Diese Fotos zeigen, dass Akne ganz normal ist

Akne betrifft viele Menschen – und dennoch spricht kaum jemand darüber. Das möchte ein Fotograf nun ändern.

Unreine Haut, rote Flecken, Narben: Akne ist eine sehr verbreitete, teils schmerzhafte Hautkrankheit. Doch obwohl Akne so viele Menschen betrifft, ist sie in sozialen Netzwerken nicht wirklich sichtbar: Photoshop und Co. sorgen dafür, dass die Entzündungen im Gesicht schnell verschwinden – denn sie gelten als Makel.

Auch die Werbeindustrie versucht uns einzubläuen, dass wir diese und jene Produkte kaufen müssen, um Akne loszuwerden. Nie geht es darum, dass Akne eigentlich ganz normal ist und sicherlich nichts, wofür man sich schämen muss. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum Menschen in der Schule oder später auch im Job noch immer wegen unreiner Haut verurteilt werden.

[Außerdem bei ze.tt: Schönheit ist vielseitig: Diese Fotos zeigen, dass Narben kein Makel sind]

Der US-amerikanische Künstler Peter DeVito studiert zurzeit am Fashion Institute of Technology in New York City. Er hat nie verstanden, warum nicht offen über Akne gesprochen wird und will mit seiner Fotoreihe Acne Is Normal ein Zeichen setzen: Er zeigt Menschen, die an der Hautkrankheit leiden, unretuschiert, legt den Fokus der Bilder auf die vermeintlichen Makel – und begeisterte damit viele Menschen. Seinem Instagram-Account folgen mittlerweile fast 48 Millionen Menschen, Stars wie Cara Delivigne teilten seine Arbeit. Im Interview erklärt er, was er mit seiner Arbeit erreichen möchte.

ze.tt: Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Peter DeVito: Als ich in der Highschool war, habe ich an einem Programm teilgenommen, wo man uns beibrachte mit Spielzeugkameras Fotos zu machen und diese dann in der Dunkelkammer zu entwickeln. Seitdem fotografiere ich, aber ich dachte nie, dass ich besonders gut darin wäre. Als ich dann aufs College kam, musste ich einen Fotografiekurs belegen und als ich tolles Feedback von meinem Lehrer und den anderen Kursteilnehmer*innen bekam, hab ich verstanden, dass ich da echt gut drin bin.

Ich wollte etwas erschaffen, das mehr Menschen bestärkt.“

Wie bist du auf die Idee zu der Fotoreihe Acne Is Normal gekommen?

Ich habe immer wieder viele Postings über Body Positivity und Selbstakzeptanz in sozialen Netzwerken gesehen, aber ich hatte das Gefühl, dass Menschen, die Akne haben, da nicht wirklich vorkamen. Ich wollte etwas erschaffen, das mehr Menschen bestärkt.

Was möchtest du mit dem Projekt erreichen?

Ich möchte damit klarmachen, dass es normal ist, Akne zu haben. In der Werbung geht es immer darum, wie man Akne wieder los wird, aber es wir nie erklärt, dass es normal ist, Akne zu bekommen. Das führt dazu, dass Menschen ihren Selbstwert herabsetzen, weil sie glauben, sie müssten immer perfekte, porenfreie Haut haben.

Wie sind die Reaktionen auf die Acne-Is-Normal-Reihe?

Die Reaktionen sind fast nur positiv: Viele Menschen fühlen sich mit der Botschaft, die ich versuche zu verbreiten, verbunden.

Hast du deine Bilder in der Vergangenheit auch retuschiert?

Ja, auch ich habe meine Bilder retuschiert. Alle Fotograf*innen, zu denen ich aufgeschaut habe, retuschierten ihre Bilder, deshalb dachte ich, dass auch ich das tun muss, um ein guter Fotograf zu sein. Mittlerweile frage ich meine Models immer, ob es für sie in Ordnung ist, wenn ich ihre Bilder nicht bearbeite. Wenn es für sie nicht okay ist und sie mich darum bitten, die Bilder zu retuschieren, dann mache ich das auch. Mir geht es hauptsächlich darum, wie das Model sich mit dem Endergebnis fühlt – denn es sind ja Bilder von ihm*ihr. Aber ich werde nicht nur retuschierte Bilder veröffentlichen. Wenn ich ein retuschiertes Bild veröffentliche, werde ich auch das unretuschierte Bild veröffentlichen, damit die Menschen sehen können, was verändert wurde.
Ich möchte die Menschen daran erinnern, dass es okay ist, nicht ,perfekt‘ zu sein.“

Wie geht es weiter? Woran arbeitest du im Moment?

Ich werde defintiv an diesem Projekt weiterarbeiten, denn ich möchte die Menschen daran erinnern, dass es okay ist, nicht „perfekt“ zu sein. Außerdem arbeite ich an einem Projekt, das sich damit beschäftigt, welche Erwartungen und Standards die Gesellschaft an Männer stellt. Das Boys-Don’t-Cry-Bild ist der Beginn davon. Ich möchte an weiteren Projekten arbeiten, die Models die Möglichkeit geben, über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Weitere Arbeiten von Peter findet ihr auf seiner Webseite und seinem Instagram-Account.