Diese sechs Serien bringen dich durch den Lockdown

Wir sollen den November möglichst zu Hause verbringen. Für alle, die sich schnell mal langweilen, haben wir ein spannendes Serienprogramm zusammengestellt.

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In der Serie "Tu préfères" stehen die Lebensrealitäter vierer Jugendlicher im Mittelpunkt, die in den Pariser Banlieus aufwachsen. Foto: © Superstructure

Durch die steigenden Corona-Infektionszahlen sind wir wieder angehalten, den November möglichst in den eigenen vier Wänden zu verbringen. Ja, es ist frustrierend, dass wir uns wieder nur eingeschränkt mit Freund*innen treffen, keine Bars besuchen und nicht zum Sport oder ins Kino gehen können.

Einziger Vorteil: Wir können ganz ohne schlechtes Gewissen und FOMO die Freizeit mit Bingewatchen verbringen. Damit ihr bei all dem Angebot nicht den Überblick verliert und euch den wirklich guten Serienstoff reinzieht, haben wir eine kleine Auswahl für euch getroffen.

Social Distance

Habt ihr während der ersten Ausgangs- und Kontaktbegrenzungen im Frühjahr auch damit begonnen, mit euren Zimmerpflanzen zu sprechen, euch mit eurem*eurer Partner*in gestritten, weil ihr wochenlang nur einander gesehen habt, oder erinnert ihr euch, wie nervenaufreibend es war, Homeschooling und -office miteinander zu vereinbaren?

Genau diese Themen greift die Anthologie-Serie Social Distance auf und versetzt die Zuschauenden zurück in die Zeit der ersten Lockdown-Phase. In acht in sich geschlossenen Folgen werden so die Schicksale Einzelner über Smart-Home-Sicherheitskameras oder Konferenzschaltungen am Computer gezeigt.

Da ist Ike, der eine Trennung verarbeitet und durch Online-Meetings der Anonymen Alkoholiker versucht, trocken zu bleiben. Die alleinerziehende Altenpflegerin Lmani versucht indes ihrem Beruf nachzukommen und gleichzeitig ihre neunjährige Tochter via Webcam zu unterrichten. Und Marco und Shane arbeiten an ihrer Beziehungskrise, indem sie über Grindr nach einem Date für einen Dreier suchen – trotz Corona.

Neben privaten Schicksalen flechten die Macher*innen der Serie, Hilary Weisman Graham und Jenji Kohan (beide auch bekannt durch Orange is the New Black), auch gesellschaftliche Entwicklungen, unabhängig der Pandemie in die Handlung mit ein. So ist die Ermordung des US-Amerikaners George Floyd und die dadurch erwachte Black-Lives-Matter-Bewegung wesentlicher Bestandteil einiger Folgen.

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Die acht Folgen sind auf Netflix abrufbar.

Gap Year

Wenn wir etwas vermissen seit der Corona-Pandemie, ist es doch das Reisen in die Ferne. Mit dem Rucksack durch Länder, deren Sprache wir nicht sprechen, unbekannte Gleichgesinnte aus dem letzten Hostel an unserer Seite und nie wissen, was der nächste Tag bereithält.

Wem das allzu sehr fehlt, kann sich mit Gap Year in diese bereits ein wenig utopisch wirkende Zeit zurückversetzen oder von zukünftigen Reisen träumen. In acht Folgen erzählt die britische Dramedy-Serie von fünf jungen Backpacker*innen, die sich auf einem Trip durch Asien kennenlernen.

Dylan trauert um seine Ex-Freundin, während sein Kumpel Sean vor allem Spaß haben will. In Peking treffen die beiden auf die ehrgeizige May und die exaltierte Ashley, denen der etwas seltsame, doch sympathische Greg auf Schritt und Tritt folgt. Als ungleiche Gruppe geraten die fünf fortan in absurde, manchmal ängstigende, aber meist komische Situationen.

Gap Year zeichnet sich durch schrägen, durchaus trockenen Humor aus, der britische Serien so unterhaltsam macht. Das Format wurde von den Produzenten Tom Basden, Jamie Campbell und Joel Wilson für den britischen Sender E4 entwickelt, wo es bereits 2017 lief. Trotz wohlwollender Kritiken entschied sich der Sender dagegen, die Serie um eine zweite Staffel zu verlängern.

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Alle sechs Folgen sind auf Sky Ticket abrufbar.

Tu préfères

Würdest du eher ein Kind mit Behinderung haben wollen als gar keines? Würdest du eher Schweinefleisch essen oder deine Mutter nie wiedersehen? Würdest du eher eine Tasse Menstruationsblut deiner besten Freundin trinken oder das Sperma deines Kumpels? Würdest du dich eher für viel Geld und keine Liebe entscheiden, oder lieber kein Geld und dafür Liebe in deinem Leben haben?

Mit diesen Fragen vertreiben sich die Jugendlichen Djeneba, Shaï, Ismael und Aladi ihre Freizeit, die sie in den Pariser Banlieues verbringen. Ob auf der Parkbank, im Schwimmbad oder in der Shishabar – stets wird sich mal mehr, mal weniger wichtigen Themen des Lebens zugewandt. Dabei spielen ihre unterschiedlichen Glaubensrichtungen und Familienkonstellationen eine Rolle, sind aber nie Grund für ernsthafte Auseinandersetzungen.

Die Idee zu Tu préfères basiert auf einem Partyspiel, das es den Spielenden möglichst schwer machen soll, sich zu entscheiden. In zehn kompakten Folgen bestimmen die Fragen den Verlauf der Serie und zeigen die unterschiedlichen Lebensrealitäten der vier Freund*innen. Gerade gewann die französische Mini-Serie den ersten Platz des Seriencamp-Festivals in der Kategorie Official Competition Short: „[…] Einfach alles stimmt hier und bewegte uns mit seiner rohen Kraft und unprätentiösen Umsetzung“, hieß es von der Jury.

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Alle zehn Folgen der Miniserie gibt es in der arte Mediathek.

Grand Army

Fünf Schüler*innen, fünf Geschichten: Die Jugendlichen Dom, Joey, Sid, Leyla und Jayson eint nicht viel, außer dass sie alle dieselbe öffentliche Schule in Brooklyn, New York, besuchen. Nur peripher berühren sich ihre Cliquen – auf der Grand Army Highschool trennen sie verschiedene Coolness-Grade, Interessen, sozialer Status und gar Hautfarbe. Was sie eint ist, dass sie zu den Besten ihrer Schule gehören – und die nicht immer einfache Aufgabe des Erwachsenwerdens.

Die neunteilige Serie basiert auf dem Theaterstück Slut: The Play von Katie Capiello, das 2013 auf dem New York Fringe Festival von der All-Girl Theater Company uraufgeführt wurde. Cappiello, die die Theatergruppe mitbegründete, hoffte damit jungen Menschen und ihren Sorgen und Wünschen eine Stimme verleihen zu können.

Auch bei Grand Army schrieb Capiello mit und produzierte das Format gemeinsam mit den Produzenten Beau Willimon (House of Cards) und Joshua Donen (Gone Girl). Herausgekommen ist eine Coming-of-Age-Serie, die der Musikexpress passenderweise als „das Gossip Girl einer neuen Generation“ bezeichnet: weniger weiß, weniger elitär, dafür feministisch, queer und kulturell divers.

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Die neun Folgen sind auf Netflix abrufbar.

Gryptid

Nach dem tragischen Tod ihrer Mutter versuchen die Geschwister Niklas und Lisa ihr Leben wieder zu ordnen. Während Lisa sich eine Auszeit gönnt, bleibt ihr Bruder beim trauernden Vater. Als Lisa an die gemeinsame Schule zurückkehrt, beginnt eine Reihe unheimlicher Ereignisse: Plötzlich explodiert ein Mitschüler in einer Blutfontäne und Niklas wird verdächtigt, etwas damit zu tun zu haben. Es bleibt nicht der einzige Vorfall dieser Art.

Wer es gern gruselig, blutig und etwas paranormal hat, für den ist die schwedische Serie Cryptid ideal. Geschickt verbindet sie Elemente aus den Genres Horror und Science-Fiction und verknüpft diese mit einer Coming-of-Age-Story. Wo vergleichbare US-Formate wie die Filmreihe Scream oder die Netflix-Serie Stranger Things harmlos einsteigen, liefert das nordische Format von Anfang an blutige Gore-Effekte.

Geschaffen wurden die zehn Folgen von Daniel di Grado und Sylvain Runberg, dem Autor der Graphic-Novel-Adaptation von Stieg Larssons Millennium-Trilogie. Inspirieren ließen sich di Grado und Runberg dabei von Werken des amerikanischen Horrorliteraten H.P. Lovecraft.

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Alle zehn Folgen gibt es auf Joyn+.

I may destroy you

Arabella, gespielt von Michaela Coel, geht gerne Feiern, nimmt auch mal Drogen und ist durch ihr auf Tweets basierendes Buch zu einer kleinen Berühmtheit unter den Londoner Millenials geworden. Nach einer durchfeierten Nacht sind ihre Erinnerungen wie ausgelöscht. Stück für Stück versucht Arabella im Verlauf der zwölf Folgen, die vergangene Nacht zu rekonstruieren, und kommt zu einem verstörenden Ergebnis: Ein Unbekannter hat sie unter K.-o.-Tropfen gesetzt und vergewaltigt.

Die britische Serie I may destroy you, die bereits im Sommer auf BBC und HBO lief, wurde von The Guardian als beste Serie des Jahres gerühmt. Neben der Haupterzählung, die sich mit der Aufklärung der Vergewaltigung beschäftigt, zeigt I may destroy you auf vielen Nebenbühnen die Alltäglichkeit sexualisierter Übergriffe. Die Serie thematisiert dabei Vergehen, die selbst für Betroffene nicht immer eindeutig als Missbrauch erkennbar sind, wie Stealthing und Gaslighting.

Lobend erwähnt wurde außerdem immer wieder, dass der Cast der Serie hauptsächlich aus Schwarzen und nicht-weißen Menschen besteht – und das, obwohl es nicht primär um das Thema Rassismus geht – eine Seltenheit in Mainstream-Filmen und -Serien.

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Die zwölf Folgen sind auf Sky Ticket abrufbar.