Dieser Wahlmann aus Texas stellt sich gegen Trump – und er ist nicht allein

Dieser Wahlmann aus Texas stimmt gegen Donald Trump. Und er ist nicht der einzige. Wird die Vereidigung des designierten 45. Präsidenten doch noch verhindert?

Christopher Suprun

Christopher Suprun will am 19. Dezember Trump nicht seine Stimme geben © Christopher Suprun

„Ich schulde keiner Partei etwas. Ich schulde es meinen Kindern, ihnen eine Nation zu hinterlassen, der sie vertrauen können.“ – Christopher Suprun

Am 19. Dezember werden die 538 Mitglieder des Wahlmännerkollegiums Donald Trump als 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten bestätigen. So zumindest ist es vorgesehen. Doch es regt sich zunehmend Widerstand in ihren Reihen.

Der Texaner, ehemalige Feuerwehrmann und Republikaner Christopher Suprun hat in diesem Text in der New York Times eindrücklich erklärt, warum er Trump auf keinen Fall seine Stimme geben wird. In seiner Begründung kritisiert er unter anderem Trumps mangelnde Außenpolitik-Erfahrung, seine Unkenntnis und Respektlosigkeit gegenüber der Verfassung, seine ständigen Twitter-Ausfälle, seine umstrittenen Personalentscheidungen, geschäftliche Interessenskonflikte und seinen Populismus. Das, was Donald Trump tut und wofür er steht, ist nicht normal.

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Ein anderer texanischer Republikaner, Art Sisneros, ist aus Gewissensgründen lieber von seiner Aufgabe zurückgetreten, Donald Trump als Präsident zu bestätigen. Demokratische Wahlmänner haben sogar eine Kampagne gestartet, um andere Wahlmänner und -frauen davon zu überzeugen, nicht für Trump zu stimmen.

Und auch die 19-jährige Levi Guerra versagt Trump ihre Unterstützung. „Ich bin erst neunzehn und das ist das erste Mal, dass ich in Politik involviert bin, aber ich hoffe, meine Bereitschaft, mein Land über meine Partei zu stellen, wird zeigen, dass Amerika meiner Generation am Herzen liegt.“

In vielen der US-Bundesstaaten besteht übrigens keine rechtliche Verpflichtung, für den*die Kandidat*in der eigenen Partei zu stimmen; in anderen sind die Strafen dafür vergleichsweise gering. Bisher ist es in der amerikanischen Geschichte auch noch nie passiert, dass die Abstimmung im Wahlmännerkollegium einen Präsidenten nicht bestätigt hat. Nah dran war es 1836, als zahlreiche Wahlmänner nicht für den Vizepräsidenten Richard Mentor Johnson stimmen wollten; da jedoch Martin Van Burens Präsidentschaft damals nicht zur Debatte stand, ging auch Johnson als Vize mit durch.

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Wer wäre die Alternative?

Die Wahlmänner- und frauen beziehen sich mit ihrem Widerstand auf US-Gründervater Alexander Hamilton, der gesagt hat: „Das Wahlmännerkollegium bietet eine moralische Gewissheit, dass das Amt des Präsidenten niemals in die Hände eines Mannes gelangt, der nicht mit den erforderlichen Qualifikationen ausgestattet ist.“

Sie hoffen, genug Gegenstimmen zu finden und eine Alternative zu Trump aufstellen zu können. Weil es mehr republikanische als demokratische Wahlmänner- und frauen gibt, müsste diese Alternative wahrscheinlich Republikaner sein. Diskutiert werden unter anderem angeblich Mitt Romney, Condoleeza Rice und Michael Bloomberg.

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Der Kandidat, der 270 oder mehr Stimmen des Wahlkollegiums bekommt, wird Präsident. Bisher steht das Verhältnis 306 (Trump) zu 232 (Clinton). Es fehlen also 38 Menschen, die gegen Trump stimmen.

Christopher Suprun ist einer davon.

„Die Wahl des nächsten Präsidenten ist noch keine beschlossene Sache. Wahlmänner mit Gewissen können immer noch das Richtige für unser Land tun (…)“, schreibt er. Und sagt auch: „Vor fünfzehn Jahren schwor ich einen Eid, mein Land und die Verfassung gegen alle Feinde aus dem In- und Ausland zu verteidigen. Am 19. Dezember werde ich es wieder tun.“