Diese Bücher könntet ihr immer wieder lesen

Wir haben euch gefragt, welche literarischen Werke ihr schon öfter gelesen habt. Dabei gibt es einen klaren Favoriten.

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Die Harry-Potter-Bände haben viele von euch bereits mehrmals gelesen. Foto: Thought Catalog / Unsplash | CC0

Ein bereits gelesenes Buch noch mal lesen? Hört sich zunächst wie Zeitverschwendung an. Aber von manchen Geschichten bekommen wir einfach nicht genug. Auf sie greifen wir immer wieder zurück, blättern sie durch, lesen einzelne Passagen oder das ganze Buch erneut und erinnern uns an das Gefühl, das wir beim ersten Lesen hatten. Einige Dinge entdecken wir gar erst beim zweiten oder dritten Mal: Besonders spitzfindige Details, unentdeckte Verbindungen oder Aussagen, die wir zuerst nicht verstanden haben. Es kann sich also lohnen, ein Buch wiederholt in die Hand zu nehmen.

Das zeigen uns auch eure Antworten – wir wollten wissen, welche Bücher ihr mehrmals gelesen habt. Von Kinderbüchern, die euch an sorgenfreie Zeiten erinnern über literarische Werke, aus denen ihr fürs Leben gelernt habt, bis hin zu besonders wärmenden Geschichten – eure Gründe fürs wiederholte Lesen sind vielfältig.

Zurück in die Kindheit

„Michael Endes Die unendliche Geschichte. Das Gefühl, das mir dieses Buch als Kind geschenkt hat, ist einfach unbeschreiblich. Als Kind nahm ich die Geschichte als farbenfrohes, liebevolles, trauriges, kräftezehrendes Abenteuer wahr. Erst später verstand ich die Idee, dass die Fantasie einfach grenzenlos ist und dass Träume nicht immer Träume bleiben müssen. Und dass man auf dem Weg der Selbstfindung nicht immer zufrieden mit dem eigenen Spiegelbild ist. Es ist eins der Bücher, in welches ich ganz und gar abtauche, wenn ich es lese.“

‚Der kleine Prinz‘. Hab ich das erste Mal gelesen als Jugendliche. Als Erwachsene immer wieder. Es wird beschrieben, was ich fühle, und das konnte ich bis zum ersten Mal selbst lesen niemals so klar erkennen oder gar formulieren.

Rumo – Wunder im DunkelnJim Knopf – beide Bücher – und Astrid Lindgrens Ferien auf Saltkrokan. Alle habe ich schon oft gelesen. Bei Rumo finde ich die ausufernde, sehr düstere und blutrünstige Phantasiewelt faszinierend, dennoch siegt am Ende das Gute. Jim Knopf ist einfach eine unglaublich tolle Geschichte, zwischendurch sehr nachdenklich, mit einer tollen Fabelwelt und viel Mut. Und Ferien auf Saltkrokan beschreibt so toll die schwedische Schärenwelt, Kinderspiele in der Natur, eine Erfrischung jedes Mal aufs Neue.“

‚Pelle zieht aus‘ von Astrid Lindgren. Diese Schriftstellerin ist mir ein Vorbild in Sachen Menschenliebe. Und Pelle liebe ich für seine Gefühle und seine Gedanken ganz im Hier und Jetzt.

Abby Lynn – eigentlich ist das ein Teenie-Buch und ich habe es damals mit 14 das erste Mal gelesen und heute fällt das Buch auseinander, weil es so zerlesen ist.“

„Otfried Preußlers Krabat. Gelesen mit 8, mit 18 und mit 34 – hat nichts von seiner Qualität verloren.“

Die zeitlosen Klassiker

„Friedrich Schiller – Maria Stuart. Und jedes Mal fiebere ich auf diesen einen Satz hin: ‘Man kann uns niedrig behandeln, nicht erniedrigen.‘ Immer wenn ich im Unklaren bin, eine andere Sicht auf die Dinge brauche, für andere Positionen Verständnis haben will – ich entdecke immer neue, hilfreiche Inspiration darin.“

‚Siddharta‘ von Hesse. Egal wie oft und in welcher Lebenslage oder in welchem Alter … Für jede Phase so viel Weisheit drin. War das einzige Buch in meinem Leben, das ich direkt zweimal hintereinander gelesen habe … zugeschlagen und vorne wieder aufgeschlagen.

Der Graf von Montechristo. Zeitlos.“

„Bei mir ist es Faust, Goethes Faust. Warum, gute Frage – weil es gut ist, und einen immer wieder bodenständig macht, zumindest mich. Wir sollten zufrieden sein mit dem, was wir haben, und nicht unzufrieden sein, weil wir etwas nicht haben.“

‚Geschlossene Gesellschaft‘ – Jean Paul Sartre. In stressigen Tagen, die voller Hass auf Menschen sind, holt mich das wunderbar wieder auf den Boden zurück.

Narziss und Goldmund von Hermann Hesse. Das Buch regt mich immer wieder zum Nachdenken an und je nach Lebenslage bleibe ich bei unterschiedlichen Absätzen hängen.“

Die drei Musketiere – bestimmt schon 20 Mal gelesen. Es weckt Kindheitserinnerungen. Gleichzeitig entdecke ich als Erwachsener immer neue Details.“

„So ziemlich alles von Jules Verne: Viele Ideen gibt es in der Form heute. Auch lernt man viel über die Träume von damals und das Physik-, Chemie- und Biologieverständnis des 19. Jahrhunderts.“

‚Till Eulenspiegel‘ in der ungekürzten Version: Fäkalhumor vom Feinsten noch vor Charlotte Roche.

Forsyte Saga von John Galsworthy, so oft gelesen, ich kann es gar nicht mehr zählen!“

Fürs Leben gelernt

Regula Benedicti, die Klosterregeln des Heiligen Benedikt. Denn schon vor über 1.000 Jahren wusste der Ordensgründer, wie Betriebe effektiv funktionieren können, was bei der Zusammenarbeit mit Kollegen zu beachten ist und wie Kompetenzen sinnvoll ausgebildet und verteilt werden.“

‚Sexuell verfügbar‘ – Caroline Rosales. Ein Manifest für Gleichberechtigung, gegen Alltagssexismus und für mehr Solidarität unter Frauen.

„Sämtliche Bücher von Derrida. Während er wunderschön schreibt, schafft er es immer wieder, dass ich so viel nicht begreife und mit jedem Lesen verstehe ich doch ein klein wenig mehr, nur um zwei Sätze später wieder alles in Frage zu stellen. Nie war Verzweifeln an Sprache schöner als mit Derrida.“

‚Der kleine Taschenphilosoph‘ – viele kleine, interessante philosophische Texte, die das Leben bereichern.

Medea: Stimmen von Christa Wolf. Ich kann gar nicht wirklich gut beschreiben, warum. Es hilft mir, böse Menschen zu verstehen und gibt mir Kraft, bei mir zu bleiben. Es fasziniert und bewegt mich mich auf mehreren Ebenen, ich finde es sprachlich wundervoll, den Perspektivwechsel (die Stimmen) genial, den Inhalt unfassbar tragisch und zeitlos, den Hintergrund interessant und der letzte Satz spricht mir direkt aus der Seele.“

Seelenwärmer

High Fidelity und A long way down von Nick Hornby. Die Figuren sind so abstrus tragisch und gleichzeitig so absolut menschlich, nach mehrmaligem Lesen wirken sie wie alte Freunde.“

Der Tag an dem der Wind dich trägt von James Patterson, mein absoluter All-Time-Favorite! Bereits 10 Mal gelesen und ab und zu immer wieder in den Händen.“

‚Drei Männer im Schnee‘ von Erich Kästner ist mein Trostbuch bei Erkältungskrankheiten.

Wenn das Glück kommt, muss man ihm einen Stuhl hinstellen von Mirjam Pressler berührt mich immer wieder!

„Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann. Geht so ans Herz und ist liebevoll-skurril.“

„Die Bruder-Cadfael-Reihe von Ellis Peters. Ist jedes Mal wie ein Besuch von einem alten Freund.

‚Salz auf unserer Haut‘ von Benoîte Groult, es ist mir Inspiration, meinen Weg zu gehen und auf meine Bedürfnisse zu achten und macht mir Mut, Frau zu sein.

„Vor Jahren habe ich von meiner Schwester Roswitha ein Buch bekommen, das mir in vielen Lebenslagen geholfen hat. Ich habe es auch in meiner Arbeit in der Psychiatrie angewendet. Es ist eigentlich ein bescheidenes Büchlein von Heinz Körner, der Titel heisst Johannes. Für mich ist es tatsächlich eine Art Rezeptbuch für Teile meines Lebens gewesen.“

Leser*innen-Liebling

„Tatsächlich die Harry-Potter-Reihe – ich ziehe meinen Hut davor, wie komplex und doch so in sich stimmig das Potter-Universum erdacht wurde.“

„Darauf gibt es nur eine einzige Antwort: Die Harry-Potter-Bücher, natürlich. Und jedes Mal aufs Neue schaffen sie es, mich zu begeistern. Ich entdecke neue Details und verliere mich in dieser im doppelten Sinne fantastischen Welt mit ihren liebenswerten Charakteren. Gerade in Zeiten, in denen das eigene Leben schwerfällt, gibt es nichts Besseres, als zu diesen Büchern wie zu einem alten Freund zurückzukehren, sich von den Worten umarmen zu lassen und in der Geschichte zuhause zu fühlen.“

Die ‚Harry-Potter‘-Bücher. Alle! Sie fangen mich jedes Mal aufs Neue ein und ich liebe es einfach, in die Welt der Hexen und Zauberer einzutauchen.

„Die Harry-Potter-Bücher! Vor allem Band drei, Der Gefangene von Askaban, hat es mir angetan.“

Harry Potter immer und immer wieder, mittlerweile mehr als 20 Mal, vielleicht sogar schon 30 Mal.“

‚Harry Potter‘. Jedes zweite Jahr wieder. Es ist einfach die beste Pause von unserer Welt. Wird nie langweilig für mich.“

„Bis heute ist Harry Potter ein bisschen wie comfort food. Auch nach dem letzten Patzer von JKR. Ich habe daraus viel über Ausgrenzung und Liebe gelernt. Letztes Jahr habe ich ein Seminar in der Uni darüber besucht, es war klasse. Außerdem Herr der Ringe, wie oft ich das gelesen habe, weiß ich gar nicht mehr. Letztes Jahr auch endlich im Original.“

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