Diese Fotos zeigen den verlorenen Glanz 50er-Jahre-Motels

Die Bilder menschenleerer Motels in New Jersey verströmen eine ähnliche Nostalgie wie Wes-Anderson-Filme.

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Heute immer noch schön. Screenshots: Instagram/@tylerhaughey. Collage: ze.tt

An Touristenorten in Strandnähe ist häufig im Sommer am meisten los. Doch was geschieht mit diesen Orten, wenn die Besucher*innen wieder nach Hause reisen und sich die kalte Jahreszeit über die Landschaft legt? Der US-Fotograf Tyler Haughey ist in Jersey Shore, New Jersey, geboren und hat seit seiner Kindheit die saisonalen Veränderungen einer Touristendestination miterlebt. Volle Strände im Sommer, leere Straßen im Winter. Für sein Fotoprojekt Ebb Tide hat er das Gefühl der Off-Season in Wildwood, einer Strandgegend im Süden New Jerseys, eingefangen.

Als wäre die Zeit stehengeblieben

Die Region erlebte ihre große Zeit in den 1950ern, als immer mehr Motels nach dem Vorbild des Fontainebleau und Eden Roc Hotels in South Beach, Miami, entstanden. Alle Gebäude einte ein ähnlicher Stil, Mid Century: simple geometrische Formen, Beton, bunte Farben und helle Leuchtschilder. Sie trugen Namen wie Isle of Capri, Monaco oder Caribbean und erinnerten die US-Amerikaner*innen an ferne Welten.

Viele dieser Motels gibt es heute nicht mehr, doch einige ziehen immer noch Urlauber*innen aus dem nördlichen New Jersey und den Vororten von Philadelphia an. Auf Haugheys Fotos ist von ihnen nichts zu sehen. Er dokumentiert in seinen Bildern die müden Wintermonate. Doch obwohl keine Menschen abgelichtet sind, ist ihre Anwesenheit zu spüren.

In der Beschreibung zu Haugheys Bildband Everything is Regional, in dem seine Fotoserie zu finden ist, heißt es: „Die Menschen sind durch ihre Abwesenheit präsent.“ Und tatsächlich wartet man nur darauf, dass sich eine Gardine bewegt oder jemand sein Handtuch über die Liege wirft. Doch das wird, zumindest in Haugheys stiller, nostalgischer Fotoreihe, nicht passieren.

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