Diese Illustrationen zeigen, wie sich Depressionen anfühlen können

Der Illustrator Sow Ay wird täglich von seiner Depression geplagt. Auf Instagram zeigt er, wie sich die dunklen Gedanken bei ihm äußern.

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Angst und Depression sind Sow Ays tägliche Begleiter. Screenshot: Instagram / sow_ay

Eine seelische Erkrankung in Worte zu fassen, ist nicht leicht. Was aber, wenn man stattdessen zu Stift und Papier greift? Grafikdesignerin Sow Ay zeigt auf Instagram, wie sie mit ihren Dämonen ringt. Eine schwarze Geistergestalt tyrannisiert den junge Franzose in seinen Illustrationen und weicht ihm und anderen Betroffenen kaum von der Seite. Mal im Homeoffice, mal an Heiligabend, mal beim Spaziergang – aber immer zur denkbar schlechtesten Zeit. Sow Ay nennt den dunklen Schatten Depression oder Angst und lässt ihn ihr stets fiese Dinge zuflüstern.

Die Depression sorgt für eine Menge düsterer Gedanken in meinem Kopf.

Sow Ay wusste selbst lange Zeit nicht, was mit ihm los ist. In seinen Jugendjahren fühlte er sich unglücklich, einsam und ohne Selbstbewusstsein. Deshalb entschied er sich im Alter von 18 Jahren dazu, einen Charakter zu zeichnen, der dieselben Probleme teilt, wie er in einem Blogpost erzählt. Einen Charakter, der Musik mehr liebt als sich selbst und sich solange auf den Fingernägeln herumbeißt, bis diese blutig werden.

Seit Sow Ay denken kann, lebt er schon mit seiner Depression und Schlaflosigkeit, wie er auf boredpanda schreibt. „Die psychiche Erkrankung sorgt für eine Menge düsterer Gedanken in meinem Kopf. Deshalb male ich sie, damit die Leute verstehen, wie es in meinem Kopf aussehen kann.“

Owohl es so wirkt, als wären die Protagonist*innen in Sow Ays Bildern auf sich allein gestellt, melden sich zahlreiche User*innen unter den Posts zurück, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Sow Ay bekam viele private Nachrichten von Leuten, die ihn um Hilfe baten, weil sie mit ihren Freund*innen und Familien nicht über ihre mentalen Probleme sprechen konnten. Warum er lieber malt, als zu sprechen, ist für Sow Ay klar. Auf boredpanda und seinem Blog erklärt er, wie er anderen Menschen helfen möchte: „Ich bin nicht gut darin, Ratschläge zu geben. Meine Erfahrung sagt mir aber, dass man sich durch die Geschichten anderer besser verstanden und weniger alleine fühlt. […] Weil ich extrem schlecht darin bin, meine Gedanken zu erklären, habe ich mit den Illustrationen angefangen. Erlären durch zeichnen ist mir schon immer leichter gefallen.“