Der BER wird zwölf Jahre alt: Das sind die skurrilsten Pannen des Berliner Flughafens

Heute vor zwölf Jahren erfolgte der Spatenstich für den neuen Berliner Flughafen BER. Wir gratulieren mit einem kleinen Rückblick auf seine besten Pannen.

Heute vor zwölf Jahren erfolgte der Spatenstich für den neuen Berliner Flughafen BER. Wir gratulieren mit einem kleinen Rückblick.

Der BER ist auch zwölf Jahre nach dem Spatenstich nicht in Betrieb. Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Der 5. September ist ein geschichtsträchtiges Datum: 1936 endete der erste Atlantik-Alleinflug von Ost nach West mit einer Bruchlandung – und, oh wie passend, am 5.September 2006 erfolgte der obligatorische Spatenstich für den Bau des Flughafens Berlin-Brandenburg (BER), durch den damals amtierenden Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit, den damaligen Ministerpräsident Brandenburgs Matthias Platzeck sowie die damaligen Geschäftsführer des BER. Der Eröffnungstermin war für November 2011 geplant.

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Bekanntlich kam ja alles anders, und der Flughafen, der Deutschlands Hauptstadt endlich zu einem Knotenpunkt des internationalen Luftverkehrs machen sollte, entwickelte sich immer mehr zur „ewigen Baustelle“ und so zum absoluten „Pannen-Flughafen.“ Zwölf Jahre nach dem Spatenstich und fast sieben Jahre nach dem ersten geplanten Eröffnungstermin müssen Reisende noch immer auf die anderen beiden Stadtflughäfen Tegel und Schönefeld ausweichen.

Im Oktober 2020 soll es losgehen

Der Eröffnungstermin wurde bereits mehrere Male verschoben, die Gründe dafür sind vielfältig: mal ging eine der Planungsfirmen pleite, mal wurden Mängel beim Brandschutz festgestellt, mal gab es zu wenig Kapazitäten im Check-in-Bereich, mal wurden die Entrauchungsanlagen des Flughafens nicht richtig bemessen … Auch personelle Wechsel gab es einige, unter anderem auf der Führungsebene: Geschäftsführer Rainer Schwarz wurde von Hartmut Mehdorn abgelöst, der wiederum von Karsten Mühlenfeld abgelöst wurde, der wiederum 2017 vom aktuellen Chef Engelbert Lütke Daldrup abgelöst wurde – Bäumchen-wechsel-Dich auf der Chef-Etage.

Lütke Daldrup gab im Dezember 2017 bekannt, dass der Stadtflughafen nun im Oktober 2020 eröffnet werden soll. Bis dahin ist noch viel Zeit und noch mehr Gelegenheit für weitere Pannen, Fehler und Verzögerungen, wie folgende aus den letzten zwölf Jahren:

Aufbauen, abreißen, aufbauen

2016 mussten laut der Tageszeitung Welt 600 Brandschutzwände eingerissen und anschließend erneuert werden, da sie nicht der geltenden Brandschutzverordnung entsprachen.

Geisterfahrt

Der Tagesspiegel berichtet, dass täglich ein leerer Zug den Flughafenbahnhof des BER anfährt. Diese Belüftungsfahrten finden unter anderem dafür statt, dass sich kein Schimmel bildet.

Terminal für AirBerlin ist fertig. Moment mal …

Aktuell ist das Fluggasterminal A schon komplett fertig. Das war ursprünglich exklusiv für die Airline AirBerlin geplant, welche ja bekanntlich im vergangenem Jahr pleite ging.

Brotzeit statt Auszeit

Eine VIP-Lounge wird zurzeit nicht für exklusive Reisende genutzt, sondern für hungrige Mitarbeiter*innen: aus Abfluggate wird Kantine. Auch einige Reinigungskräfte sind auf dem Flughafen unterwegs, denn obwohl niemand fliegt, sollte alles schön sauber sein.

Monitor? So last season!

Auch wenn noch keine Flüge vom BER abgehen, muss die Technik in Stand gehalten werden. 750 Monitoren, die 2012 eingebaut wurden, wurde das nun zum Verhängnis: Nach sechs Jahren am Stromnetz des BERs hatten sie das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und wurden größtenteils entsorgt. Die Kosten hierfür beliefen sich auf etwa 500.000 Euro.

Es kommt nicht auf die Größe an?

Expert*innen sind jetzt schon davon überzeugt, dass der BER die Massen an Reisenden gar nicht abfertigen kann. Außerdem seien zu kurze Rolltreppen verbaut worden und viel zu wenig Parkplätze angelegt.

Gleich und gleich gesellt sich gern

Diese wenigen Parkplätze werden jedoch bereits gut gefüllt: Dort stehen nämlich VW-Neuwagen, die aufgrund laufender Abgastestverfahren noch nicht verkauft werden dürfen.
In diesem Sinne: Alles Gute und auf die nächsten zwölf Jahre!