Demonstrierende in Bristol versenken Sklavenhändler-Statue im Wasser

Bei einer Anti-Rassismus-Demonstration haben Teilnehmer*innen die Statue des Sklavenhändlers Edward Colston vom Sockel gerissen und ins Wasser geworfen. Sie war seit längerem umstritten.

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Ab ins Wasser. Foto: © Wikipedia / CC0

Die Demonstrierenden in Bristol, England, jubelten laut, als die Statue des Sklavenhändlers Edward Colston im Wasser landete. Bei einem Anti-Rassismus-Protest, zu dem nach Angaben der Polizei etwa 10.000 Menschen zusammenkamen, hatten Teilnehmende sie zunächst von ihrem Sockel geholt. Einige von ihnen knieten rund acht Minuten auf dem Hals der Statue und erinnerten damit an den Tod des US-Afroamerikaners George Floyd. Anschließend rollten sie das Denkmal Richtung Hafen. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Sachbeschädigung angekündigt.

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Der englische Sklavenhändler Edward Colston arbeitete im 17. Jahrhundert für die Königlich-Afrikanische Gesellschaft, die jährlich rund 5.000 Menschen versklavte. Gleichzeitig spendete Colston Geld an Schulen und Krankenhäuser, weshalb bis heute beispielsweise auch die Colston Hall, Bristols größte Konzerthalle, seinen Namen trägt.

Statue war seit Längerem umstritten

Die britische Innenministerin Priti Patel bewertete das Vorgehen der Demonstrierenden in Bristol als „zutiefst schändlich“. „Das ist ein völlig inakzeptabler Akt“, sagte sie dem Sender Sky News.

Bristols Bürgermeister Marvin Rees wies jedoch darauf hin, dass die 1895 errichtete Statue bereits seit Jahren kontrovers diskutiert wurde: „Es ist wichtig, denjenigen zuzuhören, für die sie ein Affront gegen die Menschheit gewesen ist.“ Bereits vor den Protesten hatten 11.000 Bürger*innen eine Petition unterzeichnet, die forderte, die Statue zu entfernen.

Clive Lewis, Abgeordneter der oppositionellen Labour-Partei, unterstützte das Vorgehen ebenfalls. Er schrieb auf Twitter: „Jemand, der für unermessliches Blut und Leid verantwortlich ist. Wir werden den strukturellen Rassismus nie lösen, solange wir unsere Geschichte in ihrer ganzen Komplexität nicht in den Griff bekommen.“

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Viele Nutzer*innen stellen in dem sozialen Netzwerk daraufhin die Frage, wie dementsprechend mit anderen Denkmalen auf der Welt umgegangen werden sollte: „Auch abreißen und zerstören?“

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Zufall?

Die Stelle, an der die Demonstrierenden die Statue ins Wasser schmissen, hat fast symbolischen Charakter: Edward Colton liegt nun nahe der Pero’s Bridge, benannt nach einem versklavten Mann, der im 18. Jahrhundert lebte. Auf Google Maps ist das Denkmal bereits an seinem neuen Standort verzeichnet.

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