichtete er von einem entsprechenden Test. Ein Ausschnitt aus diesem Interview wird zurzeit vielfach auf Twitter geteilt.

An den Namen des Tests kann sich Trump in dem Interview zwar nicht erinnern. Aber er habe ihn mit 30 von 30 Punkten abgeschlossen. „Die ersten Fragen sind sehr einfach. Die letzten Fragen sind viel schwieriger. Wie Gedächtnisfragen.“ Ausführlich beschreibt er eine Beispielaufgabe. Er habe sich die Folge „Person, Frau, Mann, Kamera, Fernseher“ merken müssen. „Zehn Minuten, 15, 20 Minuten“ später sei er vom Arzt gefragt worden, ob er sich noch an diese Folge erinnern könne.

„Person. Frau. Mann. Kamera. Fernseher“, betete Donald Trump seinem Gegenüber – Marc K. Siegel, Medizinprofessor an der New York University und Analytiker bei Fox News – in dem Interview repetitiv vor. „Sie haben gesagt, niemand bekommt die Reihenfolge hin“, sagte Trump. „Es ist tatsächlich nicht einfach, aber für mich ist es einfach.“

Der MoCA-Test ist kein Intelligenztest

Bereits in früheren Interviews mit Fox News, der für seine Trump-Treue bekannt ist, erwähnte der US-Präsident die Übungen, sowohl im Gespräch mit dem Moderator Sean Hannity als auch im Interview mit dem Journalisten Chris Wallace hat Trump mit seinem Testergebnis geprahlt. Die Erwähnung seiner Testergebnisse gehen bei Trump immer auch mit einer Abwertung des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden einher. Trump, 74 Jahre alt, zweifelte an, dass der drei Jahre ältere Biden noch fit genug für das Amt des Präsidenten sei. „Ich finde, Joe sollte diesen Test machen, weil etwas mit ihm nicht in Ordnung ist“, so Trumps Einschätzung.

Bei dem Test handelt es sich um den sogenannten MoCA-Test (Montreal-Cognitive-Assessment). Er ist 1996 von Ziad Nasreddine im kanadischen Montreal entwickelt worden. Auf Twitter schreibt ein Psychiater, der die Übungen regelmäßig mit seinen Patient*innen macht: „Der MoCA-Test wird nur dann angewendet, wenn Ihr Arzt einen Demenzverdacht hat.“

Der MoCA-Test wird mit Patient*innen durchgegangen, die auffallende kognitive Defizite zeigen, etwa bei einer Demenzkrankung oder nach einem Schlaganfall. Teilnehmer*innen des Testes müssen unter anderem einen Elefanten und ein Krokodil erkennen können sowie ein Ziffernblatt zeichnen, das die Uhrzeit zehn nach neun anzeigt. Der Test umfasst einen Din-A4-Bogen, die durchschnittliche Bearbeitungszeit dauert zehn Minuten. Hier kannst du dir den Testbogen ansehen (Pdf).

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