Dieser Instagram-Account lässt dich über die österreichische Politik lachen

Ibizagate, Regierungsauflösung und Wahlkampf – in Österreich überschlagen sich seit Wochen die Nachrichten und Skandale. Diese Memes helfen, das zu verarbeiten.

Manche lachen nur, um nicht zu weinen – so geht eine Kalenderweisheit, die in Österreich seit einiger Zeit wörtlich zu nehmen ist, wenn wir an die österreichische Innenpolitik denken. Mit dem Video aus Ibiza ist das kleine Land mal wieder in den internationalen Medien als Lachnummer angelangt.

Rechte Politiker, die auf Ibiza offen darüber sprechen, die Nation zu verscherbeln und eine Zeitung zu kaufen, sind nur der bekannteste Fehltritt. Unzählige rechtsextreme und menschenfeindliche selbsternannte Ausrutscher begleiteten die rechtskonservative Koalition, wie etwa der Fund von antisemitischen Liederbüchern in einer Burschenschaft oder die Verknüpfung zu den Identitären.

Humor hilft, um österreichische Politik zu ertragen

Um den Glauben an die Politik nicht komplett zu verlieren oder einfach mal wieder zu lachen, hilft Humor. Seit dem Skandal um die Videos aus Ibiza quellen die Timelines in den sozialen Medien nur so über: Memes, Videos und Wortwitze über Österreich und österreichische Politik.

Der Instagram-Account Ibiza Memes begann vor wenigen Wochen, diese zu sammeln und selbst Memes zu produzieren. Heute folgen dem Kanal schon mehr als 16.000 Menschen. Die Person dahinter will anonym bleiben, hat aber mit ze.tt gesprochen. „Ich habe den Account absolut spontan ins Leben gerufen und nur weitergemacht, weil er  explodiert ist.“

Ich habe den Account absolut spontan ins Leben gerufen und nur weitergemacht, weil er explodiert ist.

Die Ibiza Memes polarisieren. Viele der Bilder funktionieren, weil der Witz darauf einen wahren Kern hat. Der Account will mehr, als die Menschen nur zum Lachen zu bringen. Er soll auch Doppelmoral sichtbar machen und falsche Aussagen von Politiker*innen entlarven und geht mittlerweile über Ibizagate hinaus. So wird erklärt, warum der ehemalige Bundeskanzler Sebastian Kurz  gar keinen Anspruch auf die Weiterzahlung seines Kanzlergehalts hat, obwohl er verkündet, löblich darauf zu verzichten. Oder dass die FPÖ als einzige Partei nicht gegen die Konversionstherapie gestimmt hat. Oder wie wichtig das Amt des Bundespräsidenten nun ist. Auch eine Sammlung von Memes über die 525 Tage voller Skandale der rechtskonservativen Regierung ist in den Highlights nachzusehen.

Grenzen der Satire

Die Witze auf der Seite haben aber auch Grenzen, erklärt die Person hinter dem Meme-Kanal: „Ich mache nicht über alles Witze. Auf meiner Seite wird man zum Beispiel nie Witze über Aussehen, Alter, Geschlecht, Körper, Sexualität und dergleichen finden. Solche Witze zu machen, ist auch überhaupt nicht notwendig, weil das, was Politiker*innen sagen und tun, wirklich schon mehr als genug Satirepotenzial birgt. Ich mache auch keine Witze über Bürger*innen und Wähler*innen. Ich glaube nicht, dass es irgendwem hilft, wenn wir Menschen, die rechts wählen, pauschal abstempeln.“

Satire dürfe sich nur nach oben richten und niemals nach unten treten: „Wütend bin ich vor allem auf Politiker*innen, die Hetze betreiben, Ängste schüren und populistisch sind.“ Und diese werden auf der Seite ordentlich aufs Korn genommen.


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