Diese Fotos zeigen, wie natürlich Stillen ist

Wenn Mütter ihre Kinder in der Öffentlichkeit stillen, werden sie häufig schräg angeguckt. Das möchte die Fotografin Suzie Blake ändern.

Auf dem Spielplatz, auf der Bank vor der Haustür, auf der Tribüne in der Sporthalle oder zu Hause auf dem Sofa: Viele Mütter stillen ihre Kinder, mal im Privaten, mal in der Öffentlichkeit. Dieser natürliche und normale Akt sorgt bei einigen Menschen jedoch auch heute noch für Empörung oder trifft auf Unverständnis. Gerade erst wurde etwa heftigst über ein Foto diskutiert, dass die Ultra-Marathon-Läuferin Sophie Power beim Stillen zeigt. Mittlerweile haben sich ganze Bewegungen gegründet, die zum Beispiel mit dem Hashtag #normalizebreastfeeding dafür sorgen wollen, dass Stillen nicht mehr tabuisiert wird.

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Dass öffentliches Stillen für Empörung sorgen kann oder sogar ein Tabuthema ist, weiß auch Suzie Blake. Die Australierin lebt in Melbourne und arbeitet als Fotografin. Eines ihrer Fotoprojekte trägt den Titel What Breastfeeding Looks Like, auf Deutsch also „Wie Stillen aussieht“, und zeigt Mütter, die ihre Kinder stillen. Die schwarz-weißen Fotos kommen unaufgeregt daher, die Frauen schauen direkt in die Kamera der 38-jährigen Fotografin, meist ohne zu lächeln. Das hat Suzie bewusst so gewählt: „Niemand schaut sein Baby beim Stillen die ganze Zeit an oder kichert dabei wie ein Teenie“, sagt sie.

Wasserfälle, Ballkleider und Blumenkränze

Die Idee zu dem Projekt kam Suzie, weil sie von den glamourösen, inszenierten Fotos von stillenden Müttern gelangweilt war. „Frauen in Wasserfällen, umgeben von Blüten, in Ballkleidern und mit Blumenkränzen auf dem Kopf. Ich wollte etwas Rohes, Nachempfindbares zeigen. In dem Projekt geht es darum, Stillen im Hier und Jetzt zu zeigen“, beschreibt sie ihr Konzept. Deshalb fing sie an, Mütter zu treffen und sich ihre Geschichten und Erfahrungen anzuhören.

Ich möchte, dass Menschen sehen, dass Stillen normal und lebensbejahend ist.“ – Suzie Blake

„Das Stillen ist ein vergänglicher Moment im Leben einer Mutter und ihres Babys“, erklärt die Fotografin. Deshalb wolle sie mit ihren Fotos eine Art Fenster zum Akt des Stillens schaffen, welches die Frauen als stark und empowered zeige. „Ich möchte, dass Menschen sehen, dass Stillen normal und lebensbejahend ist“, betont sie. Ihre Bilder sollen den Betrachtenden im Gedächtnis bleiben und sie dazu bringen, über das Leben und das Menschsein an sich nachzudenken.

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Viele der Mütter in Suzies Fotos stillen ihre Kinder über das erste Lebensjahr hinaus. Auch Suzie selbst hat zwei Kinder und stillt noch immer: „Ich weiß, dass viele Menschen das für falsch, für krass, für gruselig und seltsam halten.“ Das möchte sie in ihren Fotos auch nicht verstecken oder verheimlichen.


Weitere Arbeiten von Suzie Blake findet ihr auf ihrer Website, auf Facebook, Instagram und Twitter