Diese Grafiken zeigen, wie witzig Sprache sein kann

Wo in Deutschland kann man durch das Scheißgässchen spazieren? Und in welchem Land nennen sich Verliebte übersetzt „Eierkopf“? Ein Buch arbeitet Fakten über Sprache grafisch auf.


Mit Sprache können wir diskutieren und erklären, verhandeln und belehren. Wir können jemanden zu einer Entscheidung überreden und einem anderen eine Dummheit ausreden. Wir können uns besprechen, jemanden etwas absprechen, Texte einsprechen und Bedürfnisse aussprechen. Und das tun wir noch dazu in Hochgeschwindigkeit. Laut Forscher*innen des Max-Planck-Institut für Psycholinguistik braucht das menschliche Gehirn mindestens 600 Millisekunden, um ein Wort zu generieren.

Die deutsche Sprache ist nur eine von weltweit etwa 7.000 existierenden Sprachen. Deutsch gilt dabei als besonders reichhaltig, da es eine scheinbar unendliche Anzahl an Wortzusammensetzungen ermöglicht. Das Bundesausbildungsförderungsgesetz oder das Weltmeisterschaftseröffnungsspiel sind gute Beispiele dafür. Selbst das Wort Wortzusammensetzung ist eine Wortzusammensetzung. Überwiegend, aber nicht nur der deutschen Sprache widmet sich das Buch 100 Karten über Sprache.

Sprache ist politisch

Erstellt und verlegt wurde das Buch von Katapult – Magazin für Kartografik und Sozialwissenschaft. Obwohl es darin um Sprache geht, finden sich im Buch nicht viele Wörter. Besonderheiten und Merkwürdigkeiten von Sprache werden im Buch anhand von Grafiken und Illustrationen aufgearbeitet. Die Ideen dafür stammen von den insgesamt 34 Mitarbeiter*innen, aber auch Vorschläge von Wissenschaftler*innen und Leser*innen sind im Buch verwirklicht. „Manchmal dauert es mehrere Tage, bis eine Grafik wirklich fetzt“, sagt Chefredakteur und Gründer Benjamin Fredrich zu ze.tt.

Verschiedene innerdeutsche Dialekte, internationale Beleidigungen oder Wörter, die aus anderen Sprachen entlehnt wurden: Laut Tim Ehlers, dem Cheflayouter, ist Sprache nicht nur hochpolitisch, manchmal auch bildlich, zwecklos und lustig. So können Leser*innen des Buchs beispielsweise herausfinden, wann welche Themen im Deutschen Bundestag politisch diskutiert wurden. Das Internet etwa kam 1994 erstmals im Bundestag vor und Elternzeit erst im Jahr 2000. Eine andere Grafik zeigt, wie wenig weibliche Figuren in Disney-Trickfilmen sprechen. Selbst die Sprechbeiträge weiblicher Hauptfiguren, wie zum Beispiel Mulan, Pocahontas, Arielle oder Die Eiskönigin kommen nur halb so oft zu Wort wie ihre männlichen Nebencharaktere. Andere Grafiken zeigen hingegen seichtere Themen. Oder wusstet ihr zum Beispiel, dass Hunde in Polen „Hau Hau“ bellen und Hähne in der Türkei „Ü-ürü-üüü“ krähen?

Außerdem auf ze.tt: Diese Grafiken findest du ur leiwand, wenn du aus Wien kommst