Das Netz kritisiert Ivanka Trump für ein mutmaßliches Werbefoto

Die Beraterin und Tochter von US-Präsident Trump steht in der Kritik für ein Foto, auf dem sie eine Dose Bohnen hält. Mit dem Bild verletzt sie eine Ethikregel für Regierungsmitglieder.

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Auch dieses Böhnchen macht ein Tönchen: Ivanka Trump wird für dieses werbliche Foto kritisiert. Screenshot: © @AOC / Twitter, Bearbeitung: © ze.tt

„Wenn es Goya ist, muss es gut sein“, steht auf Englisch und Spanisch im neuesten Tweet von Ivanka Trump. Darunter ist ein Foto von ihr in feinster Shoppingkanal-Pose zu sehen, in der Hand hält sie eine Dose schwarzer Bohnen des US-Lebensmittelherstellers Goya. In den Medien wird der Beraterin und Tochter des US-Präsidenten vorgeworfen, mit ihrem Posting gegen Ethikregeln für US-Regierungsmitarbeiter*innen verstoßen zu haben. Diesen ist es nicht erlaubt, ihr Amt zu nutzen, um sich privat zu bereichern, oder eben Werbung für Produkte zu machen.

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Bei Goya handelt es sich um den größten Hersteller spanischer Lebensmittel in den USA. Vergangene Woche hatte dessen CEO Robert Unanue bei einer Veranstaltung im Weißen Haus bekundet, Trump-Fan zu sein, wie das New York Magazine berichtet. Kritiker*innen des US-Präsidenten hatten anschließend in den sozialen Medien zum Boykott von Goya-Produkten aufgerufen.

„CEO Unanue lobt einen Präsidenten, der Latinos verunglimpft und böswillig angreift, um einen politischen Gewinn zu erzielen. US-Amerikaner sollten zweimal darüber nachdenken, Goya-Produkte zu kaufen“, twitterte der texanische Bürgermeister Julian Castro, der schon Minister unter Obama und Präsidentschaftsbewerber bei den demokratischen Vorwahlen war.

Auch die demokratische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez positionierte sich gegen das Lebensmittelunternehmen. In Anspielung auf die von Goya hergestellte Gewürzmischung Adobo, die in der süd- und mittelamerikanischen Küche gerne genutzt wird, twitterte sie ein eigenes Rezept der Mischung.

„Wenn es Trump ist, muss es korrupt sein“

Auch den Tweet von Ivanka Trump teilte Ocasio-Cortez, versah ihn aber mit einem eigenen Slogan auf spanisch: „Wenn es Trump ist, muss es korrupt sein“ („Si es Trump, tiene que ser corrupto.“) Neben Neuinterpretationen des Goya-Leitspruchs inspirierte Ivanka Trumps Foto die Twitter-Community zu zahlreichen Memes.

Gegenstimmen rufen auf Twitter dazu auf, nun erst recht Goya-Produkte zu kaufen. Mitglieder des Trump-Clans bekundeten ihre Solidarität mit dem Lebensmittelhersteller. Donald Trump Jr. twitterte: „Die linke Mafia will eines der größten hispanischen Unternehmen der USA abschaffen, weil sie erkennen, dass der Präsident große Führungsstärke gezeigt hat? (Nicht sehr geschickt.)“

Der Präsident selbst äußerte zunächst, dass er Goya-Produkte liebe und postete anschließend ein Foto auf Instagram, das dem seiner Tochter in Sachen Werbequalität in nichts nachsteht.

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Verstoßen die Trumps mit ihren Postings tatsächlich gegen die Ethikregel? Ob oder welche Folgen die mutmaßlichen Werbefotos haben werden, ist bisher unklar. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Carolina Hurley, sagte: „Nur die Medien und die Bewegung der cancel culture würden Ivanka dafür kritisieren, dass sie ihre persönliche Unterstützung für ein Unternehmen gezeigt hat, das unfair verspottet und boykottiert wurde, weil es diese Regierung unterstützt hat, die konsequent für die hispanische Gemeinschaft gekämpft und sie unterstützt hat.“

Während des Besuchs von Goya-Chef Unanue unterzeichnete Trump eine Initiative, die Latinx in den USA einen besseren Zugang zu Arbeit und Bildung verschaffen soll. Zuvor hatte Trump bereits Mexikos Staatschef Andrés Manuel López Obrador empfangen. Hat der US-Präsident etwa seine Liebe zu Lateinamerika entdeckt? Wohl eher zu den Stimmen der in den USA wahlberechtigten Latinx, denn die könnten am 3. November entscheidend für eine Wiederwahl Trumps werden.

sz