Die Zahl der Tiere auf der Roten Liste ist gestiegen – hier sind fünf Beispiele

Die diesjährige Rote Liste der Weltnaturschutzunion IUCN zeigt, dass die Zahl der gefährdeten Tier- und Pflanzenarten weltweit auf  27.000 gestiegen ist. Es gibt aber auch gute Nachrichten. 

Wir verlieren immer mehr Tier- und Pflanzenarten. Das zeigt auch in diesem Jahr die Rote Liste der bedrohten Arten der Weltnaturschutzunion IUCN, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Während im letzten Jahr noch weniger als 26.000 Tier- und Pflanzenarten bedroht waren, ist die Zahl nun auf fast 27.000 gestiegen. Das sind 10.000 Arten mehr als noch vor zehn Jahren.

Zu den gefährdeten Arten zählen 40 Prozent aller Amphibien, 33 Prozent der Korallenriffe und 31 Prozent der Fische. Insbesondere die Überfischung stelle ein großes Problem für das Ökosystem und somit auch für den Menschen dar, sagte IUCN-Expertin Yvonne Sadovy während der Vorstellung der Liste im schweizerischen Glan: „Der Artenrückgang beeinflusst den Preis von Fisch weltweit erheblich und reduziert die Lebensmittelsicherheit für Millionen Menschen.“ Davon betroffen seien etwa 13 Prozent der Zackenbarsch-Arten weltweit.

Für die Erstellung der Roten Liste werten Expert*innen seit 1963 auf wissenschaftlichen Grundlagen alle relevanten und zugänglichen Daten aus, um herauszufinden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für das Aussterben der jeweiligen Art ist. Die untersuchte Spezies wird dann von „nicht gefährdet“ bis „ausgestorben“ auf einer Bewertungsskala von zehn verschiedenen Stufen eingeordnet.

In diesem Jahr wurden 97.000 Pflanzen- und Tierarten untersucht. Grund zur Freude gibt es etwa bei den Berggorillas, die in Ruanda, Uganda und in der Demokratischen Republik Kongo leben. Waren sie letztes Jahr noch „vom Aussterben bedroht“, sind sie aktuell nur noch „stark gefährdet“. Laut IUCN ist ihre Zahl in den letzten zehn Jahren von 680 auf 1.000 Tiere gestiegen. Zurückzuführen ist das auf den konsequenten Kampf gegen Wilderer und den Schutz der Lebensräume. „Einzelne Erfolge beim Artenschutz dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns in einem dauerhaften, ökologischen Ausnahmezustand befinden“, kommentiert jedoch Christoph Heinrich von der Naturschutzorganisation WWF den Report. „Die weltweite biologische Vielfalt ist durch den Menschen in einem ständigen Krisenmodus gefangen.»

Einige der Tierarten, die weiterhin um ihr Überleben bangen müssen, findet ihr in unserer Galerie.