Deshalb verbietet Großbritannien Plastikteilchen in Duschgel und Zahnpasta

Herstellerfirmen von Drogerieprodukten dürfen in Großbritannien zukünftig keine Mikropartikel mehr verarbeiten. Für die Umwelt ist das ein Fortschritt.

Plastik drin

Plastik drin © Christof Koepsel/Getty Images

Nicht recyceltes Plastik ist umweltschädigend. Jedes Jahr werden Tausende Tonnen an Mikroplastik in unsere Meere gespült. Dort schädigt es die Tier- und Pflanzenwelt. Trotzdem sei ein Gesetz, das die Verwendung von Mikroplastik eindämmt, eines der weltweit am schwersten durchzusetzenden. Das schreibt der britische Independent.

Die bei der Herstellung höchstens fünf Millimeter großen Plastikteilchen kommen immer noch in unseren alltäglichen Pflegeprodukten und Kosmetika vor: als feine Kügelchen in Peelings und Duschgels oder in flüssiger oder gelartiger Form in Shampoos, Make-up, Lippenstiften, Sonnencremes. Sie funktionieren meist als Füll-, Binde- oder Schleifmittel. Da es hinblicklich deren Verwendung keine Kennzeichnungspflicht für die Herstellerfirmen gibt, ist es nahezu unmöglich für Verbraucherinnen herauszufinden, in welcher Form und Größe sie in dem jeweiligen Produkt vorkommen.

Britain first

Großbritannien hat es nun aber geschafft. Zukünftig ist es Herstellern verboten, bei der Produktion von Zahnpasta, Duschgel, Peelings und Co. Plastikpartikel zu verwenden. „Unsere Meere und Ozeane gehören zu unseren wertvollsten Naturgütern und ich bin entschlossen, dieses umweltschädliche Plastik zu bekämpfen, das unsere kostbare Meeresfauna zerstört“, sagt Umweltministerin Thérèse Coffey. Mikropartikel in Drogerieprodukten seien zudem völlig unnötig, in Anbetracht der vielen natürlichen Alternativen.

[Außerdem auf ze.tt: Studie zeigt erstmals, wie viel Plastik es auf der Welt wirklich gibt]

Coffey und britische Umweltorganisationen bezeichnen das Verbot als „Beginn eines neuen Zeitalters“. Dilyana Mihaylova, Projektmanagerin bei der Umweltschutzorganisation Fauna & Flora International: „Wir haben nun diesen wichtigen Meilenstein erreicht und hoffen, dass das Verbot weltweit eine neue Ära im Kampf für sauberere, gesündere Ozeane signalisiert.“

Die britische Regierung versprach bereits im September 2016 ein entsprechendes Gesetzt durchzusetzen. Die neue Ankündigung im Zuge des 25-Jahre-Umweltplans der britischen Regierung. Ein Gesetz, das den Verkauf von Produkten, die Mikoplastik enthalten, verbietet, soll später im Jahr folgen.