Diese dummen Sprüche müsst ihr euch anhören, weil euch andere als zu dünn empfinden

„Mit Knochen spielen nur Hunde!“ Dünne Menschen müssen oft beleidigende Kommentare ertragen. Wir haben euch anonym nach euren Erfahrungen gefragt.

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Auch Skinny-Shaming ist verletzend. Foto: © .angelinaperke. / Unsplash | Photocase

Diese Woche haben wir einen Artikel veröffentlicht, in dem eine freie Autorin darüber schreibt, wie andere Menschen ihren Körper bewerten und verurteilen. Als dünne Frau ist sie von Bodyshaming betroffen. Regelmäßig muss sie sich beleidigende Kommentare anhören, weil sie nicht den Schönheitsidealen anderer Menschen entspricht. Die Autorin schreibt, dass sie sich vor allem in der Jugend für ihren Körper schämte und ihn vor anderen rechtfertigen musste. Darunter leide sie bis heute.

Viele Leser*innen reagierten auf diesen Artikel. Wir erhielten zahlreiche Zusendungen und Kommentare von Menschen, die von ähnlichen Erfahrung berichteten. Aus diesem Anlass haben wir eure Geschichten gesammelt und anonym nach weiteren gefragt.

"Iss mehr! Du bist viel zu dünn und brauchst mehr Kraft im Leben", "Mit Knochen spielen nur Hunde": Dünne Menschen…

Gepostet von ze.tt am Mittwoch, 7. August 2019

Hier ist eine Auswahl der Kommentare, die ihr euch regelmäßig anhören müsst, weil euch andere Menschen für zu dünn halten:

„Du kannst dich hinterm Besenstiel umziehen.“

„Duschen muss für dich total anstrengend sein. Von Strahl zu Strahl springen, um überhaupt nass zu werden, macht bestimmt keinen Spaß.“

„An dir ist ja nichts dran! In der nächsten Hungerzeit sind alle dicken Menschen dünn und alle dünnen Menschen tot. Iss mal was Vernünftiges!“

„Wie kann man auf so dünnen Spaghettibeinen überhaupt stehen?!“ – „Pass auf, dass du draußen nicht wegfliegst.“ – „Hast du schon wieder abgenommen?“ – „Du kannst ja essen, was du willst und bleibst immer so dürr.“ – „An dir ist ja gar nix dran.“

„Ein Kollege hat zu meinem Freund gesagt: ‚Gibt ihr doch mal ein Sandwich.‘ Während meiner Schulzeit haben alle gesagt, ich wäre magersüchtig.“

„Meine Mutter: ‚Du bist zu dünn, geh mal zum Arzt.‘ Ich bin normalgewichtig.“

„Meine Oma zu mir: ‚Du hast Anorexie, ich weiß es!‘ Ich war übergewichtig. Ein paar Monate später ging’s in die andere Richtung. Voller Wahnsinn das alles.“

„Beim Sex: ‚Also eigentlich steh ich ja auf mehr.'“

„Mir hat mal eine Fremde ein Stück Mandarine geschenkt. Eigentlich sehr nett. Dann kam aber der Spruch: ‚Das wars dann aber an Kalorien für heute, oder?‘.“

„Als ich wenige Kilo abnahm, von BMI 24 auf BMI 21, hieß es: ‚Hör jetzt auf damit, du siehst schon aus wie ein Skelett‘.“

„Am Schlimmsten war es mit 14/15. Dinge wie ‚Das ist doch nicht mehr schön, iss mal mehr‘ musste ich mir ständig von Freundinnen anhören. Als es mir schließlich genug wurde und ich mich wehrte, kam meistens die Antwort: ‚Wir sind ja nur neidisch‘.“

„Ich wäre mit Sicherheit magersüchtig. Einige hatten Angst mich zu umarmen, weil ich möglicherweise zerbrechen könnte.“

„Wenn man so dünn ist wie du, ist man kein Mann.“

„An dir ist ja nichts dran. Das ist doch nicht schön.“

„Am Strand könntest du ja einen Bolero tragen, dann sieht man deine Hüftknochen nicht“. „Wir machen das Fenster nicht zu, nur weil du frierst. Du frierst nur, weil du zu dünn bist.“

„Du hast heute aber auch noch nichts gegessen oder?“

„Von Frauen: ‚An dir stößt sich jeder Mann mehrfach und holt sich blaue Flecken.‘ ‚Eine RICHTIGE Frau hat was auf den Knochen.‘ „Du wirst so nie Kinder bekommen und stillen können‘.“

„Du bist doch nur aus Haut und Knochen.“ – „Auf deinen Rippen kann man ja Klavier spielen“ – „Du musst einfach mehr essen.“ – „Isst du auch genügend?“ – „Das ist doch nicht mehr gesund/normal. Bist du magersüchtig? Brauchst du Hilfe?“

„Als ich noch dünn war, musste ich mir ständig anhören, ich wäre essgestört oder wolle Aufmerksamkeit mit meiner Figur. Als ich durch Antidepressiva 25 Kilo zunahm, durfte ich mir anhören, ich wäre willensschwach und essgestört“

„Buchenwaldschablone“ – „Iss mal was, du siehst krank aus“ – „Hungerhaken“ – „Gerippe“

„Du ziehst auch nur Strumpfhosen an, weil dir richtige Hosen nicht mehr passen, oder?!“


Hilfe holen

Du bist dir nicht sicher, ob du eine Essstörung hast? Du weißt nicht mehr weiter? Oder du möchtest jemanden aus deinem Umfeld unterstützen und weißt nicht wie? Bei der Telefonseelsorge findest du online oder telefonisch unter den kostenlosen Hotlines 0800-1110111 und 0800-1110222 rund um die Uhr Hilfe. Du kannst dich dort anonym und vertraulich beraten lassen, welche Form der Therapie dir helfen könnte.

Bei Fragen zu den Themen Essstörungen kannst du dich an das anonymen Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wenden: 0221-892031, Mo-Do 10.00-22.00 Uhr, Fr-So 10.00-18.00 Uhr.