Die Videos dieses Zengartens sind perfekt, um zur Ruhe zu kommen

Ihr könnt euch gerade nur schwer entspannen? Dann habt ihr noch nie jemandem dabei zugesehen, wie er oder sie Muster in seinen*ihren Zengarten zaubert.

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Bei den Videos von Yuki Kawae kann man perfekt abschalten. Screenshots: © @yukikawae / Instagram

Ganz langsam fährt der Rechen durch den Sand, ganz gleichmäßig hinterlässt er mehrere parallel verlaufende Spuren. Die nächsten Linien, die Künstler Yuki Kawae durch seinen sogenannten Zengarten zieht, verlaufen kreisförmig um den dunklen Stein in der Mitte des Sandfeldes. Mit jedem weiteren Schritt entsteht ein neues Muster, mit jedem weiterem Schritt versinkt der*die Zuschauer*in mehr in dem meditativen Prozess. Auf Instagram schauen mittlerweile tausende Menschen die entspannenden Videos.

Zum Meditieren gemacht

Dass das Kopfabschalten bei Kawaes Clips so gut funktioniert, liegt in der Natur der Sache. Die ersten japanischen Steingärten (japanisch Kare-san-sui, was übersetzt so viel wie „trockene Landschaft“ bedeutet) entstanden vermutlich im 14. bis 16. Jahrhundert in Kyoto in buddhistischen Tempeln und dienten den Mönchen zur Meditation. Im Deutschen gerne als Zengärten bezeichnet, bestehen sie lediglich aus Kies, Steinen, Felsbrocken und Moos.“Den japanischen Trockenlandschaftsgarten betritt man nicht. Man sieht ihn sich vom Gebäude aus wie ein Gemälde an. Man schweift in ihm nicht mit dem Körper, nur mit dem Geist“, schreibt etwa Autorin Marion Poschmann in DIE ZEIT über ihren Besuch in Japans berühmtem Zengarten Ryoanji in Kyoto. Diese Gärten sollen weniger der Natur ähneln, als ihre Essenz widerspiegeln. Die wellenförmigen Muster in den Kies- oder Sandflächen imitieren das Wasser.

Seinen Indoor-Zengarten hat Kawae selbst gefertigt. „Es ist eine einfach Box-Konstruktion, die ich zu Hause mit wenigen Elektrowerkzeugen gebaut habe. Sie ist 60 mal 180 Zentimeter groß und etwa 15 Zentimeter tief. Der Sand ist einfach feiner Sand wie Strandsand oder fürs Aquarium“, schreibt er auf Instagram. Auch seine Werkzeuge habe er aus Lindenholz selbstgebaut.

Fast täglich filmt er, wie er die unterschiedlichsten Muster in den Sand zaubert: Dreiecke, Kreise, gerade Linien, Rechtecke, Mandalas. Obwohl sein erstes Video dieser Art bereits im November 2019 online ging, scheinen vielen Menschen genau jetzt darin Ruhe zu finden: „Ich habe den Account gefunden, den ich während der Pandemie besonders brauche“, schreibt ein*e User*in.

Kawae selbst will bald eine Anleitung online stellen, wie sich andere einen solchen Garten nachbauen können. Und dann werden sie merken: Solch akkurate Sandgemälde zu zeichnen, ist gar nicht so einfach – es ist tatsächlich eine Kunst.

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