Das ist von der Berliner Mauer übrig geblieben

Heute vor 57 Jahren begann der Mauerbau zwischen Ost- und Westdeutschland. Wir haben mal geschaut, was von der Berliner Mauer übrig geblieben ist.

Am 13. August 1961, also genau vor 57 Jahren, begannen die Bauarbeiten an der Mauer, die Ost- und Westdeutschland bis 1989 in die Bundesrepublik Deutschland, (BRD) und die Deutsch Demokratische Republik (DDR) teilte. Zum Jahrestag des Mauerbaus finden heute zahlreiche Gedenkveranstaltungen statt, so werden an der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen zum Beispiel öffentliche Sonderführungen angeboten. Außerdem fand am Vormittag um 10:30 Uhr eine zentrale Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße statt, wo den Menschen, die an der Mauer ihr Leben verloren, gedacht wurde.

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Der Mauerbau wurde 1961 unter der SED-Führung beschlossen – und das obwohl am 15. Juni 1961, also knapp zwei Monate vor Beginn des Mauerbaus, das wohl bekannteste Politikerzitat Deutschlands fiel: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!„, verkündete der damalige DDR-Staats- und Parteichef Walter Ulbricht auf einer Pressekonferenz. Doch das war offensichtlich eine Lüge: Um zu verhindern, dass Tausende über Berlin in den Westen flohen, wurde dann die Mauer errichtet und trennte BRD und DDR 28 Jahre lang. Bis 1989 die friedliche Revolution in der DDR den Mauerfall bewirkte.

Die Mauer war 156 Kilometer lang

Wer zur Zeit der Teilung versuchte, über die innerdeutsche Grenze oder die Berliner Mauer zu fliehen, riskierte sein*ihr Leben: Die Mauer wurde von Soldat*innen bewacht, welche den Befehl hatten, auf Flüchtende zu schießen, sofern sie diese nicht auf andere Weise von der Flucht abhalten konnten. Laut Informationen der Berliner Mauer Gedenkstätte verloren mehrere hundert Menschen an der DDR-Grenze ihr Leben, von Beginn des Mauerbaus 1961 bis zu ihrem Fall 1989 wurden allein an der Berliner Mauer 90 Personen von Grenzsoldat*innen erschossen.

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Auf der Webseite Chronik der Mauer wird genau beschrieben, was sich am 13. August 1961, dem Tag des Mauerbaus, eigentlich abspielte: Volkspolizist*innen riegelten die Grenzen zur sowjetischen Besetzungszone ab, die Straßen Berlins wurden aufgerissen, massive Betonpfähle wurden in den Boden gerammt, Stacheldraht wurde verlegt. In den darauf folgenden Wochen und Monaten wurde die Mauer mit einer Länge von insgesamt 156,5 Kilometern durch Berlin und um ganz Westberlin gezogen, sodass eine Flucht von Ost- nach Westberlin geradezu unmöglich wurde.

Die Mauer heute

Heute sind von der bis zu vier Meter hohen Berliner Mauer nur noch Bruchstücke übrig, viele davon mit Graffiti beschmiert. Tausende Tourist*innen kommen nach Berlin, posieren für Selfies oder Gruppenfotos vor den mittlerweile bunten Überbleibseln der Mauer.

Die Webseite der Stadt Berlin fasst diese Orte zusammen: Unter anderem am Reichstag, am Brandenburger Tor, am Potsdamer Platz, am Checkpoint Charlie, auf der Museumsinsel und an der East Side Gallery können einzelne Mauerstücke besichtigt werden. Sie wurden zum Teil extra zu diesem Zweck dort aufgestellt.

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