Diese Grafik zeigt, wie wenig Sportlerinnen im Vergleich zu Sportlern verdienen

Der Gender Pay Gap macht auch vor dem Profisport nicht Halt. Die neuen Gehaltslisten des Forbes-Magazines zeigen, dass selbst Superstars wie Serena Williams im Vergleich zu Männern wenig einnehmen.

titelbild_einkommen

Mit 18,1 Millionen US-Dollar schaffte es Serena Williams nicht unter die Top 100 meistverdienenden Sportler*innen. Fotos: © Matthew Stockman/Getty Images (re.) & Rob Carr/Getty Images (li.), Collage: ze.tt

Seit fast 20 Jahren dominiert Serena Williams das Frauentennis. Ende der 1990er Jahre, mit 14 Jahren, legte sie den Grundstein für ihre Karriere im Tennissport, heute gilt sie als erfolgreichste Tennisspielerin der Welt. Nun rankte sie das Wirtschaftsmagazin Forbes im Jahr 2018 als meistverdienende Sportlerin weltweit – zum dritten Mal in Folge.

Zumindest unter den Frauen. Im Vergleich zu den Männern verdient sie trotz ihres Erfolgs immer noch bei weitem weniger. Kein*e Tennisspieler*in verdiente mehr als Roger Federer, der unter den meistverdienenden Sportler*innen insgesamt nur auf Platz sieben landete. Er bekommt sowohl bei Werbeeinnahmen als auch bei Preisgeldern mehr Geld. Aus beiden Einnahmequellen verdiente er mehr als viermal so viel wie Serena Williams.

Für folgende Grafik haben wir die zehn bestverdienenden Frauen mit dem zehn bestverdienenden Männern verglichen.

Forbes erstellt regelmäßig verschiedene Ranglisten. Darunter: die mächtigsten Personen, die größten Unternehmen und eben auch die Sportler*innen mit dem höchsten Einkommen. Letztere wurde vergangenen Dienstag wieder veröffentlicht und zeigt, wie groß die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen im Sport ist. Sportarten selbst lassen sich zwar finanziell schwer vergleichen, so haben Vereinsfußballspieler*innen ein regelmäßiges Monatseinkommen, wohingegen Tennisspieler*innen eher an Preisgeldern und Werbeeinnahmen verdienen. Trotzdem ist es bemerkenswert, dass es keine einzige Frau unter die 100 meistverdienenden Sportler*innen geschafft hat. Selbst Serena Williams fehlen dafür fast fünf Millionen US-Dollar.

Es gibt laut Forbes mehrere Faktoren, die das Fehlen von Frauen in der Top-100-Liste begründen. Tennisspielerin Li Na, immer fester Bestandteil der Top 100, hat sich 2014 aus dem Tennissport zurückgezogen. Tennisspielerin Maria Sharapova, die elf Jahre in Folge als erfolgreichste Sportlerin die Liste der Frauen anführte, leidet nach wie vor unter der 15 Monate langen Suspension aufgrund verbotener Substanzen. Und Serena Williams hat seit 14 Monaten bei keinem Turnier der Women’s Tennis Association (WTA) teilgenommen, nachdem sie im Januar 2017 ihre Schwangerschaft verkündete. Ihr Preisgeld ist daher von acht Millionen auf 62.000 US-Dollar gefallen.

In der folgenden Grafik lassen sich die Einnahmen nach Preisgeld/Gehalt oder Werbeeinnahmen sortieren (dafür einfach auf das jeweilige Wort klicken).

Während acht von zehn Plätzen in den Top Ten der Sportlerinnen von Tennisspielerinnen belegt sind, sind unter den Top Ten der Männer mehrere Sportarten vertreten. Meistverdienender Sportler insgesamt ist der Boxer Floyd Mayweather mit einem Jahreseinkommen von 285 Millionen US-Dollar.