Das waren die fünf interessantesten Speisen und Getränke auf der Berlin Food Week

Schwarze Pommes, Gin mit Apfelsinenblüten und Süßholz-Basilikum-Schokolade: 60 Food-Start-ups haben in Berlin ihre neue Essenstrends vorgestellt. Unsere Autorin hat alle probiert. Hier sind ihre fünf Highlights.

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Kohle? Pommes! Foto: Frittenlove / Instagram

Bereits zum fünften Mal kamen Restaurants und Start-ups aus der Nahrungsmittelbranche in der Shoppingmall Bikini Berlin zusammen, um Interessierten zu zeigen, was auf dem Teller und im Glas alles möglich ist. Ich habe mir alle 60 Stände angesehen, um so viele Köstlichkeiten wie nur möglich zu probieren. Dabei haben ganz ungewöhnliche Kreationen meine Geschmacksnerven auf eine Entdeckungsreise geschickt. Aber vor allem die folgenden Speisen und Getränke fand ich außergewöhnlich:

Einmal schwarze Pommes, bitte!

Wenn Pommes schwarz werden, ist das meist ein schlechtes Zeichen. Deshalb war mir ein wenig unwohl, als ich schwarze Pommes bestellte, die mich an ein Stück Holzkohle erinnerten. Mir wurde aber versichert, dass die Kartoffelteilchen nicht angebrannt sind, sondern mit Pflanzenasche gefärbt wurden. Ich schloss die Augen, um mich nicht von der Farbe ablenken zu lassen. Der Geschmack war unerwartet trüffelig, was an dem beigefügten Trüffelöl liegt. Ich finde diese Kreation interessant und witzig, würde aber beim goldgelben Klassiker bleiben. Schwarz ist einfach nicht die appetitanregendste Farbe.

Hotdogs mit Ente, Weißwurst oder Wasabinüssen

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Hotdog mit Birne Foto: © Stefanie Laufs

Ob nach einem Ikea-Besuch oder in New York am Straßenimbiss – der US-amerikanische Hotdog ist ein beliebter Snack für zwischendurch. Auf der Berlin Food Week habe ich das Streetfood allerdings in ganz neuen Interpretationen kennengelernt, die in ausgefallenen Namen wie Octopussy, Kim Jong und Porkinator daherkommen. Dahinter verbergen sich Hotdog-Variationen mit Oktopus, Kimchi oder Kräutersau und ich war zugegebenermaßen skeptisch, ob das wirklich schmeckt. Ich entschied mich für den French Bull Dawg mit Walnussbrot, Gorgonzola, Birne und Merguez. Lecker ist die Kreation schon, allerdings würde ich das nächste Mal wieder zum Klassiker greifen.

Lobster Rolls – Schalentier trifft Streetfood

Hummer im Brot Foto: © Stefanie Laufs

Hummer im Brötchen klingt erst mal komisch, da das Schalentier in Deutschland ja eher als Delikatesse bekannt ist. Aber lecker sah die Lobster Roll schon aus, bei der es sich um ein mit Hummerfleisch gefülltes Brioche- oder Baguette-Brötchen handelt, das je nach Gusto noch mit Mayonnaise oder flüssiger Butter abgeschmeckt wird und in den USA ein angesagtes Streetfood ist. Ich entschied mich für eine Lobster Roll mit Trüffelmayo, Römersalat, Limette und Frühlingszwiebel und war positiv überrascht. Das Hummerfleisch war zart und nicht zu fischig. Der Römersalat machte es knackig und die Limette gab einen Spritzer Frische. Ob sich die Lobster Roll aufgrund des Preises von immerhin 15 Euro auch in Deutschland als Streefood-Trend durchsetzen wird, ist aber eher unwahrscheinlich.

Schokolade in ausgefallenen Variationen

Ich bin ein Chocoholic und musste mich deshalb durch so einige Schokoladenstände schlemmen. Besonders fasziniert war ich von ausgefallenen Pralinenkreationen mit Basilikum-Süßholz, Zitronengras-Szechuanpfeffer, Rotwein-Tamarinde oder brauner Butter. Die kleinen Teilchen haben eine Schokoladenhülle und einen weichen, teils geleeartigen Kern. Mehr als vier Stücke schafft man leider nicht, da die Pralinen sehr mächtig sind. Aber man soll diese im besten Fall auch nicht verschlingen, sondern genießen.

Gintastic – Gin mit Ingwer und Apfelsinenblüten

Aus Erfahrung weiß ich, Gin ist nicht gleich Gin. Auf der Berlin Food Week haben sich gleich mehrere Gin-Brennereien vorgestellt und nur eine hat meinen Geschmack getroffen. Neben dem klassischen Wacholder finden nämlich auch Ingwer und Apfelsinenblüten ihren Weg in die hübschen Glasfläschchen. Serviert als klassischer Gin Tonic, schmeckt der Drink herrlich herb-frisch. Aber auch pur hat der Gin prima geschmeckt.