Diese Frau macht sich kreativ über den Selfie-Hype lustig

Selfie war gestern. Sich mit dem Gesicht nach unten auf den Boden legen, um alle zu verwirren, ist viel witziger.

Ein Selfie, geschossen mithilfe des obligatorischen Sticks, gehört für viele Urlaubende zum Must-have-Souvenir. Glückliches Lächeln, perfekte Frisur, eine Sehenswürdigkeit im Hintergrund: Das Prinzip dürfte bekannt sein. Und natürlich gehört es längst zum Urlaubsalltag dazu, dass sich wiederum Gegner*innen des Selfies über die Selfie-Machenden aufregen.

Besonders lustig echauffiert sich Stephanie Leigh Rose über den Selfie-Hype im Urlaub. Rose legt sich auf ihren Reisen vor Sehenswürdigkeiten auf den Boden. Platt auf den Bauch, Kopf zu Boden gedrückt. „In unserer heutigen Kultur der Selfie-Stick-Kardashian-YouTube-Photoshop-ichichichichich-Shitshows haben wir vergessen, ein Foto wertzuschätzen“, beschreibt sie das Leitbild ihrer Mission auf ihrer Webseite. Wir würden in einer besessenen Kultur leben, in der nichts sei, wie es scheint. Das gelte vor allem für Fotos. „Alles ist hochgestylt, beschönigt, verbessert und inszeniert“, schreibt sie weiter. Mit ihren sogenannten Stefdies führt sie den Selfie-Wahn ad absurdum.

Die Fotos sind morbide und provokant

So legt sich Stephanie Leigh Rose also vor den Eiffelturm oder die Notre-Dame-Kathedrale in Paris, mitten auf einen belebten Platz in Rom, vor die Golden Gate Bridge, in Museen oder auch mal in einen Streichelzoo. Die Hauptsache sei, lässt sie ihre Follower*innenschaft wissen, dass sich kein Hindernis zwischen ihr und dem Boden befinde. Klar, dass das für Verwunderung sorgt – und so finden sich auf vielen von Roses Fotos Tourist*innen, die nicht so ganz wissen, wobei sie gerade zusehen.

Bei so viel Einsatz ist es auch nicht verwunderlich, dass Rose bereits des Öfteren mit Hundekot und Urin in Berührung gekommen ist, und viele Klamotten wegwerfen musste. Denn in ihren Fotos ist nichts vorbereitet oder durchdacht. „Bin ich zufällig an einem Ort oder in einem Moment, den ich speziell provozierend finde, mache ich Stefdies“, sagt sie zu Metro. Genau das sei die Schönheit der Serie, jedes Foto sei bloß eine Abbildung eines kurzen Moments im Alltag. „Nicht mehr, nicht weniger. Es ist der wahre Sinn dessen, was meiner Meinung nach Fotos sein sollten: ein konkreter, physischer Beweis, dass ich hier war.“

Dass Stefdies nicht nur am Wort Selfie angelehnt, sondern übersetzt auch „Stef stirbt“ bedeutet, ist Absicht. Denn wenn Stephanie Leigh Rose mit Gesicht nach unten auf dem Boden liegt, soll ganz bewusst auch ein morbider Beigeschmack mitschwingen.

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