Diese Comics sind so negativ, dass man einfach lachen muss

Die Protagonist*innen in Reza Farazmands Comics sind ständig Enttäuschungen ausgesetzt. Trotz ihrer pessimistischen Gedanken bringen sie uns zum Lachen. Oder gerade deswegen.

Ein prahlerischer Vampir, ein Geisterdetektiv mit einer existenziellen Krise und eine abgebrühte Maus, die nichts vom Leben erwartet – klingt erstmal gar nicht sympathisch. Im Falle von Künstler Reza Farazmand ist das anders. Unter dem Namen Poorly Drawn Lines veröffentlicht er dreimal wöchentlich einen neuen Comic. Die meisten landen auch auf seinem Instagram-Account. Die Protagonist*innen seiner Comics sind meistens Tiere und so verbittert, dass ihre Reaktionen erschreckend nachvollziehbar sind. Humor-Kategorie: „It’s funny, `cause it’s true“.

Der 31 Jahre alte Künstler verpackt seine Inhalte in absurde Mini-Geschichten oder innere Monologe. Es ist diese feine Mischung aus pessimistischem, trockenem Humor und einer Prise verstecktem Sozialkommentar, die unsere Lachmuskeln kitzelt. Er macht sich über die eigenen Selbstzweifel lustig, die wohl jede*n von uns ab und zu plagen. Über unangemessene Gedanken, die wir nie mit anderen teilen würden, aber auch über den technologischen Fortschritt und unser Konsumverhalten. Dabei möchte Farazmand nicht, dass Leute seine Comics interpretieren: „Ich nehme viele Dinge nicht sehr ernst. Das Leben lässt sich mit einem satirischen Auge besser betrachten. Es gibt nichts, worüber man sich nicht lustig machen kann“, sagt er.

Farazmand zeichnete Comics bereits in der Schule. Poorly Drawn Lines startete er in seinem erstem Jahr auf der University of California in San Diego, in deren Campuszeitung damals auch sein erster Comic erschien. Mittlerweile hat es Farazmand mit einem Buch voller Comic-Strips in die Liste der New York Times-Bestseller geschafft.

Außerdem auf ze.tt: Böse und unverhofft: Bei diesen Comics fühlst du dich nach dem Lachen schuldig