Diese Designerin entwirft kuriose Kleidungsstücke

Nicole McLaughlin macht Mode aus Alltagsgegenständen und Lebensmitteln. Tragbar ist längst nicht alles, kreativ aber allemal.

Shorts aus leeren Fruchtgummitüten, Schuhe aus Zahnpastatuben und eine Weste aus Waffeln: Für ihre außergewöhnlichen Designs greift Nicole McLaughlin auf so ziemlich alles zurück, was sie finden kann. Je absurder, desto besser. Die Haltbarkeit des Materials steht dabei weniger im Vordergrund. Vielmehr möchte sie Abfallprodukten mehr Aufmerksamkeit schenken und andere inspirieren, das vielfältige Potenzial in Alltagsgegenständen zu entdecken.

Ihr Projekt startete McLaughlin 2018: Damals noch als Hobby, begann sie Kleidung aus ungewöhnlichen Fundstücken zu fertigen. „Ich habe mit begrenzten Kenntnissen und Ressourcen begonnen“, erzählt sie im Interview mit ze.tt. Heute hat die in New York lebende Designerin die Kunst des Upcyclings nahezu perfektioniert.

In Kooperation mit Unternehmen wie Depop – eine App, auf der man Secondhand-Kleidung verkaufen kann – oder Nike gibt sie regelmäßig Workshops, um zu zeigen, wie man gebrauchte Gegenstände wiederverwerten kann. „Ich möchte dazu beitragen, dass Menschen weniger verschwenderisch konsumieren, indem ich ihre Wahrnehmung in Bezug auf Abfall und nachhaltiges Design schärfe.“ Mit der Firma Reebok hat die Designerin im vergangenen Jahr außerdem eine 17-teilige Upcycling-Kollektion rausgebracht, die über ein Online-Gewinnspiel und in einer Filiale am Union Square in New York erhältlich war.

Büstenhalter aus Backwaren

McLaughlins Designs sind irgendwo zwischen Kunst und Mode anzusiedeln. Nicht immer halten die entworfenen Kleidungsstücke auch einem Alltagstest stand: Zwei Croissants als BH oder eine Packung Sushi als Sandale am Fuß bieten wohl keinen besonderen Tragekomfort. Die meisten Objekte seien jedoch tragbar, meint McLaughlin. „Der Zweck besteht aber darin, die Materialien, die ich habe, ständig wiederzuverwenden“, sagt sie gegenüber ze.tt. Daher zerlege sie die Stücke immer wieder, um neue zu schaffen.

Aktuell fühle sie sich wegen der Isolationsbestimmungen sehr an die Anfangszeit ihres Schaffens zurückerinnert, als sie nur begrenzt Zugang zu Materialien hatte. Ein Ergebnis aus dieser Zeit ist eine Weste aus Waffeln. „Man arbeitet mit dem, was man hat. Außerdem war sie köstlich.“

Dass sich das Konsumverhalten der Menschen nach der Corona-Pandemie verändern wird, bezweifle sie. Sie befürchte, dass die Leute es eher wie mit den Toilettenpapier-Hamsterkäufen halten und nach der Isolation umso mehr kaufen. „Ich hoffe jedoch, die Wochen zu Hause helfen ihnen dabei, zu erkennen, dass mehr nicht besser ist – wir brauchen wirklich nicht so viele Hosen.“

Zwar eignen sich weder die Pommes-Schlappen noch die Popcorn-Schwimmweste für den alltäglichen Gebrauch, einige von McLaughlins Designs dagegen schon. Wir haben euch die tragbarsten Stücke zusammengesucht – der feuchte Traum für jede*n Hipster*in.

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