„Das ist nicht mein Chemnitz“: Was junge Menschen über ihre Stadt sagen

Junge Menschen in Chemnitz haben Angst. Gleichzeitig wünschen sie sich keinen Stempel für ihre Stadt, sondern Solidarität mit denen, die sich Rassismus und Gewalt entgegenstellen.

„Mein Zuhause soll ein Ort sein, an dem Menschen keine Angst haben müssen“, sagt Kristin. Die 29-Jährige ist eine von vielen jungen Chemnitzer Stimmen, die uns erzählt haben, wie es ihnen gerade geht. In der ostdeutschen Stadt, die nach den Ausschreitungen Symbolbild für Rassismus in Deutschland geworden ist.

Alle Interviewpartner*innen sprechen von Angst, fast alle haben Angst. Gleichzeitig wünschen sie sich für ihre Stadt keinen Stempel. „Solidarität mit allen Chemnitzer*innen, die sich Rassismus und Gewalt entgegenstellen“, so lautet ein Wunsch von Kristin. Auf Instagram spricht sie über ihren Alltag in Chemnitz – und über den alltäglichen Rassismus. Dabei folgen ihr immer mehr Menschen, stellen Fragen, kommen mit ihr ins Gespräch. Ihre Motivation für die digitale Aufklärungsarbeit ist gleichzeitig auch ihr Wunsch an die Menschen in ihrer Stadt: „Wir müssen miteinander reden.“

In Chemnitz möchten das allerdings nicht alle. Außer den Menschen, die im Video zu sehen sind, haben wir auch andere angesprochen. Ihre Reaktion auf die freundliche Bitte um ein Interview: „Halt die Fresse“ oder „Pack das scheiß Mikro weg“. An einem Dialog sind in Chemnitz nicht alle interessiert.