Diese Fotos zeigen die Beziehung zwischen Männern und ihren Katzen

Die Fotografin Sabrina Boem möchte mit dem stereotypen Bild der Crazy Cat Lady aufräumen und lichtet deshalb Männer und ihre Katzen ab.

Sie liegen gemeinsam auf der Couch und dösen ganz entspannt vor sich hin; sie toben zwischen der Platten- und CD-Sammlung; sie hocken draußen auf den Stühlen vor einem Café und genießen das Wetter; er hält sie ganz fest in seinen Armen, sie schmiegt sich an sein Gesicht. Diese und viele weitere Momente der Nähe zwischen Männern und ihren Katzen sammelt die italienische Fotografin Sabrina Boem in ihrem Fotoprojekt Of Cats And Men, von Katzen und Männern.

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Die 47-Jährige lebt in San Donà di Piave, einer kleinen Stadt in der Nähe von Venedig, zusammen mit ihren zwei Katzen: Sissi, die sie von einem Freund adoptiert hat, und Ricky, den sie von der Straße gerettet hat: „Die beiden sind meine ersten Katzen, ich hatte vorher nie welche – nichtmal als Kind. Alles, was ich über Katzen weiß, habe ich von den beiden gelernt“, erklärt Sabrina.

Crazy Cat Ladys?

Of Cats And Men ist nicht ihr erstes Fotoprojekt, für das sie die felinen Freund*innen ablichtet. Vor knapp drei Jahren porträtierte sie streunende Katzen und verbrachte viel Zeit in Schutz- und Auffangstationen. Damals habe sie viele wundervolle Menschen kennengelernt, die den Tieren in Not helfen, erinnert sich Sabrina: „Ganz besonders war ich von einigen Männern beeindruckt, die sich in einer Schutzhütte engagieren. Sie arbeiten dort schon seit Jahren und ihre Liebe für diese Katzen ist so groß; manchmal, wenn sie über Katzen sprachen, die verstorben sind, wurden sie richtig emotional.“

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Als Sabrina ihren Freund*innen dann zum ersten Mal von den Hilfsprojekten erzählte, fragten diese sie sofort, ob es denn dort auch männliche Helfer gebe. In diesem Moment wurde Sabrina etwas klar: „Ich habe zum ersten Mal festgestellt, dass es dieses stereotype Bild von der Crazy Cat Lady gibt und viele Menschen gar nicht wissen, dass auch Männer eine sehr enge Bindung mit Katzen haben können.“ Und diese Bindung will Sabrina nun in ihrem Fotoprojekt festhalten.

Echte Momente der Nähe

Einerseits möchte sie sich auf diese Weise bei all den Menschen bedanken, die sich für Katzen in Not engagieren und ihnen helfen. Andererseits möchte Sabrina zeigen, welche Art von Beziehung Männer mit ihren Katzen haben: „Wie auf fast allen Fotos zu sehen: Die Männer halten ihre Katzen im Arm. Sie mögen es, mit ihren Katzen zu kuscheln, sie zu halten, mit ihnen auf dem Sofa zu dösen“, erklärt sie. Sie habe gemerkt, dass Männer ihre Liebe für ihre Katzen zeigen wollen.

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Doch die Menschen auf den Fotos hätten nie extra für sie posiert, betont Sabrina: „Meine Fotos  zeigen echte Momente der Nähe zwischen diesen Männern und ihren Katzen. Ich habe immer geduldig auf den richtigen Moment gewartet. Daher sind diese Bilder so echt und gefühlvoll.“ Dafür brauche man vor allem viel Geduld. Wenn die Katzen mal keine Lust auf Sabrina haben, dann fotografiert sie auch nicht: „Das gehört zu meinem Job. Es braucht Zeit, Geduld und vor allem Respekt vor den Katzen, ich zwinge sie nämlich niemals zu etwas, das sie nicht wollen. Ich benutze auch niemals Leckerlis or Spielzeug, um die Katzen an einen bestimmten Ort zu locken.“ Sie selbst sei dabei nur die Beobachterin, erklärt sie.

Viele Frauen schickten mir auf einmal Nachrichten.“

Zunächst fotografierte Sabrina nur einige der freiwilligen Helfer, die sie kennengelernt hatte, und deren Katzen. Doch dann machte ihr Projekt die Runde, die Leute sprachen darüber und Sabrina erhielt eine Menge Zuspruch: „Viele Frauen schickten mir auf einmal Nachrichten, in denen sie mir von ihren Partnern, Ehemännern, Freunden oder Vätern berichteten. Einige Männer riefen mich sogar an und fragten nach einem Foto.“

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Aktuell arbeitet die Fotografin noch immer an dem Projekt und ist stets auf der Suche nach Männern und deren Katzen, die ihre Geschichte erzählen und Teil des Projekts werden wollen. Sabrinas Ziel ist es, irgendwann, wenn sie genug Material zusammen hat, ein Buch mit all den Fotos und Geschichten zu veröffentlichen.


Weitere Arbeiten von Sabrina findet ihr auch auf ihrem Instagram-Account und ihrer Facebook-Seite.