Diese Graphen beschreiben Alltagssituationen mit einem Augenzwinkern

Ein Illustrator zeigt auf Instagram, wie lustig mathematische Graphen sein können.

Wenn man das Wort Graph hört, kommen bei vielen oft qualvolle Erinnerungen an den Mathematikunterricht in der Schule wieder hoch: Relationen, Funktionen, Kurven – und was war noch Integralrechnung? Der Illustrator Chaz Hutton beweist jedoch, dass diese verhassten Zeichnungen alles andere als staubtrocken und ein Rätsel sein müssen: In seinen Graphen beschreibt er Alltagssituationen mit einer ordentlichen Portion Ironie.

Laut Chaz‘ Graphen verliert man eine Sonnenbrille viel wahrscheinlicher, wenn sie besonders teuer war; der Workload verhält sich immer gegenläufig zur Motivation, diesen auch zu bearbeiten; die Qualen eines Katers nach einer durchzechten Nacht steigen eindeutig mit dem Alter an und das Stresslevel, das man hat, wenn man nicht schlafen kann, steigt mit der Zeit an, in der man nicht schläft.

Große Garderobe = zu wenig Klamotten

Chaz sieht außerdem einen Zusammenhang zwischen dem Gefühl, man habe nichts zum Anziehen und der Größe der Garderobe: Je größer die Auswahl, desto stärker das Gefühl. Gleiches gilt für das Fernsehen: Je mehr Sender verfügbar sind, desto stärker das Gefühl, dass man nichts zum Anschauen findet. Der Illustrator stellt außerdem fest, dass mit dem Alter die Liebe für Hunde steigt, die Liebe für die Mitmenschen hingegen sinkt. Was hingegen ein Leben lang super bleibt: Im Doppeldecker oben in der ersten Reihe zu sitzen.

Außerdem hat Chaz das Problem mit der perfekt gereiften Avocado analysiert, Kanye Wests Kreativprozess entschlüsselt, und illustriert, dass ein Handyakku immer dann leer ist, wenn man sich gerade aus der eigenen Wohnung ausgeschlossen hat. Und zwar nackt.

Post-Its als Leinwand

Angefangen hat er mit kleinen Zeichnungen und Karikaturen auf Post-Its, denen er bis heute treu geblieben ist. Dem britischen Nachrichtensender BBC erzählt er: „Ich habe eigentlich als Architekt gearbeitet, aber Gebäude zu designen ist ziemlich schwer und ich hatte einfach nicht die Geduld dafür. Deshalb fing ich an, kleine Dinge auf die gelben Papiere zu zeichnen und es fühlte sich an, wie ein Schritt in die richtige Richtung.“ Das tolle an den Post-Its sei, so Chaz, dass man darauf herumkritzeln könne und andere Menschen dann glauben, man würde tatsächlich arbeiten. Außerdem möge er die Einschränkung durch die Größe der Zettel – das sei wie auf Twitter und zwinge einen dazu, etwas kreativ zu sein.

Der in London lebende Künstler postet seine Illustrationen auf Instagram und begeistert dort mittlerweile knapp 180.000 Abonnent*innen. Er erklärt gegenüber BBC: „Instagram ist für meine Arbeit genau das richtige, meine Arbeit ist quasi auf eine Netzcommunity zugeschnitten. Die Inhalte und wie ich sie präsentiere, sind ganz bewusst so, dass man sich darin wiedererkennen kann.“