Das ist die Werbelüge des Jahres 2019

Foodwatch hat den Negativpreis Goldener Windbeutel für die dreisteste Werbelüge des Jahres vergeben. Das Ergebnis ist so eindeutig wie nie zuvor.

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Dieses Jahr bekam ein Produkt von Zwergenwiese den Goldenen Windbeutel. Foto: Foodwatch

Welches Produkt hält nicht, was es verspricht? Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat dieses Jahr wieder fünf Produkte für den Negativpreis Goldener Windbeutel nominiert, jetzt steht das Ergebnis fest. Fast 70.000 Leute nahmen an der Abstimmung über die größte Werbelüge des Jahres teil und entschieden so eindeutig wie nie zuvor: Die Kinder-Tomatensauce des Bio-Herstellers Zwergenwiese ist die Werbelüge des Jahres 2019, denn sie enthält doppelt so viel Zucker wie die Sauce für Erwachsene. Dabei empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Saucen für Kinder gar keinen Zucker zuzusetzen. Der Bio-Hersteller wehrte sich mit der Begründung, dass es sich nicht um zugesetzten Kristallzucker handle, sondern Apfeldicksaft. Doch die WHO definiert auch Zucker aus Fruchtsaftkonzentraten als zugesetzten Zucker.

Auf Platz zwei landete Yakult Original von Yakult, laut Foodwatch „verdünnte Milch und nutzlose Bakterien für 8,40 Euro pro Liter.“ Der dritte Platz ging an 100% Bio Direktsaft Karotte von Hipp, der seit April in einer kleineren Verpackung, aber zu einem deutlich teureren Preis angeboten wird. Die Wasabi Erdnüsse von Rewe Beste Wahl, die nur 0,003 Prozent Wasabi enthalten, belegten den vierten Platz. Für Corny Protein Lower Carb von Schwartau, der sich sportlich gibt, aber zu einem Viertel aus Zucker besteht, stimmten die wenigsten Leute ab.

Babynahrung enthält nicht zum ersten Mal zu viel Zucker

Mit der Wahl des Goldenen Windbeutels ruft Foodwatch Verbraucher*innen dazu auf, sich gegen Etikettenschwindel und falsche Versprechen zu wehren. In den vergangenen Jahren ging er unter anderem an das Smartwater von Coca Cola (2018), das siebenmal so viel kostete wie herkömmliches Wasser, und an Alete (2017) für einen zuckrigen Babykeks. Babynahrung steht also nicht zum ersten Mal in der Kritik, doch eines ist dieses Jahr anders: Als erster Hersteller überhaupt nahm Zwergenwiese den Negativpreis an und versprach eine Rezepturänderung.

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