Diese Illustrationen zeigen, wie gut es tut, toxische Beziehungen zu beenden

Die Künstlerin Florence Given fordert Frauen zu radikaler Selbstliebe auf. Schritt 1: „Dump him!“

Florence Given filmt sich in ihrem Wohnzimmer und hält ein Mikro in der Hand. „Hör auf, ihn zu erziehen, er ist nicht dein Sohn! Hör auf, ihn zu erziehen, er ist nicht dein Sohn!“, rappt sie auf einen holprigen Beat. Fast 250.000-mal wurde der kurze Videoclip angesehen, den die 20-jährige US-Amerikanerin auf ihrem Instagramprofil teilte.

Given ist Illustratorin, feministische Aktivistin und überzeugt davon, dass viele Frauen besser dran wären, wenn sie ihre festen Freunde aus ihrem Leben streichen würden. Diese Erkenntnis hatte Given nach der Trennung von ihrem letzten Partner. „Ich habe realisiert, dass ich so viel Zeit und Energie in jemanden investiert habe, der nicht die Intention hatte, dasselbe zu geben“, erklärte die Illustratorin gegenüber dem Independent.

Anstatt an sich selbst zu arbeiten, habe sie ihre Zeit damit verbracht, ihrem Expartner dabei zu helfen, zu wachsen. Doch sie habe besseres zu tun, als einen unreifen Mann zu bemuttern, so die Aktivistin weiter. Ihr Ziel ist es, diese Erkenntnis an junge Frauen weiterzugeben: „Du bist die Liebe deines eigenen Lebens und alles andere ist eine Ablenkung.“

Du bist die Liebe deines eigenen Lebens und alles andere ist eine Ablenkung.

Florence Given

Auf Instagram gibt Given ihren Follower*innen Ratschläge, wie sie mit toxischen Beziehungen umgehen sollten. „Hör auf, deine Zeit mit Menschen zu verschwenden, die nicht einmal bemerken, was für ein Privileg es ist, dich zu kennen!“ oder „Wir daten keine Männer, die vom Erfolg einer Frau eingeschüchtert sind“, heißt es da. Frauen könnten besseres mit ihrer Zeit anfangen, als die emotionale Arbeit in ihren Beziehungen allein zu übernehmen.

Emotionale Arbeit ist Arbeit

Emotionale Arbeit, auch emotional labour genannt, wird in heterosexuellen Beziehungen überwiegend von Frauen geleistet. Diese Form der unbezahlten Arbeit kostet Zeit und Kraft und tritt in verschiedensten Formen auf. Allgemein beschreibt der Begriff den Zustand, wenn eine Person ihre Emotionen zurückstellt, um ihrem Gegenüber ein gutes Gefühl zu geben. Es bedeutet, Frust runterzuschlucken, wenn Absprachen nicht eingehalten werden, umfasst aber auch unbezahlte Arbeit, die mit Beziehungen einhergeht. Wer besorgt das Weihnachtsgeschenk für die Eltern? Wer plant die Einweihungsparty? Aber auch: Wer hat immer ein offenes Ohr für die Probleme der anderen Person, wer sagt Verabredungen ab, um sich um die andere Person zu kümmern?

In gesunden Beziehungen verteilt sich die emotionale Arbeit zu gleichen Teilen auf beide Partner*innen. Doch wenn dieses Gleichgewicht gestört wird, kann es passieren, dass eine Person immer mehr gibt und sich selbst zurückstellt, während der*die Partner*in aufblüht.

Um die eigene Energie zu verteidigen, rät Given jungen Menschen dazu, sich von toxischen Beziehungen loszulösen. „Es gibt Milliarden Menschen auf dieser Erde. Denkst du wirklich, der Mann, der nicht zurückschreibt und mit anderen Frauen flirtet, sei ‚der Eine‘?“, fragte Given im Interview mit Evening Standard. Sie selbst hätte eine*n Freund*in gebraucht, der*die ihr dazu geraten hätte, sich von ihrem Freund zu trennen. Nun wolle sie selbst diese Freundin für die Menschen sein, die ihre Arbeit verfolgen.