Diese Linken-Politikerin braucht nur einen Blumenstrauß, um ihre Meinung zur FDP zu zeigen

FDP-Politiker Thomas Kemmerich wurde wohl mit Stimmen der AfD Ministerpräsident Thüringens. Die Landeschefin der Partei Die Linke Susanne Hennig-Wellsow reagiert darauf, indem sie ihm Blumen vor die Füße wirft.

Minister President election Thuringia
Sag's durch die Blume(n): Die Landesvorsitzende der Thüringer Linken Susanne Hennig-Wellsow zeigt ihren Protest über die Wahl von Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten. Foto: © Martin Schutt / dpa

Schweren Schrittes steigt Susanne Hennig-Wellsow die drei Stufen hinauf, einen Blumenstrauß in der rechten Hand. Einen Meter vor Thüringens neuem Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich bleibt sie stehen, lässt die Blumen fallen, verbeugt sich halbherzig und tritt den Rückzug an.

Empfohlener Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Du kannst dir hier alle externen Inhalte mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.(Datenschutzerklärung)

Die Szene, die sich gestern im Thüringer Landtag abspielte, ging binnen Stunden in den (sozialen) Medien viral. Sie zeigt die Linken-Landeschefin Susanne Hennig-Wellsow die mit sichtbarem Unmut auf das Ergebnis der Thüringer Ministerpräsidentenwahl reagiert. Kurz zuvor gewann der FDP-Vorsitzende Thomas Kemmerich diese im dritten Wahlgang offenbar auch mit Stimmen der AfD – darunter Björn Höcke. Hennig-Wellsow gehörte zu denen, die als Vertreter*innen ihrer Partei Kemmerich zu seinem Sieg gratulieren sollten. Wie schwer ihr das fiel, ist an dem hingeworfenen Blumenstrauß ebenso zu erkennen wie an dem verweigerten Handschlag.

Mit 45 Stimmen gewann Kemmerich die Wahl nur knapp – sein Vorgänger Bodo Ramelow (Die Linke) unterlag ihm mit einer Stimme. Die Protestgeste Hennig-Wellsows dürfte nicht nur von der Niederlage ihres Fraktionsvorsitzenden herrühren: Über den durch AfD-Stimmen erlangten Sieg Kemmerichs echauffierten sich auch Politiker*innen anderer Parteien.

So teilte der Grünen-Fraktionschef Dirk Adams, dass er keine Koalition mit jemandem eingehen würde, „der sich bewusst und voller Absicht mit den Stimmen der AfD“ wählen ließe. Kemmerich hatte zuvor angekündigt, eine Koalition mit den Grünen, der CDU und der SPD bilden zu wollen.

Empfohlener Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Du kannst dir hier alle externen Inhalte mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.(Datenschutzerklärung)


Doch auch aus den eigenen Reihen kam Kritik: „Sich von jemandem wie Höcke wählen zu lassen, ist unter Demokraten inakzeptabel und unerträglich“, twitterte Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Mitglied des FDP-Bundesvorstandes.

Ihr Kollege Alexander Lambsdorff teilt diese Meinung und plädiert für sofortige Neuwahlen: „Man kann, ja, soll in einer demokratischen Wahl antreten. Aber man lässt sich nicht von AfD-Faschisten wählen. Wenn es doch passiert, nimmt man die Wahl nicht an. Am besten für Kemmerich, Thüringen und FDP: Sofortiger Rücktritt, schnelle Neuwahlen.“ Sogar Kanzlerin Angela Merkel hat sich inzwischen für eine Neuwahl ausgesprochen.

Die wohl eindrucksvollste Reaktion bleibt der Blumengruß von Susanne Hennig-Wellsow. In den sozialen Medien erntete die Linken-Politikerin dafür viel Respekt und Anerkennung, aber auch Anfeindungen. Wir haben einige der Tweets für euch zusammengetragen.