Diese Band zeigt, wie inklusiv Musik sein kann

Vor fast 30 Jahren gründete der Hamburger Musiker Kai Boysen Station 17, ein Bandprojekt für Menschen mit und ohne Behinderung. Auch wenn heute kein Gründungsmitglied mehr mitspielt, lebt die Idee von inklusiver Musik durch die neunköpfige Band weiter.

Neun Menschen, zwei Busse und ein Proberaum voller Instrumente: Während der Station-17-Gitarrist Nils Kempen das Beladen des weißen Transporters koordiniert, sucht der Sänger und Perkussionist Siyavash Gharibi in den Räumen des Künstlerkollektivs Barner 16 nach seinem Shaker. „Heute spielen wir ein Konzert in Berlin“, sagt Siyavash, „ich hoffe, wir vergessen nichts.“

Trotz jahrelanger Auftrittserfahrung ist die Aufregung an diesem Freitagvormittag groß. Die Band, die sich als gemeinschaftliches Projekt versteht, stellt am Abend ihr neues Album Blick vor. Eine Krautrock-Platte, auf der sie mit Künstler*innen wie Schneider TM oder Andreas Spechtl kooperieren. „Mit unserer neuen Platte sind wir wieder zu unseren Wurzeln zurückgekehrt“, sagt Gitarrist Ernesto Schnettler und erklärt, dass nach ihrer letzten Pop-Platte ihr neues Album wieder experimenteller ist.

[Außerdem auf ze.tt: In dieser Punkband rocken Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam]

Experimenteller bedeutet auch frei improvisiert, erklärt der Bassist Hauke Röh. „Wir sind ohne fertiges Material ins Studio gegangen und haben teilweise vier bis fünf Stunden pure Musik aufgenommen.“ Für ihr neues Album hat sich die Band drei Wochen in einem Studio an der Nordsee einquartiert und mit Gastmusiker*innen Songs aufgenommen. Das, was auf der neuen Platte zu hören ist, sei auch so live entstanden, erklärt Sebastian Stuber, Keyboarder bei Station 17 – ein authentischer Austausch zwischen Gästen und der Band.