Diese Illustrationen zeigen, dass die Brände im Amazonasgebiet uns alle angehen

Die Bilder des lodernden Regenwaldes berühren Menschen auf der ganzen Welt. Viele Künstler*innen verarbeiten ihre Sorgen über die Brände in Illustrationen.

„Zu zeichnen scheint so albern in Anbetracht dessen, was gerade passiert. Brasilien, ich habe Angst“, schrieb die brasilianische Künstlerin Giovana Medeiros unter die Illustration, die sie am Mittwoch über ihren Instagram-Account teilte. Die Zeichnung zeigt eine in Flammen stehende Frau, deren Haut mit Blättern bedeckt ist. Das Feuer leckt bereits an ihren Lungen. Schwarze Rauchschwaden steigen auf. Giovana ist eine von zahlreichen Künstler*innen, die ihre Angst vor den Bränden am Amazonas in Bildern und Illustrationen verarbeiten und in den Sozialen Medien teilen.

Seit Tagen gibt es im Regenwald starke Waldbrände, die sich von Brasilien über Bolivien und Paraguay bis Argentinien erstrecken. Mehrere Bundesstaaten haben bereits den Notstand ausgerufen. Dicke Rauchschwaden sorgen in den Städten für Stromausfälle und verdunkeln den Himmel. Fernanda Hassem, Bürgermeisterin der brasilianischen Hauptstadt Brasília, sagte der Zeitschrift Valor: „Noch nie hat es so viel gebrannt. Noch nie ist es uns so schwer gefallen, zu atmen.“ Das mache Angst.

„Unser Haus brennt“

Über 70.000-mal standen Brasiliens Wälder 2019 bereits in Flammen. Das sind fast doppelt so viele Feuer wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sieht die Waldbrände als internationale Krise und möchte den Notfall auf dem G7-Gipfel, der am Samstag in Biarritz an der baskischen Küste im Süden Frankreichs stattfindet, diskutieren. Brasilien selbst wird nicht an dem Gipfel teilnehmen. Präsident Jair Bolsonaro warf Macron auf Twitter eine „kolonialistische Denkweise“ vor.

Viele Menschen sehen in Bolsonaros Politik einen der Hauptgründe für die Zunahme der Brände. Der rechte Politiker, der den menschengemachten Klimawandel leugnet, sieht die Regenwälder allen voran als nicht ausgeschöpfte wirtschaftliche Ressource. Es wird vermutet, dass diese Haltung Farmer*innen dazu ermutigte, durch Brandrodung Platz für neues Weideland zu schaffen. Außerdem ergriff die Regierung Bolsonaros bisher keine Maßnahmen, um Brandstiftungen zu verhindern.

Hätte man den Tag des Feuers verhindern können?

Vergangene Woche kamen Landwirt*innen im brasilianischen Bundesstaat Pará zu einem sogenannten Tag des Feuers zusammen und setzten große Teile eines Waldes in Brand. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft, ob man die verabredete Brandstiftung hätte verhindern können. Bolsonaro selbst sieht in den Waldbränden einen Komplott gegen seine Person. Er macht Aktivist*innen und Umweltschützer*innen für die Brände verantwortlich und unterstellte NGOs, sie hätten die Feuer gelegt: „Das ist der Krieg, in dem wir uns befinden.“

Welche Folgen die Brände im Regenwald für das Weltklima haben werden, ist bisher unklar. Die sogenannte Lunge der Erde produziert 20 Prozent des weltweiten Sauerstoffs. Die Angst vor den Folgen der Waldbrände und vor dem schleppenden Vorgehen der Regierung motiviert Künstler*innen auf der ganzen Welt dazu, mit ihrer Arbeit auf die Umweltkrise aufmerksam zu machen.