Das sind die historischen Vorlagen für die irren Kostüme der Met Gala

Auf der Met Gala zeigen sich die Größen der Mode-, Film- und Musikszene in den ausgefallensten Outfits. Ein Instagram-Account zeigt die historischen Vorlagen für die Gewänder.

Das diesjährige Motto der Met Gala lautete: Camp. Collage: ze.tt/TabloidArtHistory/Screenshots

Die Met Gala ist ein New Yorker Großereignis, bei dem regelmäßig die Größen der US-amerikanischen Mode-, Musik-, und Filmbranche zusammenkommen. Der Instagram-Account TabloidArtHistory zeigt, welche Kunstwerke oder Fotografien die Designer*innen der Outfits inspiriert haben.

Die Met Gala, deren offizieller Name eigentlich Costume Institute Gala lautet, ist eine seit 1948 stattfindende Benefizveranstaltung des New Yorker Metropolitan Museum of Arts. Alle Erlöse gehen an das dort angesiedelte Costume Institute. Die Summen, die dem Museum jedes Jahr gespendet werden, sind astronomisch: 2013 kamen 9 Millionen US-Dollar zusammen, 2017 war es eine Rekordsumme von 13,5 Millionen US-Dollar. Seit 1995 steht die Gala unter der Schirmherrschaft der Chefredakteurin der US-amerikanischen Vogue, Anna Wintour.

Die Gala steht jedes Jahr unter einem Motto, das sich an dem Thema der jeweiligen Ausstellung orientiert, die mit der Gala eröffnet wird. Das diesjährige Motto lautete Camp. Die anwesenden Stars und Reichen solidarisierten sich aber keineswegs mit den Geflüchtetencamps weltweit, camp hat im Englischen auch die Bedeutung von „übertrieben“ oder „theatralisch“. Camp bezeichnet außerdem eine bestimmte Ästhetik.

Popkultur-Autorin Stefanie Roenneke erklärt im Deutschlandfunk, was damit gemeint ist: „Es geht grundlegend immer um Übertreibung, beispielsweise in der Aneignung stereotyper weiblicher Verhaltensweisen oder Darstellungsformen durch Männer oder auch Frauen. Oder das Spiel mit Geschmackshierarchien, indem man sich dem zuwendet, was ein schlechter Geschmack ist.“

Camp ist eng verbunden mit der Drag-Szene: „Ein sehr basales Beispiel ist natürlich, dass eine Dragqueen per se nicht camp sein muss, gerade wenn es um Perfektionierung und Vollendung geht. Aber dieser campy Effekt kann entstehen, wenn es betont theatralisch und humorvoll überzogen wird, womit dann mit dieser Mann-und-Frau-Dualität gespielt wird, auf diese verwiesen wird und nach außen erkennbar wird.“

Etwa 600 Personen nahmen an der Veranstaltung teil. Für eingeladene Gäste ist der Eintritt zur Gala umsonst, für alle anderen liegen die Ticketpreise bei etwa 35.000 US-Dollar, wobei eine Tischreservierung zwischen 200.000 und 300.000 US-Dollar kostet.